Posts mit dem Label Dystopie werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Dystopie werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 10. Juni 2015

*Rezension* Zwischen uns die Flut

Schreibe den ersten Kommentar!

Buchtitel:Zwischen uns die Flut
Autor(in):Eva Moraal
Verlag:Oetinger
Genre:Jugendbuch, Dystopie
Sprache:Deutsch
ASIN:B00R1WNYL2
ISBN:978-3841503510
ISBN:3841503519
Seitenzahl:400 (Broschiert), 400 (eBook, abhängig von Gerät und eingestellter Schriftgröße)
Dateigröße:1489 kb

 

Über den Autor:

Text

Kurzbeschreibung/Klappentext:

Zwei Familien, zwei Schicksale. Dazwischen eine Liebe, die nicht sein darf. Als Nina und Max sich ineinander verlieben, steht ein großes Geheimnis zwischen ihnen. Es wird ihre Wege auseinanderreißen und wieder zueinanderführen. Doch die Wahrheit kann zerstörerisch sein. Sie sät Zorn, wo Schuld gesucht wird. Und nur allzu schnell werden aus Opfern Täter. Eine atemlose Jagd nimmt mit einer Entführung ihren Lauf, und schon bald ist klar: Nichts ist, wie es scheint.

(Quelle: Amazon)

Kann hier gekauft werden:

Meine Meinung:

Der erste Satz

DNS-Alarm.

Nina kommt neu an die Schule und lernt dort Max kennen. Beide kommen aus sehr unterschiedlichen Welten, so gehört Nina den „Trockenen“ an, und Max den „Nassen“. Als Tochter des Gouverneurs fehlt es Nina an nichts, im Gegensatz zu Max. Obwohl die beiden so unterschiedlich sind, entwickelt sich zwischen ihnen mehr als nur zarte Bande. Doch die Geheimnisse die sie voreinander haben bedrohen diese Romanze, besonders ein wirklich großes Geheimnis steht zwischen ihnen. Wird ihre Liebe eine Chance haben, oder wie bei Romeo und Julia tragisch enden?

Nina lebt als Tochter des Gouverneurs in einer Welt in der es ihr an nichts mangelt. Jedoch führt sie auch ein Leben mit vielen Geheimnissen. So kann sie nicht einmal unter ihrem richtigen Namen zur Schule gehen, sondern muss einen anderen verwenden. Ihre alte Schule wurde zerstört, und ihre Schwester Isa verlor dabei ihr Leben

Max gehört zu den Nassen und führt ein Leben, das man nicht anders beschreiben kann als eine Art Leben in Armut. Er ist aufbrausend und impulsiv, lässt sich hin und wieder von seinen Gefühlen leiten. Jedoch versucht er auch für seien Mutter dazu sein, ihr beizustehen und sich um sie zu kümmern. Das sein älterer Bruder ein Rebell ist, vereinfacht so manches auch nicht gerade.

Charakter

Das Cover zeigt zwei Menschen, die unter Wasser treiben, wobei es bei dem Mädchen in der unteren Hälfte eher nach einem schwimmenden Tanz, wie bei einer Meerjungfrau wirkt. Der männliche Körper in der oberen Hälfte scheint dahingegen eher zu sinken, und nach unten zu fallen. Diese beiden Menschen werden durch den Titel des Romans getrennt, so wie auch etwas anders zwischen ihnen stehen kann. Das Motiv des Wassers wird im Schriftzug „Flut“ wiederholt. Durch einen leicht glänzenden Aufdruck wird dieses Wort zudem noch zusätzlich hervorgehoben und sticht ins Auge, wie auch die rote Kleidung des Mädchens unter Wasser. Die Stimmung des Covers ist irgendwie geheimnisvoll, da das Wasser am unteren Rand und im Schriftzug Flut auch ein wenig an einen Sternenhimmel im Weltall erinnern. Der Buchschnitt ist in einem kräftigen blau gefärbt. Dadurch ergibt sich mit dem Cover ein Gesamtkonzept, das sehr gut zum Inhalt der Handlung passt. Das Buchdesign ist ein auffälliger Eyecatcher, der neugierig macht.

Eva Moraal hat einen leichten und für ein Jugendbuch sehr passenden Schreibstil, so dass es nicht lange dauert und man ist in die Handlung eingetaucht. Sprachlich ist hält sich die Autorin, passend für ein Jugendbuch, an einen einfachen Stil mit kurzen Sätzen. Die Geschichte von Julia und Romeo, zweien konkurrierenden Familien bzw. Fraktionen ist eigentlich nichts neues, doch hat die Autorin den Stoff hier interessant und neu verarbeitet. Liebe die sich über Grenzen, Hindernisse und Schranken hinwegsetzt, Menschen die sich gegen diese stellen und etwas verändern wollen das fasziniert einen immer wieder. Die Romantik, dass jemand alles aus Liebe tun würde, sich sogar gegen seine eigene Familie aufzulehnen, welcher Frau würde das keinen seligen Seufzer entlocken? Die Handlung wird abwechselnd aus der Sicht von Max und Nina geschildert, aus der Ich-Perspektive und ist in Drei Teile aufgeteilt. Dadurch ergibt sich die Möglichkeit sehr gut beide Protagonisten kennen zu lernen, ihre Gedanken und Gefühle nachzuempfinden. Zwar erahnt man als Leser das ein oder andere frühzeitig, dennoch schafft es die Autorin spannende und überraschende Wendungen einzubauen, die dafür sorgen das man das Buch ungern aus der Hand legt. Die eigentlichen Kapitel sind kurz und stören nicht den Lesefluss. Jedoch gibt es viele Fragen, die nicht sofort geklärt werden, und man nur bröckchenweise Informationen dazu bekommt. Jedoch bekommt man im Laufe des Buches auch darauf die Antworten die man sich wünscht.

“Zwischen und die Flut“ ist eine Dystopie die „Julia und Romeo“ in einem neuen, interessanten Setting erzählt. Und durch die Katastrophe die für die Welt in der Max und Nina leben ausschlaggebend ist, wird man auch angehalten über unserer heutige Welt und die Umwelt nach zu denken. Denn so eine Katastrophe ist sehr wahrscheinlich, wenn man bedenkt, was Fluten schon in den letzten Jahren angerichtet haben. Durch die spannende Handlung fiebert man mit Nina und Max mit, möchte wissen, ob die beiden eine Chance haben mit ihrer Liebe. Das offene Ende lässt auf einen zweiten Teil hoffen, doch sollte es der einzige Band bleiben, so ist es sehr schade, dass man am Ende mit noch so einigen offenen Fragen zurück gelassen wird. Die von der Autorin gezeichnete Zukunft lässt einen nachdenklich zurück. Auf jeden Fall ist „Zwischen uns die Flut“ eine spannende Dystopie die für Fans dieses Genres empfehlenswert ist.

Und zum Abschluss habe ich hier noch den Buchtrailer für Dich:

Der letzte Satz

Ich renne den Deich hinauf.

Vielen Dank an den Oetinger Verlag für das Rezensionsexemplar.

 

Meine Bewertung:

 

Freitag, 29. Mai 2015

*Rezension* Steelheart

1 Kommentare bisher

Buchtitel:Steelheart
Autor(in):Brandon Sanderson
Verlag:Heyne fliegt
Genre:Science Fiction, Jugendbuch, Dystopie
Sprache:Deutsch
ASIN:B00HCBBX3S
ISBN:978-3453268999 (Gebundene Ausgabe), 978-3453316959 (Taschenbuch)
ISBN:3453268997 (Gebundene Ausgabe), 3453316959 (Taschenbuch)
Seitenzahl:448 (Gebundene Ausgabe), 448 (Taschenbuch), 449 (eBook, abhängig von Gerät und eingestellter Schriftgröße)
Dateigröße:1283 kb

 

Über den Autor:

Brandon Sanderson, 1975 in Nebraska geboren, schreibt seit seiner Schulzeit phantastische Geschichten. Sein Debütroman »Elantris« avancierte in Amerika auf Anhieb zum Bestseller, und seit seiner großen Saga um die »Kinder des Nebels« gilt der junge Autor auch in Deutschland als einer der neuen Stars der Fantasy. Er lebt mit seiner Familie in Provo, Utah.

Kurzbeschreibung/Klappentext:

Selbst der stärkste Gegner ist verwundbar –

du musst nur wissen, wo

Als David sechs ist, zerstört eine gewaltige Explosion die Welt, die er kannte. Einige der Überlebenden erlangen Superkräfte, die sie dazu nutzen, sich die übrigen untertan zu machen. Als David acht ist, muss er miterleben, wie einer dieser Superhelden, ein gewisser Steelheart, seinen Vater ermordet. Von da an kennt David nur ein Ziel: herauszufinden, warum sein Vater sterben musste. Und ihn zu rächen. Er schließt sich einer Untergrundbewegung an, die die Herrschaft der scheinbar unbesiegbaren Superhelden bekämpft. David ahnt, dass sogar der mächtige Steelheart eine Schwachstelle hat. Er muss sie nur entdecken. Doch das bunt zusammengewürfelte Grüppchen der Widerstandskämpfer muss sich erst zusammenraufen. Und nicht jeder billigt Davids Plan, Jagd auf Steelheart zu machen …

(Quelle: Amazon)

Kann hier gekauft werden:

Meine Meinung:

Der erste Satz

ICH HABE STEELHEART BLUTEN SEHEN.

Seit Calimity am Himmel auftauchte ist die Welt nicht mehr so, wie sie früher einmal war. Durch den Kometen sind die Epics entstanden, Menschen mit Superkräften. Doch nicht wie die Superhelden, die wir kennen helfen sie den Menschen, nein sie beherrschen die Welt und sind bösartig und skrupellos. Davids Heimatstadt Chicago wird von dem Epic Steelherat beansprucht und beherrscht. Seine Herrschaft verbreitet Furcht und Schrecken unter den Bewohnern. Unbesiegbar wie die Epics zu sein scheinen traut sich niemand sich ihnen in den Weg zu stellen, bis auf eine Handvoll Menschen, die zum Widerstand gehören. Auch David kennt nur einen Gedanken, sich den Rebellen anzuschließen und sich an Steelhert zu rächen. Denn dieser Epic hat seinen Vater auf dem Gewissen. Und er musste tatenlos dabei zusehen.

In sehr jungen Jahren hat David seinen Vater verloren, als Steelheart in Chicago auftauchte und die Herrschaft über die Stadt übernommen hat. Mittlerweile ist er 18 Jahre alt und als Waise groß geworden. Bis er volljährig wurde hat er in einer Fabrik gearbeitet in der Waffen für die Schergen Steelhearts hergestellt werden. Mit seiner Volljährigkeit ist er jetzt auf sich gestellt. Er sammelt schon sehr lange Informationen über die Epics und trägt alles zusammen was er über sie finden kann. Seine aufbrausende und spontane Art bringt ihn auch immer mal wieder in Schwierigkeiten. Diese kleine Schwäche macht ihn sehr sympathisch und er lernt auch aus seinen Fehlern, den er ist neben seiner Neugier auch ein wirklich cleverer Charakter. Als Leser kann man seine Gründe für den Rachefeldzug und Vergeltungswunsch an Steelheart sehr gut nach vollziehen.

Die Rächer, sind alle menschliche Charaktere die sich gegen die Epics stellen und für eine bessere Welt kämpfen. Als Rebellen werden sie gejagt und verfolgt. Jeder einzelne Charakter der Gruppe hat seine eigene Vergangenheit, seine eigenen Schwächen und Stärken. Es ist eine gemischte Gruppe an Charakteren, die auch ein wenig exotisch sind, wodurch sie vielschichtig und interessant und alles andere als flach sind. Man wünscht sich zwar an manchen Stellen etwas mehr über die einzelnen Charaktere zu erfahren, aber dies passt nicht ganz zur actionhaltigen Handlung des Buches. Man merkt, das David der Protagonist ist und die anderen reine Nebendarsteller, die ihm helfen sollen seine Rache zu bekommen. Und dennoch ist einem jeder einzelne schnell sympathisch und man kann nachvollziehen, wieso sie gegen die Epics kämpfen.

Das Cover ist einfach nur ein großartiger Eyecatcher, das eine Szene aus der Handlung zeigt. Durch seine Optik passt es alleine schon zum Titel des Buches "Steelheart", aber auch zum Thema Dystopie und Science Fiction. Es strahlt eine düstere, mysteriöse und machtvolle Stimmung aus und erinnert in seinem Stil an Marvel oder DC Actionhelden wie Superman oder X-Men. Man kann nur vermuten, wen der junge Mann darstellen soll, der mit dem Rücken zum Betrachter da steht, inmitten von Trümmern und einer durch Gewalt aufgerissenen Metallwand. Hat man jedoch das Buch gelesen, so weiß man ganz genau, welche Szene auf dem Cover dargestellt ist. Der Titel "Steelheart" ist nicht nur in einer Schriftart geschrieben, die wie Stahl mit Rost wirkt, sondern auch noch leicht erhaben und glänzend auf dem Schutzumschlag und hebt sich somit vom Motiv des Covers ab. Mir gefällt dieses Cover sehr viel besser, als das englische Original, das eher an einen Superhelden-Comic erinnert. Unter dem Schutzumschlag versteckt sich ein schlichter und eleganter schwarzer Einband, der am Buchrücken in silberner Prägung den Titel und Autorennamen trägt.

Brandon Sandersons Schreibstil ist flüssig, spannend, lebendig und witzig. Auf keiner Seite kommt Langeweile auf, und dafür sorgt nicht nur die actiongeladene Handlung, sondern auch Davids Versuche Metaphern zu bilden, die jedoch nie so wirklich das sind, was er sich wünscht. Viel eher sorgen sie dafür das man während des Lesens immer wieder schmunzelt. Die Handlung wird aus Davids Sicht geschildert, und man bekommt dadurch sehr gut seine Beweggründe, Gefühle und Gedanken mit. Das veränderte Chicago hat man regelrecht vor Augen durch die bildhaften und detailreichen Beschreibungen. Die erschaffene Welt ist interessant und man denkt auch darüber nach, wie sich Menschen wirklich verhalten würden, wenn sie Kräfte hätten, die über die normalen hinaus geht. Es ist mal etwa anders, das diejenigen die Superkräfte haben, nicht die Guten sind, nicht die Helden die andere retten, sondern diejenigen die sie ausbeuten und unterdrücken. Macht verleitet zu so etwas, und es ist irgendwie leichter zu glauben, das so etwas passiert, als das jemand seien Kräfte nie zum Eigennutz einsetzt, sondern immer nur um anderen zu helfen. Die Linien zwischen Schwarz und Weiß sind jedoch nicht wirklich so gradlinig in der Handlung, denn um zu überleben müssen die Menschen auch die Grauzonen betreten. Einige überraschende Wendungen in der Handlung sorgen neben der vielen Action für weitere Spannung und sorgen dafür, das man als Leser auch mal auf die falsche Fährte gelockt wird. Bis zum Ende bleibt die Handlung spannend und fesselnd, doch leider hat man viel zu schnell die letzte Seite erreicht und das Ende von "Steelheart".

"Steelheart" ist ein spannender und interessanter Auftakt der sofort Lust auf den zweiten Band macht. Mit einer Welt, die man nicht unbedingt beim Thema Superkräfte erwartet schafft es der Autor etwas neues zu erschaffen, das überraschend anders ist als die klischeebehafteten "Superhelden". Normale Menschen sind die wahren Helden die sich auflehnen und einen scheinbar ausweglosen Kampf führen. Das Buch liest sich wie ein Action und Science Fiction Kinofilm und trumpft mit seiner temporeichen Action und Spannung auf. Das Ende kommt dann zwar wirklich schnell, aber lässt auch noch Raum für die Fortsetzung. Genauso wie noch so einige Fragen offen bleiben, wie was genau es hat es mit Calimity auf sich? Wie ist die Welt außerhalb von Chicago, welche Epics existieren dort? Gibt es Orte an denen sie noch keine Herrschaft haben? Ich hoffe das diese und andere Fragen in einem der Folgebände aufgeklärt werden. Ansonsten ist "Steelheart" nicht nur etwas für diejenigen die auf X-Men, Superman und all die andern Superhelden sehen, sondern für jeden der Science Fiction und/oder Dystopien mit Action, Humor und spannenden Wendungen mag. Ich bin schon sehr gespannt auf die Fortsetzung und hoffe, das diese bald erscheint, doch bis Oktober dauert es ja leider noch eine Weile.

Der letzte Satz

Ich hatte für seine Träume gekämpft.

Vielen Dank an den Heyne fliegt Verlag für das Rezensionsexemplar.

 

Meine Bewertung:

 

Donnerstag, 9. Oktober 2014

*Rezension* Relax - Das Ende aller Träume

1 Kommentare bisher

Buchtitel: Relax - Das Ende aller Träume
Autor(in): Asta Müller
Verlag: Feelings
Genre: Fantasy, Science Fiction, Drama, Dystopie
Sprache: Deutsch
ASIN: B00KP5812E
Seitenzahl: 256 (abhängig von Gerät und eingestellter Schriftgröße)
Dateigröße: 516 kb

 

Über den Autor:

Asta Müller wurde in Hamburg geboren. Während ihres Designstudiums lebte sie in einer von der Hamburger Kulturbehörde geförderten Künstlervilla mit sechs anderen Künstlern zusammen. Dieses kreative Zusammenleben hat sie bis heute geprägt. Zeichnen, Malerei, Musik, Film und Lesungen gehörten dort zu ihrem Leben wie die täglichen Diskussionen um die Kunst. Nach Abschluss des Studiums entwickelte sie als Creative Director viele Jahre lang für Hamburger Werbeagenturen Kampagnen und bereiste in dieser Zeit die halbe Welt. Erst als ihre Tochter 1998 geboren wurde, wandte sie sich langsam von der Werbung ab und arbeitet bis heute nur noch als freie Designerin, um sich mehr ihrem zweiten Lebenstraum zu widmen - dem Schreiben von Romanen. Noch heute wohnt sie in Hamburg mit ihrem Mann, ihrer Tochter und ihrer Katze mitten im bunten Stadtteil St. Georg.

Kurzbeschreibung/Klappentext:

Der Traum von der ewigen Jugend – ein Albtraum?

Zarah, Mitarbeiterin einer Hamburger Werbeagentur, bekommt den Auftrag eine Kampagne für das neue angebliche Wundermittel RELAX zu entwickeln. Zarah ist skeptisch, doch das Unfassbare geschieht: Alle Kollegen, die das Medikament getestet haben, sehen gesünder und jünger aus. Allerdings verhalten sie sich ungewohnt emotionslos. Sie haben nur ein Ziel: RELAX auf den Markt zu bringen. Zarah versucht, hinter das Geheimnis der Substanz zu kommen. Wem kann sie noch vertrauen? Etwa ihrem gutaussehenden, geheimnisvollen Nachbarn, der behauptet, RELAX stamme nicht von dieser Welt?

RELAX – Romantic Fantasy von Neuentdeckung Asta Müller!

(Quelle: Amazon)

Kann hier gekauft werden:

Meine Meinung:

Der erste Satz

Der Flug nach Frankfurt war trotz meiner Flugangst schneller vorbei, als ich erwartet hatte.

Die Hamburger Werbeagentur, für die Zarah arbeitet, bekommt einen lukrativen Auftrag. Sie sollen die Wunderpille Relax bekannt machen, deren Einnahme verspricht, dass man nicht nur schlanker und schöner, sondern auch jünger wird. Zarah wurde dazu ausgewählt, nach Frankfurt zu fliegen und mit dem Kunden zu sprechen und sich eine Überblick über die Firma, sowie das Produkt zu verschaffen. Das viel mehr hinter der Firma und der Wunderpille steckt, das kann sich Zarah denken, als sie auf die ersten Mitarbeiter derselbigen trifft. Sie wirken alle perfekt und erinnern sie an die beliebten Spielzeugpuppen Barbie und Ken. Doch sind dies wirklich die Auswirkungen des Wundermittels? Zarah ist skeptisch und auch ihr bevorstehender Urlaub bringt sie nicht dazu die Sache schnell abzuwickeln, sondern professionell ihre Arbeit zu machen. Soll es wirklich so sein, dass diese Pille keinerlei Nebenwirkungen hat, sondern nur positive Auswirkungen auf diejenigen, wo sie einnehmen? Und was ist der wirkliche Plan der Firma? Wollen sie tatsächlich nur den Menschen helfen schöner und gesünder zu sein?

Zarah ist eine junge Frau, die nicht gerade viel von Beziehungen hält. Die Angst, dabei verletzt zu werden sitzt viel zu tief und ihr Job ist ihr zudem sehr wichtig. Sie ist jedoch sehr hilfsbereit und liebenswert, was beides manchmal einfach nur ausgenutzt wird. Nur ihre beste Freundin Lily hat wirklich Zugang zu ihr und weiß um ihre Gedanken, Gefühle und Probleme. Der Umzug in die neue Wohnung ist auch nicht sehr einfach für sie, da sie ihn alleine bewerkstelligen muss.

Kharim ist Zarahs neuer Nachbar, er wohnt über ihr und ist nicht nur gutaussehend, sondern auch hilfsbereit. Neben seiner charismatischen Ausstrahlung hat er jedoch auch noch ein Geheimnis zu hüten. Und nicht nur dieses stellt Zarahs Welt völlig auf den Kopf. Zwischen den beiden besteht eine Anziehungskraft, der sie sich nur schwer entziehen können. Vorrangig hat Kharim jedoch einen Auftrag zu erledigen in dem Zarah eine nicht unwesentliche Rolle spielt.

Die Charaktere sind alle interessant und vielschichtig, selbst der am Anfang perfekt wirkende Kharim hat seine Schwächen und Ängste. Dadurch wirken sie alle realistisch und liebenswert, es dauert nicht lang, da hat man seine Favoriten ins Herz geschlossen und hasst deren Gegner genauso sehr wie sie, oder bemitleidet sie. Neben den Protagonisten und den guten Nebencharakteren wie Lily gibt es auch die Bösewichte, und andere die nachher die Seiten wechseln. Hektor ist ein Bösewicht, wie er im Buche steht, doch hat er seine eigenen Beweggründe, die ihn auch wiederum sehr interessant machen. Scheint er noch ein Weltverbesserer zu sein, der es gut meint, so ist er aber auch von der Macht besessen und ein wahnsinniges Genie.

Auf dem Cover ist das Hauptmotiv eine junge Frau, die die Augen geschlossen hat und eine abwehrende Handhaltung hat, gleichzeitig wirkt sie auch verträumt. Man möchte gerne wissen, was ihre Gedanken sind, was sie sieht, oder versucht abzuwehren. Das Motiv ist weichgezeichnet und wirkt dadurch wie aus einem Traum, die Farben des Hintergrundes wirken, als wenn sie mit dem Motiv verschmelzen. Der Titel Relax ist auffallend groß und wie ein Eyecatcher auf dem Cover zu sehen und sticht ins Auge. Gut lesbar sind die Schriftfarbe und Schriftart von Titel und Autorenname. Durch die verträumte Art des Motivs und den ins Blick auf sich ziehenden Titels wird man neugierig auf den Inhalt des Buches. Mir gefällt das Cover sehr gut, und es passt zum Inhalt des Romans.

Die Autorin hat einen wunderbar flüssigen, spannenden und bildhaften Schreibstil. Es fällt leicht als Leser gleich in die Handlung einzutauchen und den Geschehnissen um Zarah, Kahrim und ihren Freunden zu folgen. Was sich zu Beginn wie ein Science Fiction oder eine Dystopie anhört mit der Wunderpille wandelt sich in Fantasy, wenn die Götter und anderen Welten als Themen auftauchen. Die Spannung wird immer wieder angehoben und man fliegt nur so von Seite zu Seite, um zu wissen, was mit Zarah und den anderen passiert. Mir kommt es so vor, als wenn auch ein paar Thriller Elemente mit dabei sind, die einen einfach nicht los lassen und einem beim Lesen einen kleine Schauer über den Rücken rieseln lassen. Das Thema einer Wunderpille, die die Welt und die Menschheit verändern kann finde ich sehr interessant und auch aktuell. Ist es nicht erschreckend, was es mittlerweile alles auf dem Markt gibt, um den Körper eines Menschen zu verändern? Somit ist eine solche Pille nicht einmal so abwegig, und die Handlung lässt einen darüber nachdenken ob jeder Fortschritt auf dem Markt der Pharmazeutika wirklich so gut ist, oder ob es auch ein zu viel gibt. In welcher Hinsicht, das sollte man selber in diesem Roman lesen, der einen dadurch auch nachdenklich stimmt. Die Handlung wird aus Zarahs Sicht, der Ich-Perspektive erzählt, wechselt aber auch in manchen Kapiteln zu Kharim und der Erzähl-Perspektive. Am Anfang verwirrt dieser Wechsel der Sichtweise ein wenig, doch lernt man dadurch Zarah und Kharim viel besser kennen und auch die Geschehnisse um Kahrim und seine Gedanken und Gefühle versteht man besser

"Relax - Das Ende aller Träume" ist ein spannender Roman mit einer Mischung aus Fantasy, Dystopie, Science Fiction, Drama und Thriller. Sehr schnell zieht einen die Geschichte über Götter, Ahnen, Welten und ein alles veränderndes Wundermedikament in seinen Bann. Der kleine Schuss Romantik und gehörig viel Spannung fehlen auch nicht in der gelungenen Mischung. Man wird nachdenklich nach der Lektüre über die Themen Pharmazeutika und Werbung, welche Macht und Verantwortung hinter beidem steht und welchen Einfluss sie auf unser Leben haben. Solchen Tiefgang in einer Handlung zu entdecken, das ist immer wieder spannend und inspirierend. Somit ist dieses Buch mehr als nur ein spannendes und romantisches Fantasy Abenteuer, sondern auch etwas zum Nachdenken und einfach nur empfehlenswert. Ich persönlich möchte gerne mehr von der Autorin lesen und freue mich schon auf weitere Bücher.

Der letzte Satz

»Wunderbar«, sagte ich. »Dann lasst uns loslegen!«

Vielen Dank an Asta Müller und dem Droemer Knaur - Feelings Verlag für das Rezensionsexemplar.

Meine Bewertung:

 

Montag, 23. Juni 2014

*Rezension* A Place in Time - Falsches Blut

2 Kommentare bisher

Buchtitel: A Place in Time - Falsches Blut
Autor(in): Patricia Rabs
Verlag: AAVAA Verlag
Genre: Jugendbuch, Fantasy, Dystopie
Sprache: Deutsch
ASIN: B00550OZKG
ISBN: 978-3862545650
ISBN: 3862545652
Seitenzahl: 381 (Taschenbuch), XXX (eBook, abhängig von Gerät und eingestellter Schriftgröße)
Dateigröße: 1145 kb

 

Über den Autor:

Patricia Rabs ist Theaterschauspielerin und lebt zurzeit in Japan.

Ihr Debütroman »Falsches Blut« dreht sich um Zeitreise, erste Liebe und die Frage: Kann man die Vergangenheit verändern?

Der Jugendroman erschien im AAVAA-Verlag und ist der erste Teil der »A place in time«- Reihe.

Kurzbeschreibung/Klappentext:

Wenn es stimmt, dass die Zeit sich wiederholt,

muss es möglich sein, die Vergangenheit zu ändern.

»Ich werde doch lange nicht mehr leben, wenn diese Dinge passieren. Ich lebe jetzt!

Ich werde weder eure Gesetze noch diesen Krieg erleben. Ich hätte nach Hause gehen können, stattdessen lasse ich mich verfolgen, in einer Welt, die ich niemals hätte sehen dürfen! Willst du nicht einfach alles hinter dir lassen und mit mir kommen? Du würdest nie gehen, oder? Weil du nicht so bist wie ich. Ich würde gehen. Ja, ich würde gehen, weil ich mit meiner ganzen Seele bei dir bleiben will. «

Langsam begreift sie: Es ist nicht ihre Geschichte – es ist seine.

Verfolgung, Angst und Zeit treiben sie weiter, bis sie endlich Antworten bekommen.

Ella will sie nicht hören. Bis zum Schluss nicht …

(Quelle: AAVAA Verlag)

Kann hier gekauft werden:

Meine Meinung:

Der erste Satz

Noch ein Versuch!

Im Prolog entwendet Jesda Unterlagen aus dem Gebäudes des Konzerns. Er entkommt nur sehr knapp aus dem Gebäude und wird nun gejagt. In den Akten muss etwas wichtiges stehen, dass Jesda bereit ist, dafür sein Leben auf das Spiel zu setzten. Ella flüchtet in ihrem Jahr aus der Wohnung ihrer Mutter und setzt sich unter einen Baum um ein Buch zu lesen. Sie träumt davon in eine andere Welt zu gelangen und ihrem Leben zu entfliehen. Noch während sie ihren Gedanken nach hängt fällt ihr zwischen den Bäumen ein schimmern auf. Das es ein zeitlich ist, weiß Ella noch nicht, und auch was sie alles dadurch auslöst, dass sie es betritt. Sie findet sich im Jahr 3277 wieder und trifft dort auf Jesda, Soldaten und andere Gefahren. Nicht jeder ist ihr dort freundlich gesonnen und meint es gut mit ihr. Wem kann sie vertrauen? Wird sie wieder in ihre Zeit zurück finden? Und was hat sie mit ihrer Zeitreise in die Zukunft ausgelöst?

Elisabeth ist 17 Jahre alt und Schülerin, ihr Leben im Jahr 2012 ist für sie alles andere als das was sie sich wünscht. Sie möchte viel lieber ein andres Leben, in einer anderen Zeit. Ella streitet sich immer wieder mit ihrer Mutter und das Hauptstreitthema ist dabei der neue Freund ihrer Mutter. Diesen kann sie nicht leiden und ihre Schwester ist, sobald sie konnte ins Ausland gezogen. Für ihren Freund hegt sie keine größeren Gefühle, dafür aber liebt sie ihre Fantasybücher über alles und liest sehr viele davon. Am liebsten würde sie in einer der Welten ihrer Bücher leben, die Geschichten selbst erleben. In manchen Situationen wirk Ella naiv und möchte nicht mehr Informationen wissen, anderseits ist sie dann stark und mutig und setzt sich für die Menschen ein, die ihr am Herzen liegen. Sie ist eine starke Persönlichkeit, die weiß was zu tun ist, oder was sie tun will.

17 Jahre alt ist auch Jesda, nur dass er im Gegensatz zu Ella im Jahr 3277 lebt. Er ist misstrauisch und schweigsam, abweisend und alles andere als freundlich. Von Anfang an ist er fixiert auf einen Plan, den er ausgearbeitet hat. Von diesen läßt er sich nicht abbringen und meistens wirkt es so, als wenn ihm nichts anderes als dessen Umsetzung am Herzen liegen würde. Doch auch er hat Menschen, die ihm am Herzen liegen und mit denen ihn eine gemeinsame Vergangenheit verbindet.

Neben diesen beiden jugendlichen Hauptprotagonisten sind noch viele anderen Charaktere in die Geschichte und Geschehnisse verwickelt. Sie sind alle sehr unterschiedlich in ihren Charakterzügen und Beweggründen. Ihre Geheimnisse und Verbindungen zu Jesda oder Ella werden nach und nach gelüftet.

Das Cover ist in einem dunklen, düsterem Stil gehalten. Auf dem schwarzen Hintergrund sieht man blaue Zifferblätter von Uhren, wodurch man auf den Aspekt der Zeitreise in der Handlung hingewiesen wird. Der Titel und Autoren Name sind in weißer Schrift vom Hintergrund abgesetzt und springen einem ins Auge Durch die Schlichtheit wirkt es geheimnisvoll und mysteriös, macht neugierig auf den Inhalt.

Patricia Rabs hat einen lebendigen Schreibstil durch den man schnell in die Handlung des Buches hineinkommt. Man kann sich die verschiedenen Charaktere und Umgebung lebhaft vorstellen. Die Handlung wird dabei immer abwechselnd aus der Sicht der beiden Protagonisten geschildert, wodurch man sie sehr gut kennen lernt und auch hinter Jesdas schweigsame Fassade blicken kann. Die Gefühle und Handlungen von Jesda und Ella sind somit für den Leser gut nachvollziehbar. Der Handlungsbogen baut immer wieder Spannung auf, und ein actionreiches Geschehen jagt das andere. Dadurch ist es etwas schwer, die beginnende Liebesbeziehung zwischen Ella und Jesda nachzuvollziehen, nur Ellas Gefühle für Jesda kann man leichter nachempfinden. In dem Buch steckt sehr viel mehr, als ein normaler Zeitreiseroman, so landet Ella in einer dystopischen Welt, in der ein Großkonzern die Geschicke der Menschen bestimmt. Das Thema, das Menschen nach ihren Genen bewertet und eingeteilt werden ist zudem interessant und stimmt einen nachdenklich, erinnert es doch auch ein wenig an den Rassenhass, aus geschichtlichen oder gegenwärtigen Zeiten.

Die Mischung aus Zeitreise und Dystopie ist spannend und etwas Neues. Durch die realistischen Charaktere und die eingearbeiteten, nachdenklichen Themen sowie der leichten Liebesgeschichte und dem spannungs- und actionreichen Geschehen in der Handlung fällt es schwer, das Buch einfach aus der Hand zu legen. Am Ende gibt es ein dramatisches, offenes Ende mit einer Wendung die neugierig auf die Fortsetzung macht.Man möchte sofort weiter lesen um zu wissen, wie es mit Ella und Jesda weiter geht. Teilweise sind dei Geheimnisse und Rätsel in der Handlung so komplex und verworren, dass der Leser genauso wie Ella, es schwer hat ihnen zu folgen. Zusammen mit ihr versteht man aber nach und nach alles.

Viele Geheimnisse, eine Liebesgeschichte, interessante Genre-Mix und eine Welt in die man hineingerissen wird, das Buch ist für alle empfehlenswert, die gerne Fantasy, Dystopien oder Zeitreiseromane lesen und keine Angst vor komplexen Handlungen haben. Spannender und actionreicher Auftakt der neugierig macht auf den Rest der Trilogie.

Der letzte Satz

Es war einfach vorbei.

Vielen Dank an den AAVAA Verlages für das Rezensionsexemplar im Rahmen der Blogtour.

Meine Bewertung:

 

Montag, 7. Oktober 2013

*Rezension* Angelfall - Fürchtet Euch nicht

2 Kommentare bisher
Buchtitel:Angelfall - Fürchtet Euch nicht
Autor(in):Susan Ee
Verlag:Heyne Verlag
Genre:Fantasy, Mystery, Jugendbuch, Dystopie
Sprache:Deutsch
ASIN:B00D1S960S
ISBN:978-3453268920
ISBN:345326892X
Seitenzahl:400 (Hardcover), 401 (abhängig von Gerät und eingestellter Schriftgröße)
Dateigröße:501 kb

 

Über den Autor:

Susan Ee war zunächst Anwältin, bevor sie beschloss, ihre Leidenschaft für die Literatur zu ihrem Beruf zu machen. Sie studierte Kreatives Schreiben in Stanford und Clarion West und arbeitet nun als Autorin und Filmemacherin. Sie lebt in San Francisco, Kalifornien.

Kurzbeschreibung/Klappentext:

Wenn die Engel die Bösen sindDie Engel sind auf die Erde gekommen, doch sie haben nicht Frieden und Freude, sondern Elend und Zerstörung mit sich gebracht: Weltweit liegen die Städte in Trümmern, und die Menschen trauen sich vor Angst kaum noch auf die Straße. Als eine Gruppe Engel die kleine Schwester von Penryn entführt, haben sie sich jedoch mit der Falschen angelegt. Die Siebzehnjährige zieht los zum Hauptquartier der Engel, um ihre Schwester zu befreien. Aber dafür braucht sie Hilfe – und die kommt ausgerechnet von Raffe, einem flügellosen Engel ...Penryn ist die Starke in der Familie: Seit ihr Vater sie verlassen hat, kümmert sie sich in jeder freien Minute um ihre siebenjährige Schwester Paige, die im Rollstuhl sitzt, und um ihre Mutter, die seit der Trennung mit ihren eigenen Problemen zu kämpfen hat. Doch seit einigen Wochen ist Penryns Aufgabe immer schwieriger geworden – wenn nicht sogar unmöglich. Die Engel sind gekommen, und mit sanftmütigen, himmlischen Geschöpfen haben die überhaupt nichts gemein! Ganz im Gegenteil – sie zerstören Städte auf der ganzen Welt und machen Jagd auf Menschen. Als Paige von Engeln verschleppt wird und ihre Mutter spurlos verschwindet, bleibt Penryn allein zurück. Die Siebzehnjährige ist wild entschlossen, das Leben ihrer Schwester zu retten, doch dazu muss sie nach Aerie gelangen, dem Hauptquartier der Engel, das auf den Trümmern San Franciscos errichtet wurde. Auf ihrer Reise durch das verwüstete Kalifornien wird sie von Raffe begleitet, einem wunderschönen gefallenen Engel. Raffe, dem seine Flügel genommen wurden, hat mit Paiges Entführern noch eine Rechnung offen und erklärt sich bereit, Penryn zu helfen. Penryn weiß, dass sie ihre Schwester ohne Raffes Unterstützung nicht befreien kann, aber soll sie einem Engel in diesen dunklen Zeiten wirklich vertrauen?

(Quelle: Heyne)

Kann hier gekauft werden:


Meine Meinung:

Der erste Satz

Auch wenn es ironisch klingt: Seit dem Angriff sind die Sonnenuntergänge herrlich.

Mit ihrer psychisch labilen Mutter und ihrer an den Rollstuhl gefesselten kleinen Schwester versucht die 17jährige Penryn auch weiterhin am Leben zu bleiben. Vor genau 6 Wochen hat es begonnen, die Engel sind auf der Erde erschienen und haben damit angefangen diese und die Menschen zu zerstören. Nicht ein Tag vergeht, an dem es keine Angriffe gibt. Die Großstädte sind schon Ruinen der Zerstörung und die Straßen werden von Straßengangs beherrscht. Die Apokalypse hat die Erde in ihrem festen Griff. Penryn versucht mit ihrer Familie eine sichere Bleibe zu finden, doch auf der Flucht werden sie Zeuge eines Kampfes unter den Engeln. Bei diesem Kampf verliert einer von ihnen seine Flügel. Um für Ablenkung zu sorgen, damit ihre Mutter und ihre Schwester flüchten können, ergreift Penryn für diesen Engel Partei und mischt sich ein, als sie in ihrem Versteckt entdeckt werden. Doch einer der Engel entführt ihre kleine Schwester. Penryn würde alles dafür tun, um diese sicher und heil zurückzubekommen. So bringt sie den halbtoten und schwerverletzten Engel in Sicherheit, um aus ihm Informationen für die Suche nach ihrer Schwester heraus zu bekommen. Sie versucht ihn dazu zu bewegen, ihr zu helfen.

Schnell ist man von der Geschichte gefesselt und möchte unbedingt wissen, wie es weitergeht, wieso die Engel auf einmal die Menscheit angreifen und auch wie es kommt, dass ihr Anführer, Gabriel vom Himmel geschossen wurde. Das die Engel hier die Bösen sind, ist anders, denn normal denkt man von Engeln als die Guten und auch wunderbaren göttlichen Geschöpfe. Doch lösen sie nun einen wahren Krieg aus, in den Penryn und ihre Familie hineingezogen werden. So ist Penryn ein 17jähriges, normales Mädchen, dass bis zum Beginn der Apokalypse ganz andere Sorgen hat, als das tägliche Überleben ihrer Familie. Nun ist sie diejenige, auf deren Schultern die schwere Verantwortung liegt, für die Sicherheit ihrer Mutter und ihrer jüngeren Schwester zu sorgen. Sie hatte auch vor der Apokalypse kein leichtes Leben. Ihr Vater hat sie und ihre Familie sitzen lassen, ihre Mutter psychische Probleme und ihre kleine Schwester sitzt nach einem mysteriösen Unfall im Rollstuhl. Dennoch ist Penryn eine starke und mutige Persönlichkeit, die sich nicht so leicht unterkriegen läßt. Sie ist eine wahre Kämpfernatur. So hat sie eine wirklich spitze Zunge und bringt einem immer wieder mit einer gehörigen Prise Witz und Ironie zum Schmunzeln.

Ihre Mutter hat eine psychische Störung und führt ihren Kampf mit ihren eigenen, inneren Dämonen vor denen sie auch immer wieder ihre Kinder warnt. Sie ist schizophren und immer wieder pendelt sie zwischen ihrer wirklich unheimlichen und verrückten Seite und der brillanten hin und her. Sie hat Penryn zu allen nur möglichen Selbstverteidigungskursen angemeldet, jedoch auch schon mal den ein oder anderen körperlichen Übergriff selbst gegen ihre Kinder in ihrem psychischen Wahn gemacht.

Der Engel Raffe hat nur einen Wunsch, seine Flügel wieder angenäht zu bekommen. Penryn hat ihm diese Idee in den Kopf gesetzt, während sie versucht hat, Informationen aus ihm heraus zu bekommen. Da er es nicht gewöhnt ist, sich zu Fuß oder unter Menschen zu bewegen ohne aufzufallen, stimmt er Penryn wiederwillig zu, dass sie ihn zum Horst der Engel begleiten kann. Er ist zynisch und dennoch kann man ihn am Besten mit harte Schale, weicher Kern beschreiben, da er jedesmal, wenn Penryn in Not gerät zur Stelle ist um ihr Leben zu schützen und sie zu retten. Doch auch Penryn rettet ihm mehr als nur einmal das Leben.

Zwischen den beiden baut sich langsam etwas auf, dass man als eine zarte Romanze bezeichnen kann, dennoch ist es nicht schwülstig oder gar übertrieben, was nicht zum Setting des Weltunterganges und dem Kampf um das Überleben gepasst hätte. Es ist angenehm, dass keine heißen Küsse, sofortiges in die Arme fallen oder schwülstige Liebesbekundungen vorhanden sind. Nur langsam und nach und nach lassen beide ihr Misstrauen gegeneinander fallen und lernen einander ein wenig zu vertrauen. Denn schließlich sind sie ursprünglich ja Feinde.

Paige ist Penryns kleine Schwester und an ihren Rollstuhl gefesselt. Ist sie am Anfang ein zartes, kleines jedoch auch kluges Mädchen, dass den Beschützerinstink weckt und für die Penryn alles auf sich nimmt, so verändert sie sich im letzten Drittel der Geschichte vollkommen. Ihr ganzes Wesen, sowie auch ihr Körper. Doch ist dies nicht ihre eigenen Schuld oder Wahl, es sind die Engel, die etwas mit ihr anstellen. Penryn erkennt immer noch ihre kleine Schwester in ihr. Die Beziehung zwischen den Beiden ist in gemeinsamen Erlebnissen der Vergangenheit begründet und sehr emotional.

Meiner Meinung nach passt das Cover sehr gut zum Buch und seiner Story. Goldene Engelsschwingen, die in einem Kreis auf einem Steinboden liegen, der mit Rissen durchzogen ist und von der Wucht eines Aufpralls zeugt. In goldener Schrift ist der Titel zu sehen und der Untertitel in silberner. Unter dem Schutzumschlag kommt ein Einband in hellem Blau zum Vorschein. und auf dem Buchrücken steht der Tiel in großen, schwarzen Lettern, der Autorenname in weißen. Das Papier fasst sich beim Lesen angenehm und hochwertig an, es sind feste Seiten und nach einmaligem durchlesen sieht das Buch nach wie vor wie neu aus, als wenn es gar nicht gelesen wurde. Der Schreibstil ist einfach und eigentlich normal, nichts poetisch außergewöhnliches, oder an Jugendsprache angepasstes, sondern leicht zu lesen.

Ist es am Anfang düster und spannend, so wird es ab dem Zeitpunkt wo Penryn und Raffe dem Horst erreichen gruselig und ungewöhnlich. So verändert sich Penryns kleine Schwester völlig. Und die Engel sind wirklich alles andere als liebenswerte Geschöpfe. Ob dieser Abrutsch in das Horror Genre und gruselige nun nötig gewesen wäre, sollte jeder für sich selbst entscheiden. Doch wenn man zart besaitet ist, ist es nicht unbedingt gut, diese Kapitel nachts zu lesen.

Mit Action, Spannung und gruseligen Elementen überrascht diese postapokalyptische Geschichte. Der Kampf Penryns um das nackte Überleben gegen übermächtige Wesen, die so alles andere sind, als das ihnen anhaftende Klischee und die zart aufkommende Romanze machen es einfach zu einem außergewöhnlichem Buch, dass man in einem Stück durchlesen möchte. Durch das offene Ende und den Cliffhanger freut man sich schon auf die Fortsetzung der Trilogie. Für Zartbesaitete ist der am Ende aufkommende Gruselfaktor nicht unbedingt geeignet. Doch wer Engel mal anders eleben möchte und nichts gegen starke Mädchen hat sollte sich trauen und das Buch lesen. Es überrascht mit wirklich genialen Ideenund außergewöhnlichen Charakteren. Einzig und alleine die Altersfreigabe ab 14 Jahren finde ich sollte höher angesetzt werden, durch düsteren und gruseligen Kapitel am Ende. Ich persönlich habe das Buch geradezu verschlungen.

Der letzte Satz

Und das genügt fürs Erste.

Vielen dank an den Heyne Verlag für dieses Rezensionsexemplar.

Meine Bewertung: