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Dienstag, 21. März 2017

*Rezension* Zeilengötter - Bis dass der Tod uns scheidet

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Buchtitel:Zeilengötter - Bis dass der Tod uns scheidet
Autor(in):Astrid Korten
Verlag:CreateSpace Independent Publishing Platform
Genre:Psychthriller, Thriller, Gegenwartsliteratur
Sprache:Deutsch
ASIN:B01NCAQL36
ISBN:978-1540428929
ISBN:1540428923
Seitenzahl:270 (Taschenbuch), 270 (eBook, abhängig von Gerät und eingestellter Schriftgröße)
Dateigröße:2284 kb

 

Über den Autor:

Die Autorin Astrid Korten lebt heute mit ihrer Familie in Essen. Sie studierte Kunstgeschichte und Wirtschaftswissenschaften an den Universitäten Leiden und Maastricht. Ihre große Leidenschaft ist das Schreiben, das sie 2004 zu ihrem Beruf machte. Ihr Spezialgebiet: Suspense-Thriller und Psychothriller, in denen sie das Böse poetisch und spannend pervertiert. Die Presse nennt sie "Thriller-Queen" und "Thriller-Herrin". Bei ihrer akribischen Recherche lässt sie sich von Forensikern, Psychologen, Gentechnologen, Pathologen und Medizinern beraten. Sie schreibt außerdem Biografien, satirische Kurzgeschichten, Romane, Dreh- und Kinderbücher unter Pseudonym.

Die Autorin ist Mitglied der Mörderischen Schwestern e.V., und als Kultur-Redakteurin und Rezensentin für das erfolgreiche Online-Portal FRAUENPANORAMA tätig.

Kurzbeschreibung/Klappentext:

Der Thriller beruht auf einer wahren Begebenheit.

Sie sind Poeten.

Sie lieben das Böse zwischen den Zeilen.

Malin Remy ist eine gefeierte Autorin. Neun Jahre nach der Trennung von ihrem Ex-Mann, dem Schriftsteller Adrian Bartósz und auf dem Gipfel ihres Erfolgs, kommt für Malin der Tag der Abrechnung. Getrieben von dem Wunsch, die Schatten der Vergangenheit abzuwerfen, liest Malin in Paris aus ihrem soeben erschienenen autobiografischen Roman „Ehe“.

Adrian, der schon immer mit Neid und Missgunst auf das literarische Können seiner Frau reagiert hat, ist unter den Zuhörern.

Die Lesung hat verheerende Folgen …

Ein atemberaubender Psychothriller, über die Poesie des Bösen, den Wahn und verborgene Leidenschaften, der auf einer wahren Begebenheit beruht. Die Filmrechte wurden bereits verkauft.

(Quelle: Amazon)

Kann hier gekauft werden:

Meine Meinung:

Der erste Satz

Seltsam ... Es war zu kalt für die Jahreszeit.

Malin hat alles erreicht, was sie in ihrem Leben erreichen wollte, sie ist eine bekannte Schriftstellerin, hat eine Familie, und dennoch gibt es etwas in ihrer Vergangenheit, dass sie einholt. Als junge Studentin war sie mit einem berühmten Autor liiert, sie hat Adrian Bartósz geliebt. Doch dann zeigte er sein wahres Gesicht, als sie selbst zu schreiben begann und immer erfolgreicher wurde. Die Ehe mit Adrian wird für Mailn zur Hölle und als sie ihn verlässt und sich von ihm trennt, scheint sich alles für sie zum guten zu wenden. Doch selbst nach 9 Jahren in denen sie es geschafft hat mit beiden Beinen fest im Leben zu stehen und Paris mittlerweile als ihre Heimat ansieht, lässt die Vergangenheit sie nicht ruhen. Ausgerechnet an dem Abend wo sie ihren Erfolg feiert, wo sie gefeiert wird tritt Adrian wieder in ihr Leben. Er will Rache an ihr üben, sie für das bestrafen, was sie ihm genommen hat. Seinen guten Ruf und seinen Stolz nahm sie ihm, und nun möchte er sie genauso leiden sehen, wie er damals gelitten hat. Doch ist es wirklich Adrian, der hinter allem steckt, der die Fäden zieht? Und welche Bedeutung hat Paul? Was ist mit Malins Ehemann David und ihren beiden Kindern Kirby und Max?

Malin ist eine junge Studentin als sie Adrian kennen lernt, im Laufe der Handlung wird sie nicht nur seine Ex-Frau, sondern auch eine gefeierte Schriftstellerin. Damit überflügelt sie Adrian, und sie stellt ihn auch bloß, mit ihrem autobiographischen Roman "Ehe". Mit diesem möchte sie eigentlich mit ihrer Vergangenheit abschließen, und die Hölle die sie erlebt hat hinter sich lassen.. Doch alles entwickelt sich anders, als Malin gedacht hat.

Adrian Bartóz ist ein Schriftsteller, der auf die junge Malin aufmerksam wird, er beobachtet sie und nähert sich ihr. Er ist älter als Malin und sieht sich auch als ihr Mentor, ihr Lehrer, nicht nur als ihr Ehemann. Doch als Malin erfolgreicher als er zu werden wird, nicht nur talentierter treiben ihn Wut und Eifersucht zu taten durch die für Malin die Ehe mit ihm zur Hölle wird. Er hat eine ganz andere Sicht auf dies. Und auch über die Trennung von ihr kommt er nicht hinweg, über die Jahre hinweg behält er ihre Laufbahn im Auge, sinnt auf Rache, da in seinen Augen sie daran schuld ist das seine gefeierte Laufbahn als berühmter Autor einen Absturz hatte.

Die Charaktere sind vielschichtig und meist nicht immer das was sie auf den ersten Blick erscheinen. Sie haben alle ihre guten, wie auch schlechten Seiten, sind dadurch tiefgründig und wirken lebensnah und auch nicht zu perfekt. Jedoch merkt man, dass die Autorin sich sehr viel Mühe gegeben hat die einzelnen Charaktere sehr gut auszuarbeiten und auch ihre Beziehungen zueinander, so dass es keinen Punkt gibt, an dem einem etwas unlogisch erscheint. Vielen von ihnen könnte man auf der Straße begegnen oder sie als Nachbarn haben, oder ob man das wirklich möchte? Das muss jeder für sich entscheiden. Es gibt auf jeden Fall den ein oder die andere, denen möchte ich nachts nicht alleine begegnen. Mit anderen hingegen würde ich gerne mal einen Kaffee trinken gehen.

Das Cover wirkt düster, und zieht den Blick auf sich mit den beiden Raben und der Rose in der oberen linken Ecke, die ihre Blütenblätter verliert. Ich vermute, sie steht symbolisch für die Liebe und Ehe zwischen Adrian und Malin, die zerfällt, und die beiden Raben sind anpassungsfähige, intelligente Tiere. Sie haben unterschiedliche Symbolik in Märchen und Sagen, und der Mythologie, aber ich denke das sie für Malin und Adrian stehen. Oft jedoch steht der Rabe als Todesbote da, man denke nur an Edgar Allen Poes Gedicht "Der Rabe". Man kann sie auch als Boten einer anderen Welt auffassen. In dem Cover verbirgt sich einiges an Symbolik und es passt durch seine düstere Atmosphäre gut zum Psychothriller.

Astrid Korten hat einen bildhaften, spannenden und einzigartig poetischen Schreibstil mit dem sie den Leser in die Handlung hineinzieht und geradezu ein wahres Kopfkino während des Lesens hervorruft. Es fällt einem alles andere als schwer, sich die beschriebenen Charaktere und Schauplätze vorzustellen. Astrid Korten weiß genau an welchen Stellen sie die Spannung anheben muss, so dass man es gar nicht schafft, den Thriller zur Seite zu legen, bis man nicht die letzte Seite erreicht hat. Jeweils aus der Sicht von Malin und Adrian und somit zwei Erzählperspektiven, wird dem Leser die Handlung präsentiert, in die man schon nach wenigen Seiten eingetaucht ist.

Mit "Zeilengötter - Bis dass der Tod uns scheidet" hat Astrid Korten einen Psychothriller geschaffen der einen einfach nicht mehr los lässt, bis man das überraschende Ende kennt. Dadurch, dass er auf wahren Begebenheiten basiert ist es noch realistischer, als wenn sich ein Autor einen Handlungsstrang nur ausdenkt. Man könnte die Geschehnisse sich auch gut in den Nachrichten vorstellen, oder dass sie in unmittelbarer Nachbarschaft gesehen, gerade wegen der Thematik der häuslichen Gewalt. Diese Gedanken während des Lesens lassen einen schaudern und mit Malin nur noch mehr mit leiden. Der Psychothriller hat alles, was ein wirklich guter Thriller braucht damit man eine Gänsehaut beim Lesen bekommt und ist für jeden zu empfehlen, der dieses Genre mag. Einfach uneingeschränkt für spannende Leseabende zu empfehlen.

Der letzte Satz

Er würde alles für sie tun.

Vielen Dank an die Autorin Astrid Korten für das Rezensionsexemplar im Rahmen der Blogtour

 

Meine Bewertung:

 

Sonntag, 27. September 2015

*Rezension* Leona - Die Würfel sind gefallen

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Buchtitel:Leona - Die Würfel sind gefallen
Autor(in):Jenny Rogneby
Verlag:Atrium Zürich
Genre:Krimi, Thriller
Sprache:Deutsch
ASIN:B00Y2W7USW
ISBN:978-3855356270
ISBN:3855356270
Seitenzahl:448 (Broschiert), 449 (eBook, abhängig von Gerät und eingestellter Schriftgröße)
Dateigröße:1462 kb

 

Über den Autor:

Jenny Rogneby wurde 1974 in Äthiopien geboren und als Einjährige zur Adoption freigegeben. Sie wuchs im Norden von Schweden auf, wo ihre Adoptiveltern früh ihr musikalisches Talent entdeckten.

Jenny Rogneby machte Karriere als Sängerin und stand u.a. mit Michael Jackson auf der Bühne. Sie studierte Kriminologie und arbeitete als Ermittlerin bei der Stockholmer Polizei. Über ihre Arbeit kam ihr die Idee für die Figur der Leona.

Der erste Band der Trilogie wurde auf Anhieb ein Bestseller und wird in zehn Ländern erscheinen.

www.jennyrogneby.com

Foto: (c) Mikael Eriksson

Kurzbeschreibung/Klappentext:

Dieser Bestseller aus Schweden hat die Krimiszene auf den Kopf gestellt: Was Sie mit der Ermittlerin Leona Lindberg erleben, werden Sie nicht wieder vergessen. Glauben Sie nichts - und machen Sie sich auf alles gefasst.

Stockholm: Ein siebenjähriges Mädchen betritt blutüberströmt eine Bank und schaltet einen Kassettenrekorder ein. Eine Stimme fordert Geld im Austausch für das Leben des Kindes. Die Angestellten sind entsetzt. Kurz darauf verlässt das Mädchen die Bank mit sieben Millionen Kronen und verschwindet. Der Fall macht Schlagzeilen. Bei der Polizei wird Leona Lindberg mit den Ermittlungen beauftragt. Leona ist 34, verheiratet und selbst Mutter von zwei Kindern. Sie gilt als Außenseiterin, doch ihr Ruf ist tadellos. Aber diesmal führen ihre Ermittlungen in eine Sackgasse, denn von dem Mädchen fehlt jede Spur. Und jeder scheint etwas zu verbergen. Allen voran Leona selbst.

(Quelle: Amazon)

Kann hier gekauft werden:

Meine Meinung:

Der erste Satz

Bis jetzt hatte sie noch keiner bemerkt.

Leona Lindberg, 34 Jahre alt und Polizistin beim Dezernat für Gewaltverbrechen in Stockholm ist eine selbstbewusste und extravaganter Frau. An die ihr zugeteilten Fälle geht sie auf ihre eigen Art und Weise heran, womit sie sehr erfolgreich ist. Im Privatleben hat sie zwei kleine Kinder zu versorgen und einen Ehemann an ihrer Seite. Der Spagat zwischen privat Leben und Beruf verlangt so einiges von ihr ab, doch hat sie noch ganz andere Geheimnisse die sie vor ihrer Familie und Umgebung verbirgt. Das ihr neuster Fall wirft so einige spektakuläre Fragen auf. Wie konnte ein siebenjähriges Mädchen eine Bank ausrauben und spurlos verschwinden? Zudem mit wessen Blut war die Kleine beschmiert, und wieso war sie unbekleidet? Alle Medien sind in Aufruhr, denn dieser Fall ist eine wahre Sensation. Doch was hat es mit dem kleinen Mädchen auf sich? Wer hat sie geschickt die Bank aus zu rauben? Leona kommt bei ihren Ermittlungen einfach nicht weiter, keine Spur führt sie zu den erwünschten Ergebnissen. Und der nächste Überfall durch das kleine Mädchen lässt auch nicht lange auf sich warten. Wird Leona es schaffen, den Fall auf zu klären?

Leona, von Beruf Polizistin, verheiratet und mit zwei kleinen Kindern. Eigentlich könnte man Leona als normale, berufstätige Frau bezeichnen. Doch wie so oft, ist einiges anders, ist Leona ihren Mitmenschen gegenüber doch distanziert und abweisend. Pedantisch sortiert sie Stifte und stört sich an normalen Dingen in bestimmten Situationen. Man merkt, dass sie ein Sonderfall ist und nicht völlig in die Schublade Normal passt. Ausschlaggebend mag dafür ihre prägende und schlimme Kindheit gewesen sein. Auf einen als Leser wirkt sie zu Anfangs gefühlskalt, merkwürdig und sonderbar. Ihre Spielsucht und ihre ständige Jagd nach einem weiteren Kick bringen nicht nur ihr Probleme. Ein normales, gradliniges Leben langweilt sie und somit lebt sie ihr normales Leben nur, weil man es eben von ihr erwartet.

Die Charaktere wirken durch ihre Art und Merkmale realistisch, da sie alle alles andere als perfekt sind. Sie passen sehr gut zu der spannenden Handlung und man kann nach einiger Zeit ihre Gefühle und Gedanken sehr gut nachempfinden. Auch wenn es am Anfang etwas schwer fällt, sie zu mögen.

Das Cover ist mit seinem einfarbigen, goldbraunen Hintergrund einfach gehalten. Man sieht darauf die Silhouette einer Frau in der das Foto eines davonlaufenden Kindes in einer Großstadt eingearbeitet ist. Der Titel "Leona" sticht dabei in seinem weißen Schriftzug hervor und zieht das Auge des Betrachters auf sich. So entgeht einem erst einmal der Untertitel "Die Würfel sind gefallen".

Jenny Rogneby hat einen fesselnden und flüssigen Schreibstil bei dem man problemlos der Handlung und den Geschehnissen folgen kann. Die Handlung wird aus Leonas Sicht, der Ich-Perspektive geschildert. Dadurch lernt man die Protagonistin nach und nach besser kennen und verstehen. Als Leser wird man gleich zu Beginn ins Geschehen geworfen und erlebt den Banküberfall mit. Neben der Ermittlungsarbeit lernt man dann auch immer wieder Leonas Leben kennen, das sich hin und wieder in die Länge zieht. Doch möchte man viel lieber wissen, wie es im spannenden Kriminalfall weitergeht, was dort geschieht und wieso die Protagonistin nicht weiter kommt. Dieser Wechsel zwischen Privatleben und spannender Kriminalfall ist an diesen Stellen nicht sonderlich gut geglückt. Auf seine leicht geheimnisvolle Weise passt es sehr gut zur Handlung des Romans.

Mit "Leona – Die Würfel sind gefallen" lässt Jenny Rogneby einen am Ende zweigespalten zurück. Der Kriminalfall ist spannend und fesselnd, doch die Protagonistin so ganz anders, als man als Leser erwartet. Innerhalb der Handlung gibt es ein paar wenige logische Schwächen, und man fragt sich auch wie eine teilweise so impulsiv handelnde Protagonistin eine erfolgreiche Ermittlerin sein soll. Auf jeden Fall ist das Buch kein normaler Krimi oder Thriller im eigentlichen Sinne, sind doch auch Themen wie Spielsucht vorhanden, über die man nachdenken kann. Die Handlung ist zwar in sich abgeschlossen, lässt jedoch auch noch einige Fragen offen, so dass man sich auf weitere Bände freue kann. Wer nichts gegen ausschweifende Abstecher in das Privatleben der Ermittler hat, der wird mit diesem Roman sehr glücklich sein. Wer jedoch einen spannenden Krimi oder Thriller im eigentlichen Stil erwartet sollte lieber zu einer anderen Lektüre greifen oder vorher lieber die Leseprobe lesen.

Der letzte Satz

Obwohl das Handy kaputtgegangen war, hörte ich noch immer meine eigene blecherne Stimme am Fußboden, als ich zum Ausgang lief.

Vielen Dank an den Atrium Zürich Verlag für das Rezensionsexemplar.

 

Meine Bewertung:

 

Samstag, 18. Juli 2015

*Rezension* Monday Club - Das erste Opfer

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Buchtitel:Monday Club - Das erste Opfer
Autor(in):Krystyna Kuhn
Verlag:Oetinger
Genre:Jugendbuch, Mystery-Thriller, Thriller
Sprache:Deutsch
ASIN:B00Y2V6RZU
ISBN:978-3789140617
ISBN:3789140619
Seitenzahl:384 (Gebundene Ausgabe), 385 (eBook, abhängig von Gerät und eingestellter Schriftgröße)
Dateigröße:5048 kb

 

Über den Autor:

Krystyna Kuhn studierte Germanistik, Russisch, Polnisch und Kunstgeschichte. Sie veröffentlichte zunächst Romane für Erwachsene, bevor sie mit der Serie "Das Tal" und Thrillern wie "Die Schneewittchenfalle" zu einer der erfolgreichsten deutschen Autorinnen für Jugendliche und junge Erwachsene wurde.

Kurzbeschreibung/Klappentext:

Kann ein Mensch zwei Mal sterben? Ein perfides Spiel um Wahn und Wahrheit!

Bei der sechzehnjährigen Faye Mason wurde bereits in früher Kindheit idiopathische Insomnie diagnostiziert, eine seltene Schlafkrankheit. Die schlaflosen Nächte hinterlassen Spuren: Oft kann sie Wirklichkeit und Fantasie nicht unterscheiden. Da geschieht etwas Entsetzliches: Fayes beste Freundin Amy kommt bei einem Autounfall ums Leben. Doch wenig später begegnet sie der totgeglaubten Amy auf der Straße. Halluziniert sie? Oder ist Amy noch am Leben? Faye sollte besser nicht zu viele Fragen stellen, auch nicht zum Monday Club, in dem alle wichtigen Leute der Stadt Mitglied sind.

Eine Tote, die lebt, und eine schlaflose Heldin, deren Alpträume wahr werden: der erste Band der Mädchen-Mystery-Trilogie der Extraklasse!

(Quelle: Amazon)

Kann hier gekauft werden:

Meine Meinung:

Der erste Satz

Die Lichter im Versammlungsraum blendeten ihre Augen, während draußen vor den hohen Fenstern völlige Dunkelheit herrschte.

Mit ihren 16 Jahren sollte Faye eigentlich ein ganz normaler Teenager sein. Doch eine seltene Schlafkrankheit, genannt Idiopathische Insomnie, raubt ihr den Schlaf. Die Ursachen für ihre Krankheit sind bis zum heutigen Tage noch unbekannt. Teilweise fällt es ihr schwer zwischen Realität und Fiktion zu unterscheiden, wenn sie ihre Medikamente nicht regelmäßig nimmt. Abgesehen von dieser Tatsache ist Faye jedoch völlig normal, und lebt das normale Leben einer Jugendlichen in der kleinen Stadt Bluehaven am Meer. Sie lebt dort zusammen mit ihrem Vater und ihrer Tante Liz. Amy ihre beste Freundin und Josh, ihre große Liebe, vervollständigen dieses eigentlich völlig normale Leben, bis zu dem Tag an dem Amy durch einen tragischen Unfall ums Leben kommt. Dieser Tag verändert alles, denn es kommen immer mehr Geheimnisse und Intrigen ans Licht. Und mit allem scheint der geheimnisvolle Monday Club zu tun zu haben in den auch ihr Freund Josh aufgenommen wird. Was plant dieser Monday Club? Und wieso glaubt Faye Amy gesehen zu haben, die doch eigentlich tot ist? Dreht Faye nun völlig durch? Oder steckt etwas ganz anders hinter allem?

Faye ist ein liebenswertes, zurückhaltendes 16 Jahre altes Mädchen, auf das man sich verlassen kann. Ihre Schlafkrankheit sorgt dafür, dass sie manchmal nicht weiß was Realität ist oder Fiktion. Sie hat schlaflose Nächte und dies ist j allgemein nicht sehr gesund, da der menschliche Körper schlaf braucht. Bis auf diese Krankheit schein Faye eine perfekte Protagonistin zu sein, ohne jegliche Macken, Ecken oder Kanten. Dies ändert sich ab dem Moment wo sie die Geschehnisse in ihrer Umgebung in Frage stellt. Sie wandelt sich zu jemandem, der nicht mehr alles einfach hinnimmt, sondern auch die Dinge hinterfragt.

Die Nebencharaktere wirken alle auf den ersten Blick normal. Doch sie haben ihre Geheimnisse und so einige von ihnen sind in Intrigen verstrickt. Besonders die Mitglieder des geheimnisvollen Monday Clubs. Sie sind sehr gut beschrieben, so dass man sie sich leicht während des Lesens vorstellen kann.

Das Cover wirkt mysteriös und geheimnisvoll mit dem Mädchen zwischen Blättern, das die Augen geschlossen hat. Es ist zweifarbig gehalten, die linke Seite in roten und lilanen Tönen, die rechte Seite in blauen und grünen Tönen. Das Gesicht des Mädchens ist hinter den Blättern etwas verborgen und erinnert ein wenig an eine schlafende Prinzessin aus der Märchenwelt. Diese geheimnisvolle und mystische Ausstrahlung die vom Cover ausgeht passt sehr gut zum Inhalt des Jugendbuches. Der Titel ist im unteren Drittel aufgedruckt, wobei „Monday Club“ in einem anderen Stil und einer anderen Schriftart gehalten ist, als der Untertitel „Das erste Opfer“. Dieser geht ein klein wenig unter, da „Monday Club“ eher den Blick auf sich zieht. Dennoch ist es alles in allem ein gelungenes und passendes Cover.

Der Schreibstil der Autorin ist leicht, locker, angenehm und jugendlich, was sehr gut zu einem Jugendbuch und Jugend-Thriller passt. Durch die detailreiche Beschreibung kann man sich viele Geschehnisse und Szenen der Handlung sehr gut vorstellen. Geschildert wird die Handlung aus der Sicht der Protagonistin, der Ich-Perspektive. Das Augenmerk liegt auf den Geheimnissen und den mysteriösen Geschehnissen, die Faye zu entwirren versucht. Die Spannungskurve steigt zu Beginn an, bleibt dann jedoch auf einem gleichbleibenden Niveau. Dennoch fiebert man mit Faye mit und versucht zusammen mit ihr die Rätsel zu lösen, heraus zu finden was es mit dem geheimnisvollen Monday Club auf sich hat, und wieso Amy scheinbar doch nicht ganz so tot ist. Oder ist sie es doch? Immer wieder sind auch ein paar Kapitel aus einer anderen Sicht eingestreut, doch möchte ich nicht verraten, um was es sich bei diesen Kapiteln handelt. Das Ende ist leider viel zu schnell erreicht, und dadurch dass es noch so einige Fragen offen lässt möchte man am liebsten gleich den zweiten Band in die Hand nehmen und weiter lesen. Denn es endet mit einem wirklich fiesen Cliffhanger, der neugierig macht. Zudem führt die Autorin einem beim Lesen immer mal wieder an der Nase herum, dadurch das sie die Grenzen zwischen Fiktion und Realität des Öfteren verschwimmen lässt.

Mit „Monday Club – Das erste Opfer“ hat Krystyna Kuhn einen spannenden, mysteriösen und geheimnisvollen Auftakt zu einer Reihe geliefert. Man wird mit einigen offenen Fragen zurückgelassen, wie der was eigentlich der geheimnisvolle Monday Club ist, was es mit Virginia und der Psychiaterin auf sich hat, doch diese werden hoffentlich in den nächsten Teilen geklärt werden. Ansonsten schafft es der Jungendthriller einen zu fesseln, so dass man ihn einmal angefangen, nicht wieder aus der Hand legen kann und sehr schnell ist eine Nacht durchgelesen. Man möchte wirklich wissen, wie es mit Faye weiter geht und in was sie noch alles verwickelt wird. Ein einfach nur großartiger und spannender Auftakt zu einer Reihe der Lust auf mehr macht, man möchte unbedingt gleich den zweiten Band haben und weiter lesen. Wer auf spannende und mysteriöse Thriller aus dem Genre Jugendbuch steht wird hiermit seine wahre Freude haben. Für mich ist es ein fesselndes und spanendes Lieblingsbuch, das mich die ganze Nacht gefesselt hat.

Der letzte Satz

Du wirst die Nächste sein.

Vielen Dank an den Dressler Verlag für das Rezensionsexemplar.

 

Meine Bewertung:

 

Mittwoch, 8. Juli 2015

*Rezension* Vatikan - Die Hüter der Reliquie

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Buchtitel:Vatikan - Die Hüter der Reliquie
Autor(in):Antonia Günder-Freytag
Verlag:Bookshouse
Genre:Fantasy, Vampire, Thriller
Sprache:Deutsch
ASIN:B00J5CPHN4
ISBN:978-9963522835
ISBN:9963522831
Seitenzahl:326 (Broschiert), 326 (eBook, abhängig von Gerät und eingestellter Schriftgröße)
Dateigröße:903 kb

 

Über den Autor:

Antonia Günder-Freytag, Jahrgang 1970 lebt nach längeren Auslandsaufenthalten in Spanien und Irland mit ihren beiden Söhnen in München. Ihre Schulzeit im Kloster weckte in ihr die Faszination für Heilige, Übersinnliches und Weltgeschichte. Neben dem Schreiben von Fantasy, Krimis und Kurzgeschichten verbringt sie viele Stunden mit ihrem Pferd Arwen.

Weitere Infos zur Autorin

http://www.antonia-guender-freytag.de

Kurzbeschreibung/Klappentext:

In einem Brief an den Papst warnt die heilige Apollonia vor ihrem Sohn, einem Halbvampir, der die Weltherrschaft an sich reißen will. Pater Comitti, der Archivar des Vatikans, traut seinen Augen nicht, als er bei der Ablage feststellt, dass diese Warnung bereits seit über 300 Jahren ausgesprochen wird.

Doch erst als er und der Sicherheitschef des Vatikans die Biografie lesen, die dem Schreiben beiliegt, wird Comitti klar, dass er sich mitten in einem Kampf befindet, der schon seit Jahrhunderten ausgefochten wird.

Die Zukunft der Welt liegt nun in seinen Händen …

(Quelle: Bookshouse und Amazon)

Kann hier gekauft werden:

Meine Meinung:

Der erste Satz

Das Feuer war längst erloschen.

Die heilige Apollonia schreibt schon ewig Briefe an den Vatikan und warnt den Papst vor ihrem eigenen Sohn, der ein Halpvampir ist und die Weltherrschaft an sich reißen will. Bis jetzt hat niemand diese Schreiben beachtet, doch Pater Comiti findet bei der Ablage heraus, das Apollonia schon seit über 300 Jahren Briefe an den Vatikan schreibt. Fasziniert davon beschließt er mehr darüber herauszufinden. Er beginnt zu recherchieren und stößt dabei auf so einiges, das Seltsam ist. Doch der Sicherheitschef des Vatikans ist auch an den Schreiben interessiert, vor allem an dem letzten Brief. Zusammen lesen sie die beigelegte Biografie der Frau, dies sich Apollonia nennt, und sehr schnell steckt Comiti mitten in einem Kampf, der schon Jahrhunderte lang andauert. Ein Kampf um die Menschheit und die Welt wie wir sie kennen. Welche Gründe hat der Sicherheitschef Arconoskij sich für diese alten Briefe der heiligen Apollonia zu interessieren? Ist der Vatikan wirklich in Gefahr? Und wer ist der Halbvampir, vor dem Apollonia schon seit Jahrhunderten warnt?

Pater Comitti ist Archivar im Vatikan und zudem auch noch sehr lese-begeistert. Bücher behandelt er sehr vorsichtig, und jeden Tag ist es seine Aufgabe die Schriftstücke zu sortieren und zu archivieren. So landet auch das Schreiben von Apollonia auf seinem Schreibtisch. Gerne besucht er auch immer mal wieder ein Café in der Nähe des Vatikans, das den Namen San Laurenzio hat. Dort unterhält er sich mit Paolina über Literatur, aber nicht nur über alte Klassiker, nein auch über zeitgenössische Bücher. Pater Comitti hat ein Faibel für das mystische und außergewöhnliche, so ist er fasziniert von Vampirgeschichten und hat in der Besitzerin des Cafés auch dazu eine Gesprächspartnerin gefunden.

Neben Pater Comitti gibt es noch viele weitere Charaktere, die nach und nach auftauchen, jedoch ist er so etwas wie der Protagonist der Handlung. Die anderen wie der Sicherheitschef Arconoskij, Lucienne, Paolina, Apollonia, Laurenzio und Argyle sind keine reinen Nebencharaktere, da sie alle einen wichtigen Teil dazu beitragen die Handlung voran zu treiben. Man schließt jedoch den Pater seht schnell in sein Herz, denn er ist einfach ein liebenswerter, bücherliebender, älterer Mann. Der Sicherheitschef hingegen wirkt undurchsichtig und geheimnisvoll, man merkt das er irgendwie seine eigenen Interessen verfolgt bei den abendlichen Treffen mit Comitti. Lucienne gewinnt ebenfalls sehr schnell die Sympathie während des Lesens, ist sie doch eine starke, junge Frau, die sich nicht so schnell unterkriegen lässt. Die Vampire, die in der Handlung vorkommen sind alle mit sehr unterschiedlichen Merkmalen ausgestattet. Auch unter ihnen gibt es Gut und Böse. Dennoch sind sie keine glitzernden, flachen Vampire, sondern richtige, gefährliche, so wie man sie aus der klassischen Literatur und dem klassischen Film kennt. Es ist schön, das sie zwar alle in ihrem Charakter Wesen unterschiedlich sind, und eigene Meinungen haben wie Menschen, aber dennoch nicht wie weich gewaschene Vampire wirken, von denen man sonst viel zu oft liest. Interessant ist auch, das selbst die guten Charaktere alle ihre dunklen Punkte und Geheimnisse in ihrem Leben haben und somit realistisch und normal wirken. Keine strahlende, weiße Helden, oder abgrundtief böse Gegenspieler, sondern jeder hat seine dunklen oder hellen Flecken auf der Weste und denkt, das aus seiner Sicht es richtig ist, wie er oder sie handelt.

Das Cover mit dem Mond, dem roten Himmel und der Kuppel des Vatikans davor, die im Schatten liegt, wirkt mysteriös, geheimnisvoll und mystisch. Dabei zieht der Vollmond zuerst den Blick des Betrachters auf sich und lenkt ihn dann auf den dunklen Vatikan, wo nur ein paar Fenster erleuchtet sind. Es wirkt, als wenn es die Zeit kurz nach Sonnenuntergang und vor der richtigen, dunklen Nacht ist. Der Titel ist gut lesbar und das Wort "Vatikan" durch einen anderen Schriftsatz hervorgehoben. Es passt wirklich sehr gut zur Handlung des Romans.

Der Schreibstil von Antonia Günder-Freytag ist wieder fesselnd, leicht und bildhaft. Es fällt einem beim Lesen leicht der Handlung zu folgen, die sich zwar in zwei Erzählstränge teilt, zum einen aus der Sicht von Pater Comitti und zum anderen aus der Sicht von Lucienne geschildert wird. So muss manauch kein Angst davor haben, das man beim Lesen mit den beiden Handlungssträngen durcheinander kommen könnte, denn vor jedem Kapitel steht die Jahreszahl des Jahres in dem es spielt. Langsam deckt man zusammen mit Comitti die Geheimnisse auf, die sich um Apollonia, ihrer Geschichte und ihren Sohn drehen. Man fiebert mit ihm mit, bangt um sein Leben, und ist gespannt auf das, was er in der Biografie und dem Brief liest. Nach und nach werden in den beiden Erzählsträngen, der Vergangenheit und der Gegenwart alle Fragen die aufkommen gestellt und am Ende laufen sie in der Gegenwart wieder zusammen. Der Spannungsbogen wird immer wieder gekonnt angehoben, man merkt beim Lesen gar nicht wie schnell man das Ende des Romans erreicht hat. Die historischen Ereignisse und auch Informationen sind großartig in die Handlung eingebaut, und auch das Thema Religion ist ein wichtiges. Jedoch nicht so, dass man sich gezwungen fühlt am nächsten Sonntag die Kirche zu besuchen, oder gar an Gott zu glauben, sondern in einer Art, die dem ganzen etwas Mystisches und Geheimnisvolles gibt, zusätzlich zu den Vampiren. Die Orte und Szenerien werden einem so bildhaft beschrieben, das man während dem Lesen diese sich vorstellt und ein regelrechtes Kopfkino dabei entsteht. Das Ende der gesamten Handlung kommt ein wenig plötzlich, und hier hätte ich es mir etwas ausführlicher gewünscht, was mit den einzelnen Charakteren geschieht, doch lässt es auch auf eine mögliche Fortsetzung hoffen.

"Vatikan - Hüter der Relique" ist mal etwas anderes, als die normalen Vampir-Romane. Mir gut durchdachten Charakteren, interessanten Handlungsorten und Ideen punktet das Buch. Man merkt auch, das die Autorin die historischen Ereignisse gut recherchiert hat, und sich genau überlegt hat, wie sie diese in die Handlung einbauen kann. Das ein Vampir, oder Vampire allgemein nach der Weltherrschaft trachten, ist auch nicht so abwegig, immerhin haben sie sehr viel Zeit um dies zu planen und in die Tat umzusetzen. Mir ist es sehr schwer gefallen das Buch immer mal wieder zur Seite zu legen, und es nicht komplett durchzulesen, dafür alles stehen und liegen zu lassen. Oft habe ich mich dabei ertappt, wie ich beim Lesen von "Vatikan - Hüter der Reliquie" einfach die Zeit vergessen habe. Wer Vampire, historische Romane mit einem Touch von Thriller und Mystery mag wird mit diesem Roman spannende und fesselnde Leseunterhaltung finden.

Der letzte Satz

Wieder und wieder las er die drei Worte, die fast die ganze Titelseite vereinnahmten, und wollte sie nicht glauben: PAPST TRITT ZURÜCK

Vielen Dank an den Bookshouse Verlag für das Rezensionsexemplar im Rahmen der Blogtour.

 

Meine Bewertung:

 

Montag, 29. Juni 2015

Rezension * Unter die Haut*

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Buchtitel: Unter die Haut
Autor(in): Izabelle Jardin
Verlag: Izabelle Jardin
Genre: Erotischer Roman, Liebesroman, Thriller, Krimi
Sprache: Deutsch
ASIN: B00JV817MW
ISBN: 978-1499288902
ISBN: 1499288905
Seitenzahl: 376 (Taschenbuch), 378 (eBook, abhängig von Gerät und eingestellter Schriftgröße)
Dateigröße: 3771 kb

 

Über den Autor:

Die deutsche Autorin Izabelle Jardin lebt und arbeitet in Norddeutschland. Sie ist Mutter zweier Söhne und verheiratet mit dem "idealen Mann", der ihr jede Unterstützung beim Schreiben und Veröffentlichen ihrer Bücher gewährt.

Mit dem romantischen SM-Roman "Unter die Haut" gelang ihr ein erster Top30-Titel in den Amazon-Charts.

Der Mix aus Liebesgeschichte und Krimi "Snow Angel" erreichte nur wenige Monate später auf Anhieb Amazons Top20.

Mit "Remember" startete Izabelle Jardin in den Bücher-Herbst 2014 und gelangte mit dem Titel auf Rang 2 der Kindle-Charts. Obwohl "Remember" noch nicht lange auf dem Markt war, konnte er sich im "Deutschen Leserpreis 2014" einen 5. Platz in der Kategorie "Bestes Ebook-only" sichern.

Für ihre Leser ist Izabelle Jardin immer erreichbar über https://www.facebook.com/pages/Izabelle-Jardin/220229238147201 oder unter der Emailadresse izabelle.jardin@gmx.de

Kurzbeschreibung/Klappentext:

„Komm mit, Juliette, versuch es, du kannst nichts verlieren, nur gewinnen!"

Ein luxuriöses sinnliches Abenteuer mit einem völlig fremden Mann? Wäre es nicht der Vorschlag ihrer guten Freundin Susanna gewesen, hätte Juliette zweifellos abgelehnt, sich auf diese Reise zwischen Himmel und Hölle einzulassen. Alljährlich trifft sich ein diskreter illustrer SM-Zirkel in einem Landhaus an der Ostsee zu außergewöhnlichen sinnenfreudigen Inszenierungen.

An diesem Ort, zwischen heiterer Leichtigkeit und plötzlich hereinbrechenden realen Bedrohungen, muss Juliette sich auseinandersetzen mit ihrer Vergangenheit und all ihren Vorbehalten.

Und sie muss eine Entscheidung treffen: ob sie mit dem faszinierenden Georg, dem von der Freundin „verordneten" Mann, tatsächlich den Spagat realisieren kann, zwischen Liebe, Achtung und Selbstbestimmtheit einerseits und der Akzeptanz dominanter Machtausübung andererseits.

>> Lässt sie das jetzt wirklich mit sich machen? Das kann doch nicht ihr Ernst sein! Die kann doch nicht …? Ach herrje … !? Mädchen in Ketten, Peitschen schwingende, herrische Ledermänner in düsteren Kellern und grausam gequälte Frauen, die das auch noch erotisch finden und daraus sexuelle Befriedigung ziehen können? Und das soll dann womöglich noch etwas mit "Liebe" zu tun haben?

Kaum vorstellbar! Entweder stimmt das Ausgangsbild nicht, oder die „spinnen", die SMer! Ich fand es spannend, mal genauer nachzusehen.

Es hat ein paar Jahre gedauert, bis ich das Gefühl hatte, genügend Einblicke gewonnen zu haben, um nicht nur mir selbst meine Fragen befriedigend beantworten zu können. Es gibt gute Sachbücher zum Thema. Sehr sachliche Bücher, die beste Informationen über Techniken geben, aber naturgemäß keine Emotionen beinhalten können. Und es gibt viele Romane, die mit der manchmal schwer nachvollziehbaren, völligen Submission, der "Unterwerfung" von Frauen spielen. Häufig fragt man sich, ob die Protagonistinnen ihre Persönlichkeit an der Garderobe abgegeben haben, oder ob nicht eigentlich längst der Staatsanwalt vor der Kellertür stehen müsste.

Eine Verbindung zwischen sachlichen Informationen, Grenzziehung dorthin, wo aus sexuellen Handlungen im BDSM-Kontext definitiv kriminelle Handlungen werden und Liebesgeschichte in Romanform entstehen zu lassen, ist keine ganz leichte Aufgabe und ergibt letztlich einen etwas unüblichen Genremix.

Unter dem Motto "Garten der Lüste statt Darkroom der Früste" schrieb ich "Unter die Haut" mit dem Wunsch, die Leser zu einem kleinen Spaziergang durch den "verbotenen Garten" einzuladen.

In der entspannten, sorglosen Atmosphäre eines zauberhaften Landgutes am Meer lernt Juliette den unwiderstehlichen dominanten Georg kennen. Sie ist eine Frau, die mit beiden Beinen im Leben steht und sich nicht unreflektiert ein X für ein U vormachen lässt. Er ist ein erfolgreicher Mann mit Stärken und Schwächen. Juliette entscheidet sich bewusst für ein Abenteuer, das sie fasziniert und erlaubt ihm, ihre ganze Weiblichkeit unter der Alltagshülle hervorzuzaubern. Ob es bei einem spielerischen Ausflug in eine erotische Traumwelt bleiben soll, oder sich eine Beziehung zwischen den beiden anbahnt, die auch dem "wahren Leben" stand halten kann, wird sich zeigen.

Bevor sie eine Entscheidung trifft, wird die Harmonie der kleinen diskreten Gesellschaft durch eine sehr reale Bedrohung von außen gestört …

(Quelle: Amazon)

Kann hier gekauft werden:

Meine Meinung:

Der erste Satz

Der Mond zeichnet diese geradezu kitschig wirkende Straße über das Wasser.

Juliette trifft ihre Freundin Susanne nach längerem wieder und ist fasziniert von ihrem Auftreten und ihrer Art. Sie kennen sich schon länger, hatten aber den Kontakt verloren, doch dauert es nicht lange und sie sind wieder die besten Freundinnen. Und nun überredet Susanne Juliette dazu, dass sie zusammen mit ihr einen Urlaub der besonderen und sinnlichen Art zu machen, sie zu einem alten und ehrwürdigen Anwesen an der Ostsee zu begleiten. Es ist das Treffen von Menschen, die wie Susanne ein Faible für SM haben, und auch Juliette hat mit Susanne zusammen schon einmal ihre ersten Erfahrungen gemacht. Ihre Freundin verspricht ihr, das dieser Urlaub etwas ganz besonders wird, sie aber auch jeder Zeit wieder gehen kann, wenn ihr etwas nicht gefällt. Doch will Juliette überhaupt gehen? Denn seit sie dort Georg in ihr Leben getreten ist lernt sie völlig andere Seiten an sich selbst kennen. Und nicht nur ihr Interesse an den sexuellen Spielarten wird geweckt, auch ihre Liebe zu Georg wird entfacht. Ist er der "Ein"", mit dem sie ihr Leben verbringen will? Und wer hat es darauf abgesehen, die schönen Tage auf dem Landgut zu einem Alptraum werden zu lassen?

Juliette steht mitten im Leben, sie ist eine reife Frau, die eine bewegt Vergangenheit aufzuweisen hat und eigentlich genau weiß, was sie vom Leben möchte. Das ihr irgendetwas fehlt, das bemerkt sie bei ihrem Treffen mit Susanne, die schnell wieder zu ihrer besten Freundin wird. Im Gegensatz zu ihr wirkt Juliette zu Beginn nicht wie eine Femme fatal, sondern wie jemanden, den man in einer Bibliothek antrifft, einer kleinen grauen Maus. Doch Juliette macht während der Handlung eine Wandlung durch, die ihr wahres Wesen zum Vorschein bringt. Und dennoch wirkt die Protagonistin realistisch und man kann sich als Leser leicht in sie hineinversetzen. Auch wenn sie sich einem Mann unterordnet, so bleibt Juliette doch eine selbstbewusste und eigenständige Frau, die ihren eigenen Willen hat und sich wenn es nötig wird, durchsetzt und mal nein sagen kann. Durch diese Charakterzüge entspricht sie nicht dem Klischee der sich unterwerfenden, und alles akzeptierenden Frau, wie man sie in deren Romanen dieser Art durchaus antreffen kann.

Susanne ist Juliettes beste Freundin, sie haben sich für einige Zeit aus den Augen verloren und treffen sich per Zufall in einer Buchhandlung wieder. In Susannes Leben hat sich einiges verändert, sie ist eine bezaubernde, selbstbewusste Frau in den mittleren Jahren die durch ihr Aussehen und ihre Ausstrahlung nicht nur Juliette in ihren Bann zieht. Durch sie kommt Juliette mit der kleinen Gruppe in Kontakt die sich jedes Jahr an der Ostsee auf dem Landgut trifft. Sie hat Juliette schon bei ihren ersten Schritten oder Versuchen vor Jahren in der SM Szene begleitet, und nun möchte sie ihr eine neue Welt zeigen. Denn auch Susanne hat nicht immer nur gute Erfahrungen damit gemacht.

Die Nebencharaktere sind alle auch sehr gut ausgearbeitet, so hat z.B. Sara, eine sehr bewegte Vergangenheit, die nach und nach als Teil der Handlung aufgedeckt wird. Keiner der vielen Charaktere wirkt flach und lieblos, sie wirken wie reale Menschen, denen man jederzeit auf der Straße begegnen könnte. Georg ist der Mann, den man Juliette vorstellt und von dem Susanne glaubt, das er sehr gut zu ihr passt. Sein Charme und seien Art schaffen es sie sehr schnell zu bezaubern, aber ob nach der Zeit an der Ostsee auch ein gemeinsames Leben möglich ist, und wie sich Juliette entscheidet, ob George auch für immer erobert ist ein spannender Teil. Neben den normalen Nebencharakteren, die man in sein Herz schließt, gibt es auch einen Bösewicht in der Handlung, der seine eigenen Ziele verfolgt, und vor nichts zurückschreckt.

Das Cover sieht mit dem Vollmond im Hintergrund geheimnisvoll und mystisch aus. Von der in Leder gekleideten Frau sieht man nur die Rückansicht, dennoch kann man ihre selbstbewusste und auch sinnliche Haltung gut erkennen. Im Hintergrund scheint es als wenn Gischt nach oben spritzt und damit einen Bezug zur Ostsee herstellt. Der Titel ist in einer Schreibschrift geschrieben, die gut lesbar ist und auch das Gesamtbild nicht stört. Das Gesamtkonzept wirkt mysteriös, geheimnisvoll und sinnlich wodurch das Cover zu einem regelrechten Eyecatcher wird.

Izabelle Jadrin hat einen klaren, flüssigen, spannenden, detailreichen und angenehmen Schreibstil der einen regelrecht hineinzieht in die Handlung. Man ist schon nach wenigen Seiten gefangen in der Geschichte um Juliette, die sich von einer SM-Romanze zu einem regelrechten und äußerst spannende Kriminalfall wandelt. Geschickt in die Handlung mit eingewoben erhöht diese Wendung die Spannung und man fiebert regelrecht mit, all die Geheimnisse zu entdecken und auch den Übeltäter zu erwischen. Es fällt dadurch ein wenig schwer, den Roman einzuordnen, denn beide Handlungen verlaufen parallel und sorgen für prickelnde Momente. Ist es nun ein romantischer SMS-Roman mit Krimi und Thriller Elementen oder ein Thriller, dessen Kriminalfall gespickt ist mit Romantik und Erotik? Ich persönlich kann mich da nicht entscheiden und möchte es auch nicht, denn diese Mischung ist einfach mal etwas anders und erfrischendes, wodurch sich "Unter die Haut" von anderen Erotik-Romanen abhebt. Die Handlung wird in einem Erzählstil geschildert der alles aus der Vergangenheit schildert, und man Juliettes Erlebnissen und Erfahrungen folgt. Die Handlungsstränge sind klar gegliedert und es ist leicht ihnen zu folgen, so ist die Vergangenheit gut eingearbeitet und man springt als Leser nicht ständig zwischen den Zeiten. Man merkt auch, wie viel Recherchearbeit die Autorin in den Roman gesteckt hat, und das sie nicht einfach etwas frei erfunden hat. So ist der Roman auch gleichzeitig informativ und lässt die Welt des SM für Außenstehende nicht nur in einem interessanten Licht erscheinen, sondern sorgt auch durch die gut eingewobenen, sachlichen Informationen dafür, das man sie als Leser besser versteht. Aber das auch die Welt des SM ihre Schattenseiten hat und keine reine, heile, romantische Welt, das zeigt die Autorin sehr gut in der Handlung auf, ohne anklagend zu wirken.

"Unter die Haut" ist ein gelungener Genre-Mix aus romantischer Liebesgeschichte, erotischer SM Handlung und einem spannenden Kriminalfall der einem eine Gänsehaut beschert. Man merkt mit wie viel Liebe zum Detail er ausgearbeitet wurde und die Handlung wird mit Respekt und viel Gefühl geschildert. Es ist kein reiner SM oder Sex Roman, sondern sehr viel mehr. Die dramatischen Ereignisse und die kriminellen Ereignisse sind wunderbar in die Handlung verwoben und bauen zusätzliche Spannung auf. Wer vermutet, das "Unter die Haut" nur auf der Erfolgswelle von "Shades of Grey" und anderen Romane dieses Genres mit schwimmen möchte, der irrt sich, denn Izabelle Jardin hat etwas völlig neues, anders und eigenständiges kreiert. Erotik und Krimi, sowie Liebesgeschichte fesseln einen beim Lesen und ist für alle denen nur etwas davon gefällt einfach nur zu empfehlen. Von mir ist es eine klare Leseempfehlung für entspannte aber auch spannende Leseabende.

Der letzte Satz

„Bitte grüß Georg von mir", ruft er ihr noch hinterher, aber ihr Wagen ist schon fast zum Tor hinaus.

Vielen Dank an Izabelle Jardin für das Rezensionsexemplar im Rahmen der Blogtour

 

Meine Bewertung:

 

Samstag, 9. Mai 2015

*Rezension* Ein totes Leben

Schreibe den ersten Kommentar!

Buchtitel: Ein totes Leben
Autor(in): Dominik Seiberth
Verlag: Bookshouse
Genre: Thriller, Krimi
Sprache: Deutsch
ASIN: B00USBHIOM
ISBN: 978-9963527991
ISBN: 996352799X
Seitenzahl: 298 (Taschenbuch), 322 (eBook, abhängig von Gerät und eingestellter Schriftgröße)
Dateigröße: 2339 kb

 

Über den Autor:

Dominik Seiberth wurde 1989 in der Nähe von Heidelberg geboren. Nach seinem Abitur absolvierte er ein Freiwilliges Soziales Jahr in einem kleinen Dorf im Western Cape, Südafrika. 2010 begann er mit einem Studium der Psychologie. Aktuell studiert er M.Sc. Psychologie (Schwerpunkt Sozial- und Kognitionspsychologie) an der Universität Mannheim. Neben dem Studium schreibt er bevorzugt in den Genres Thriller, Young Adult und Phantastik.

Kurzbeschreibung/Klappentext:

Ein Unbekannter, der Kinder aus ihren Betten entführt.

Ein Kommissar, der den Halt im Leben verloren hat.

Ein Fall, in dem jede Entscheidung ein Leben kosten kann.

Das spurlose Verschwinden eines kleinen Jungen, dessen Schicksal nie aufgeklärt werden konnte, hat Hauptkommissar Jonathan Weitzäcker in tiefe Depressionen gestürzt. Nach zwölf Monaten wieder für diensttauglich erklärt, kehrt er in seinen Beruf zurück. Kurz darauf verschwindet ein weiterer Junge unter nahezu identischen Umständen. Jonathan Weitzäcker nimmt den Kampf gegen die Zeit und seine Krankheit auf – und gegen einen Täter, der mehr als nur ein Leben zerstört ...

(Quelle: Bookshouse und Amazon)

Kann hier gekauft werden:

Meine Meinung:

Der erste Satz

Jonathan hatte wie immer das Gefühl, auf der falschen Seite des Tisches zu sitzen.

Benjamin Schneider, 6 Jahre alt, könnte eigentlich ein glückliches Leben und eine glückliche Kindheit haben mit seinen Eltern, doch eines Nachts wird er aus seinem Bett entführt. Dieser Fall erinnert Hauptkommissar Jonathan Weitzäcker an einen anderen Fall, an den Fall der ihn in schwere Depressionen gestürzt und beinahe seine gesamte Karriere beendet hatte. Mittlerweile ist er wieder für diensttauglich erklärt worden und hatte sich auf leichte, einfach Fälle gefreut. Doch dann geschieht genau das Unglaubliche wieder und er ermittelt in dem Fall, und kämpft gleichzeitig gegen seine Krankheit und die Vergangenheit an. Die Suche nach dem Unbekannten, der Ben entführt hat und die Parallelen zu dem alten Fall, sind sie nur Zufall? Und welche Abgründe wird Hauptkommissar Weitzäcker während den Ermittlungen noch aufdecken?

Jonathan Weitzäcker, 49 Jahre alt und Hauptkommissar, wurde eben erst wieder für diensttauglich bescheinigt, doch er hat noch mit seiner Krankheit zu kämpfen. Vor drei Jahren hat der Fall eines verschwundenen Jungen ihn so sehr emotional mitgenommen, dass er unter Depressionen leidet. Seine Frau hat ihn verlassen, da er den Fall einfach nicht ruhen lassen konnte. Nun versucht er einen Neubeginn nach 12-monatiger Dienstpause und Therapie. Das Verschwinden von Ben droht ihn wieder in alte Verhaltensmuster und Erinnerungen zu stürzen, doch er versucht mit dieser Situation umzugehen, und seine Souveränität zu behalten. Auch wenn er versucht Abstand zu halten, den Fall sachlich zu betrachten, so behält der Protagonist seine menschliche Seite, in dem er mit den Betroffenen mit fühlt, ihnen zur Seite steht und sich anstrengt, dabei nicht wieder selbst in ein emotionales Loch zu fallen und sich selbst zu verlieren. Diesen Kampf spürt man, und man leidet als Leser mit dem Kommissar mit, aber auch mit den Eltern des verschwundenen Jungen. Jonathan Weitzäcker ist kein Protagonist, der perfekt ist, sondern auch Fehler hat, und er fällt vielleicht auch etwas in das Klischee der problembelasteten und schicksalsgebeutelten Ermittler, dennoch ist er auf seine Art einzigartig anders und einem sympathisch. Denn durch seine Krankheit, den Depressionen und dem Willen dagegen anzukämpfen, hebt er sich dann doch wieder davon ab.

Die Charaktere sind alle realistisch und mit Tiefe ausgearbeitet. Keiner von ihnen ist perfekt, sie haben alle ihre Schwächen und Stärken, ihre Macken und Kanten. Eine klare Unterteilung in schwarz und weiß, bzw. gut und böse ist auch nicht möglich, da sie alle ihre Abgründe und Probleme haben. Dadurch wirken sie lebensnah und geradezu menschlich. Der Fall und das Verschwinden eines kleinen Jungen geht an keinem ohne Spuren vorbei, auch nicht an den Ermittlern.

Man sieht ein leeres Bett mit einem Kuscheltier auf dem Cover, wodurch es damit sehr gut zum Fall, um den es sich dreht, passt. Durch das schwarze Kopfteil und die graue Wand hinter dem Bett wird das weiß bezogene leere Bett hervorgehoben. Der Titel ist in zwei verschiedenen Farben und Schriftarten gehalten, wodurch er Aufmerksamkeit erregt und das Wort "totes" betont wird. Man fragt sich beim Betrachten, was ein totes Leben sein kann, ist es nicht schon ein Widerspruch in sich? Dadurch wird man neugierig und möchte mehr über das Buch und den Inhalt wissen, ja sogar es lesen. Schlicht, einfach und doch prägnant und subtil finde ich somit das gewählte Covermotiv und wirklich sehr passend zur Handlung des Thrillers.

Dominik Seiberth hat einen flüssigen, spannenden und dennoch leichten Schreibstil durch den man vom ersten Satz an direkt mitten drin im Geschehen ist. Durch die detailreichen und bildhaften Beschreibungen fühlt man sich während dem Lesen, als wenn man live dabei wäre, direkt mitten im Geschehen. Immer wieder lockt der Autor einen in der Handlung auf die falsche Fährte, man denkt das man eine Vermutung hat, den Täter kennt, und dann erweist diese sich doch als völlig falsch und man tappt dann doch wieder völlig im Dunkeln. Die Überraschung wer der eigentliche Täter ist und wie alles zusammenhängt ist Dominik Seiberth großartig gelungen. Die kalte, düstere und bedrückende Stimmung, die durch die gewählte kalte Jahreszeit des Winters entsteht, passt auch einfach wie die Faust auf das Auge zur Handlung. Immer an genau den richtigen Stellen wird der Spannungsbogen wieder angehoben, überraschende Wendungen eingebaut und es fällt dadurch schwer das Buch aus der Hand zu legen. Man sagt sich, nur noch ein Kapitel, nur noch ein paar Seiten, und dann hat man doch schnell das gesamte Buch gelesen und mit Kommissar Weitzäcker zusammen alle Spuren und Hinweise verfolgt. Am Ende laufen dann alle Fäden zusammen und enden in einem dramatischen Finale.

"Ein totes Leben" ist ein spannender und fesselnder Thriller, der mehr an einen Kriminalroman erinnert mit seiner Ermittlungsarbeit. Und dennoch hat er die Spannung und Gänsehaut Atmosphäre die zu einem Thriller gehören, im Grunde also ist es eine Mischung aus Thriller mit Krimielementen und Dramatik. Der fesselnde Schreibstil, die schockierende Handlung und spannenden Wendungen lassen einen beim Lesen mitfiebern, ungeduldig warten, welche Ergebnisse die Spurensicherung findet und die realistischen, gut ausgearbeiteten Charaktere führen einen in die menschlichen Abgründe. Für alle die gerne spannende Leseabende haben möchten und mit Ermittlern mitfiebern die dem Täter auf der Spur sind ist "Ein totes Leben" eine klare Leseempfehlung.

Der letzte Satz

Und sie weinte.

Vielen Dank an den Bookshouse Verlag

 

Meine Bewertung:

 

 

Dienstag, 17. März 2015

*Rezension* Todesschwestern

1 Kommentare bisher

Buchtitel: Todesschwestern
Autor(in): Arwyn Yale
Verlag: Amazon Puplishing
Genre: Thriller
Sprache: Deutsch
ASIN: B00P6VXLXQ
ISBN: 978-1477829134
ISBN: 147782913X
Seitenzahl: 176 (Taschenbuch), 177 (eBook, abhängig von Gerät und eingestellter Schriftgröße)
Dateigröße: 871 kb

 

Über den Autor:

Arwyn Yale hat bereits in der Grundschule kleinere Geschichten verfasst. Sie ist absoluter Großbritannienfan und hat ein ganz besonderes Verhältnis zu dem Seebad Brighton, wo die Reihe um den Privatdetektiv Nathan O'Brian spielt. Wenn sie nicht schreibt, wirbelt sie in ihrer Küche zu Ella Fitzgeralds Songs herum und probiert neue Rezepte aus, fotografiert oder stöbert in Buchhandlungen und Antiquariaten.

Besuchen Sie die Arwyn Yale auf ihrer Facebookseite http://www.facebook.com/arwynYale?

Kurzbeschreibung/Klappentext:

Die Presse nannte sie »Die Todesschwestern«. Noelle und Joss waren sechzehn und siebzehn, als sie beschlossen, sich gemeinsam das Leben zu nehmen. Nur Joss überlebte. Ein Jahr später ist sie spurlos verschwunden. Privatdetektiv Nathan O’Brian soll das labile Mädchen finden. Zunächst scheint es sich um die gewöhnliche Suche nach einem fortgelaufenen Teenager zu handeln. Doch schon bald wird klar, dass nichts an dem Auftrag gewöhnlich ist, denn Joss verfolgt ein mörderisches Ziel.

»Todesschwestern« wurde im Juni 2014 erstveröffentlicht. Die lieferbare Ausgabe wurde neu lektoriert und gestaltet.

(Quelle: Amazom)

Kann hier gekauft werden:

Meine Meinung:

Der erste Satz

Ich hatte mein Spiegelbild umklammert, als sie kamen, den silbernen Handspiegel fest an mich gedrückt und mir gewünscht, sie wäre hier und würde mich in den Arm nehmen.

Der ehemalige Polizist Nathan O'Brian übernimmt den Fall von Joss verschwinden. Ihre Tante taucht eines Tages bei ihm in Büro auf, nachdem ihre Nichte verschwunden ist und sie sich Sorgen um sie macht. Was sich zuerst wie ein einfacher Auftrag und die Suche nach einer Ausreißerin anhört entwickelt sich nach und nach zu einem Fall, der mit dem alten Fall von Nathan O'Brian zu tun hat. Ein Vierjähriges Mädchen wurde grausam ermordet und er ermittelte in diesem Mordfall. Doch dieser Fall ist auch der Grund wieso er den Polizeidienst quittierte. Nun scheint er etwas mit Joss und ihrem Verschwinden zu tun zu haben. Doch wie sind diese beiden Fälle miteinander verstrickt? Was steckt hinter Joss Verschwinden? Wieso habt sich ihre Schwester Noelle umgebracht und sie selbst es auch mehrmals versucht? Nathan möchte diese Fragen klären, und den Fall lösen, auch wenn er dabei mit seiner Ex-Kollegin und Ex-Freundin Alessia in die Quere kommen könnte.

Nathan O'Brian ist kein typischer Privatdetektiv, wie man ihn aus anderen klischeehaften Krimis und Thrillern kennt, er ist nicht mehrmals geschieden, raucht nicht, trinkt nicht und kümmert sich zudem um seine Familie. Als Ex-Polizist wird er mit seiner Vergangenheit konfrontiert und dem fatalen Fehler den er begangen hat im Fall des vierjährigen, ermordeten Mädchens. Während er nach Joss sucht, findet er immer mehr Fäden die zusammenlaufen und möchte herausfinden, wie Joss darin verwickelt ist. Aber ihr auch dabei helfen aus dem Schlamassel wieder heraus zu kommen. Selbst wenn es weit über seinen eigentlichen Auftrag hinaus geht, Joss zu finden, so möchte er ihr helfen. Seine sympathische, hilfsbereite aber auch kämpferische Art macht ihn sehr schnell zu einem Protagonisten mit dem man während des Lesens mitfiebert.

Joss hatte vor einem Jahr mit ihrer Schwester Noelle einen Selbstmordpakt beschlossen, doch sie überlebte diesen Versuch. Und nun lebt sie mit dem Gedanken, ihre Schwester im Stich gelassen zu haben. Sie verheimlicht etwas, das ihre Schwester und sie zu der damaligen Tat getrieben hat. Selbst in der Klinik, in der sie behandelt wurde hat sie niemandem davon erzählt und das Geheimnis für sich behalten. Man merkt als Leser das es das Mädchen nicht einfach hatte, und sie stark verletzt wurde. Doch den genauen Grund für ihr Verhalten entdeckt man erst nach und nach gemeinsam mit dem Privatdetektiv. Man beginnt als Leser mit ihr mitzuleiden und möchte sie irgendwie trösten und ihr helfen. Sie ist volljährig und wohnte bei ihrer Tante. Wo sie jedoch abgehauen ist. Diese macht sich Sorgen um ihre Nichte, und da die Polizei ihr nicht weiter helfen kann beauftragt sie Nathan Joss zu finden.

Die Charaktere sind alle keine klischeehaften Krimi- oder Thriller-Charaktere, sondern gut ausgearbeitet und man kann sie sich sehr gut im realen Leben und bildlich vorstellen. Jeder hat seine eigenen Dämonen aus der Vergangenheit und Probleme mit denen sie zu kämpfen haben. Man lernt sie sehr gut kennen, und möchte einfach wissen, wie sie miteinander verbunden sind und die beiden Fälle miteinander verwickelt sind. Zudem man sie wirklich schnell ins Herz schließt, dadurch das sie so gar nicht den gängigen Klischees dieses Genres entsprechen.

Das Cover vermittelt mit seinen grauen Farbtönen eine düstere und mysteriöse Stimmung. Ein kaputter Steg, ein alter und fast zerfallener Pavillon und das Meer sind darauf zu erkennen. Dieses Bild hat einen Bezug zur Handlung, sowohl für den Protagonisten Nathan, als auch für Joss. Durch diesen Bezug passt das Cover sehr gut zum Thriller und man überlegt beim betrachten, was an diesem Ort mit den düsteren, grauen Wolken wohl geschehen sein mag. Der Titel ist durch die rote Farbgebung ein Eyecatcher, der denn Blick des Betrachters auf sich zieht. Man erkennt durch den Zusatz "Ein Fall für Nathan O'Brian" darunter sehr gut, das dieses Buch ein Teil einer Reihe ist.

Arwyn Yale hat einen spannenden und fesselnden, aber auch lockeren und leichten Schreibstil. Man taucht sehr schnell in die Handlung ein und ist von ihr gefesselt. Gleich zu Anfang fängt es brutal und spannend an und man ist sofort mitten drin im Geschehen. So erhält man als Leser schon ein wenig Hintergrundwissen, zu den Geschehnissen von einem Jahr vor der Handlung. An genau den richtigen Stellen schafft es die Autorin den Spannungsbogen anzuheben und einen zum weiter lesen zu bringen. Man kann das Buch nur sehr schwer aus der Hand legen, da man unbedingt wissen will, wie es weiter geht. Besonders da mehrere Handlungsstränge parallel ablaufen und man so auch unter anderem Einblick in das Privatleben des Privatdetektivs erhält. Auch wenn die Geschehnisse in der Handlung erschreckend, brutal und grausam sind, so kann man sich sehr gut einen realen Hintergrund vorstellen und das so etwas wirklich passieren kann. Überall könnte so etwas geschehen und als Schlagzeile in der Zeitung zu lesen sein. Diese realistische Darstellung und die Liebe zum Detail machen den Thriller zu einem Erlebnis mit Gänsehaut. Die Orte der Handlung kann man sich durch die detailreichen Beschreibungen sehr gut vorstellen und es entsteht während des Lesens ein regelrechtes Kopfkino von der Handlung. Daran merkt man auch die Liebe und Verbundenheit von Arwyn Yale zu den englischen Orten und Landschaften der Handlung. Alle Handlungsstränge werden am Ende miteinander verknüpft und die offenen Fragen beantwortet.

Mit "nur" 176 Seiten mag der Thriller "Todesschwestern" einem am Anfang etwas kurz erscheinen, doch gerade in dieser kürze liegt soviel Spannung, das man wirklich schnell von der Handlung gefesselt einen ganzen Abend lang gemütlich auf der Couch verbringt und mit Nathan und Joss mitfiebert. Als Leser rätselt man wer hinter allem steckt, und ich kann nur sagen, ich bin selber wirklich nicht darauf gekommen, wer der wahre Täter ist. Gekonnt wird man dabei immer wieder auf die falsche Fährte gelockt. Es ist bewundernswert, das die Autorin auf den 176 Seiten eine so spannende, schlüssige und detailreiche Handlung entwickelt hat. Auf keiner Seite wirkt es, als wenn zu viele Informationen zusammen gequetscht wurden. Man erfährt als Leser das wichtigste und einige zusätzliche Informationen, so das man entspannt alles verfolgen kann. Ein wirklich gelungener Thriller der spannend, aufregend, fesselnd und voller überraschender Wendungen ist. Nicht nur etwas für Thriller- und Krimi-Fans, sondern für jeden, der einen spannenden Leseabend verbringen möchte.

Der letzte Satz

»Hey! Na warte, meine Kinder werden mich rächen!« Sie lachte. »Ivy, David, Wasser marsch!«

 

Meine Bewertung:

 

Dienstag, 3. März 2015

*Rezension* True Crime

Schreibe den ersten Kommentar!

Buchtitel: True Crime
Autor(in): Sam Millar
Verlag: Atrium Verlag
Genre: Gegenwartsliteratur, Thriller
Sprache: Deutsch
ASIN: B00PJ0SQJI
ISBN: 978-3855355136
ISBN: 3855355134
Seitenzahl: 416 (Gebundene Ausgabe), 416 (eBook, abhängig von Gerät und eingestellter Schriftgröße)
Dateigröße: 929 kb

 

Über den Autor:

Sam Millar wird 1955 in Belfast als Sohn irischer Eltern geboren. Als er acht Jahre alt ist, verschwindet seine psychisch kranke Mutter spurlos. Mit 15 geht er von der Schule ab und arbeitet in einem Schlachthaus. Am Sonntag, den 30. Januar 1972, nimmt sein Bruder ihn mit nach Derry zu einer Demonstration für Bürgerrechte. Im katholischen Stadtteil Bogside eskaliert die Situation, und britische Soldaten schießen auf die Demonstranten. Viele Iren werden verletzt, 13 sterben. Sam und sein Bruder erleben die Geschehnisse hautnah. Das Datum geht als Bloody Sunday in die Geschichte Nordirlands ein.

IRA Volunteer

Sam Millar tritt daraufhin in die IRA ein und ist unter anderem an der Planung eines Bombenattentats in der Belfaster Innenstadt beteiligt. Das Attentat wird von der Polizei verhindert, Sam Millar und sechs weitere Beteiligte können sich aber der Verhaftung durch eine handfeste Prügelei mit den Beamten entziehen. 1973 wird Sam Millar zum ersten Mal festgenommen und muss eine Haftstrafe von drei Jahren absitzen.

Blanket-Man

Bereits 1976 wird Sam Millar wieder verurteilt und in das berüchtigte Gefängnis Long Kesh überstellt. Dort schließt sich Sam Millar dem Blanket-Protest an. Die Blanket-Men weigern sich, die reguläre und von den Briten gestellte Gefängniskleidung zu tragen, da sie sich als politische Gefangene und nicht als gewöhnliche Kriminelle sehen. Da ihnen keine Ersatzkleidung gestellt wird, müssen sie sich in ihre Bettlaken wickeln. Sam Millar hat in dieser Zeit keinerlei Kontakt zu seiner Familie, ist rund um die Uhr in seiner Zelle eingesperrt und wird von den Aufsehern systematisch misshandelt. Jegliche "Vergünstigungen" wie Zigaretten, Zeitschriften und Bücher werden den Blanket-Man verweigert; sie dürfen auch nicht arbeiten. 1983 befiehlt ihm die Leitung der IRA, den Protest zu beenden. Sam Millar soll 38 Mitgefangenen bei der Flucht zu helfen. Es wird der größte Gefängnisausbruch in der irischen Geschichte. Wenige Monate danach wird Sam Millar aus der Haft entlassen.

Auswanderer

1984 wandert Sam Millar in die USA aus. Als Ex-Häftling muss er illegal über Kanada einreisen. Sein Freund Tom O'Connor, der bereits in den USA lebt und bei The Brink's arbeitet, schmuggelt ihn über die Grenze. Ein weiterer Freund, der irische Priester Pat Moloney, verschafft Sam Millar eine falsche Identität. Unter dem Namen Andre Singleton lebt Sam Millar zehn Jahre in der Nähe von New York City. Seine Familie reist auf legalem Weg mit einem Touristenvisum ein. Seinen Lebensunterhalt bestreitet Sam Millar zunächst als Straßenverkäufer, dann als Kartengeber in illegalen Casinos und als Portier in der Park Avenue. Später erfüllt er sich den Traum von einem eigenen Comicladen, den er nach seinen Kindern Kelly, Ashley und Corey KAC Comics nennt.

Gangster

Als Tom O'Connor eines Tages Sam Millar das Brink's Depot in Rochster, seinen Arbeitsplatz, zeigt, bemerkt Sam Millar, wie lückenhaft die Sicherheitsmaßnahmen sind. Fortan reift in ihm der Plan, das Depot auszurauben.

Am 5. Januar 1993 schreiten Sam Millar und sein Komplize zur Tat. Als der letzte Geldtransporter das Depot verlässt, stürmen sie mit Gewehr-Attrappen das Gebäude und überwältigen die Sicherheitsleute. Dann fahren sie einen Transporter in das Depot und laden säckeweise das Geld ein, das gerade in die Tresore gebracht werden sollte, bis der Wagen völlig überladen ist und sich nicht mehr vom Fleck bewegen lässt. Notgedrungen laden sie ein Drittel des Geldes wieder aus und treten die Flucht an. Einen Teil der Beute verstecken sie hinter einer falschen Wand in einer Garage, den anderen Teil nimmt Sam Millar samt dem Transporter mit.

Nicht ahnend, dass ihm das FBI aufgrund der Reifenabdrücke, die er am Tatort hinterlassen hat, bereits auf der Spur ist und ihn überwacht, sucht Sam Millar ein sicheres Versteck für die Beute. Er nimmt Kontakt zu Pat Moloney auf, dem Priester, der ihm vor Jahren die gefälschten Papiere beschafft hat. Zusammen bringen sie das Geld in eine leerstehende Wohnung, die vom FBI videoüberwacht wird. Als es den Agenten gelingt, Scheine aus der Wohnung anhand der Seriennummer mit dem Überfall auf das Brink's Depot in Verbindung zu bringen, werden Sam Millar und Pat Moloney am 12. November 1993 verhaftet. Da Sam Millar aber nur der Besitz von gestohlenem Geld, nicht aber der Raub selbst zweifelsfrei nachgewiesen werden kann, wird er lediglich zu fünf Jahren Haft verurteilt. 16 Monate nach dem Urteil erfährt Sam Millar aus der Irish News, dass er aufgrund eines Abkommens zwischen den USA und Nordirland nach Belfast überstellt und dort den Rest seiner Strafe absitzen wird. 1997 wird er aus dem Gefängnis entlassen. Sein Komplize bei dem Überfall wird nie gefasst, und ein Teil der Beute ist bis heute verschwunden.

Schriftsteller

Sam Millar zieht daraus die Lehre, dass sich Verbrechen nur in fiktiver Form bezahlt macht und beginnt zu schreiben. Seine Autobiografie On the Brinks wird ein Bestseller, an dem sich Warner Brothers die Filmrechte sicherte. Als die Bush-Regierung Sam Millar später Verherrlichung von Terrorismus vorwirft, zieht sich Warner Brothers aus dem Projekt wieder zurück.

Heute lebt Sam Millar in Belfast, steht morgens um fünf auf, schreibt, so lange er kann und will, um dann durch die Straßen von Belfast zu streifen und den Leuten zuzuhören, damit seine Krimis so realistisch wie möglich werden Er selbst bezeichnet sie als eine Mischung aus Gothic Horror und Krimi.

Mit Karl Kane hat Sam Millar ein Alter Ego geschaffen, das sich mit etlichen Traumata herumschlagen muss, die auch Sam Millar nur allzu bekannt sind: angefangen bei dem Verlust der Mutter im Alter von acht Jahren bis hin zu körperlicher Gewalt und Polizeiwillkür.

Kurzbeschreibung/Klappentext:

Sam Millar hat einen außergewöhnlichen, preisgekrönten Thriller geschrieben, in dem nichts erfunden ist. Schonungslos offen erzählt Millar von einer Jugend auf den Straßen von Belfast, die früh ins Gefängnis führt; vom jahrelangen Kampf um die eigene Würde - und von einem Verbrechen, mit dem er Geschichte schrieb.

Diese Geschichte beginnt im Norden Belfasts: Dort wird 1955 Sam Millar geboren, der Vater Protestant, die Mutter Katholikin. Der Riss, der ganz Irland teilt, geht mitten durch Sams Familie. Sam geht früh von der Schule ab und arbeitet in einem Schlachthof. Als Teenager schließt er sich der IRA an, bis er eines Nachts von der Polizei aus seinem Bett gerissen wird. Es folgen Jahre im härtesten Knast Europas.

Nach seiner Entlassung geht Sam Millar nach New York, wo er einen Comicladen eröffnet, sich in Spielkasinos herumtreibt und schließlich einen verwegenen Plan ersinnt: den Überfall auf das Gelddepot der Firma Brink's, mit dem Sam Millar Kriminalgeschichte schreibt - und der hier erstmals aus der Sicht des Täters erzählt wird.

(Quelle: Amazon)

Kann hier gekauft werden:

Meine Meinung:

Der erste Satz

True Crime ist eine Geschichte über alte Götter.

1955 in Belfast geboren und durch eine von Gewalt und Kämpfen zwischen Protestanten und Katholiken geprägten Kindheit, das ist Sam Millar. Als Teenager schließt er sich der IRA an und arbeitet in einem Schlachthof. Eines Nachts wird er von der Polizei aus seinem Bett gerissen und landet im härtesten Knast Europas. Jahre verbringt er dort, ausgesetzt der Willkür und Schikane der Wärter.

Nach seiner Entlassung wandert er aus, nach Amerika, genauer gesagt nach New York. Dort möchte er ein neues Leben beginnen und arbeitet in Spielkasinos, eröffnet dann aber einen eigenen Comicladen. Nach und nach entwickelt sich ein verwegener Plan, wodurch Sam Millar Kriminalgeschichte schreibt, mit dem größten Millionenraub der Geschichte.

In zwei Teilen erzählt Sam Millar in „True Crime" seine Autobiographie, die in Belfast beginnt und einen Großteil seiner langjährigen Haftstrafe im ersten Teil schildert. Er erzählt von seinem Leben von Kindesbeinen an, über seine Jugend und seiner Arbeit im Schlachthof. Doch am haarsträubendsten sind die Jahre in Long Kesh und die unwürdigen Bedingungen der Haft. Sehr detailliert beschreibt der Autor was er und die anderen Häftlinge dort alles erdulden mussten, und als Leser fehlen einem dabei einfach nur die Worte. Man schüttelt mit dem Kopf und wundert sich, wie ein Mensch so etwas ertragen kann, aber auch wie andere Menschen einem so etwas an tun können, denn ja es ist Folter, die dort beschrieben wird. Seelische und körperliche Folter.

Der zweite Teil handelt von seiner Zeit in New York, die etwas ruhiger und angenehmer ist als die in Long Kesh. Der Zeit in den Spielcasinos, die nicht gerade legal sind, und auch wie er versucht sich ein neues Leben mit seinem Comicladen aufzubauen und einer Familie. Doch die Vergangenheit ruft, und auch das Geld lockt. So gerät Sam Millar auch in Amerika auf die schiefe Bahn und in die Welt des Verbrechens. Der spektakuläre Überfall auf das Gelddepot der Firma Brinks ist es, mit dem der Autor in die Kriminalgeschichte eingeht. Die darauffolgende Gerichtsverhandlung und auch die Auswahl der Geschworenen fand ich spannend und konnte kaum glauben, dass es so wirklich vor sich gehen kann. Man erfährt zwar während des Lesens nicht viel über seine Familie, außer dass er eine Frau und zwei Söhne hat, aber dennoch bekommt man mit, was für eine starke Frau er hat, die sich nicht einschüchtern lässt.

Das Cover macht neugierig, mit seinem simplen, aber auch mysteriösen Touch. Man kann den darauf abgebildeten Mann nur als rotangeleuchteten Schemen erkennen zudem er dem Betrachter auch noch den Rücken zuwendet. Es ist in Schwarz- und Grautönen gehalten, wodurch der mit Rot hervorgehobene Titel ein Eyecatcher ist. Es erinnert in seinem Aussehen an ein Comic Cover, wie z.B. von Sin City. Geheimnisvoll und irgendwie auch ein wenig melancholisch ist die Stimmung, die es vermittelt. Es macht einfach nur neugierig auf den Inhalt und die wahren Verbrechen. Somit passt es wunderbar zu diesem autobiographischen Thriller.

Sam Millar hat einen flüssigen und sehr detailreichen Schreibstil mit dem es ihm gelingt den Leser gleich in seinen Bann zu ziehen. Stellenweise wirkt zwar die Wortwahl irgendwie vulgär, ist aber dennoch passend zu den Umständen in denen er sich befindet. Mit einer zynischen Art schildert er seine Erlebnisse und beschreibt sehr detailreich die Geschehnisse und Umgebungen, was nichts für zartbesaitete Leser ist. An manchen Stellen der Erzählungen kommt es einem etwas langatmig vor, aber es dauert nicht lange und die Spannung ist wieder da, so dass man einfach wissen möchte, wie es weiter geht, was dem Autor noch alles passiert. Die einzelnen Kapitel beginnen jeweils mit kleinen Zitaten, die sehr gut zu dem jeweiligen Kapitel passen. Man kann auch über diese kleinen Zitate immer ein wenig nachdenken und grübeln, genauso wie über die meisten der Kapitel.

Sein Leben ist spannend und ein Auf und Ab der Erlebnisse und Gefühle, dies ist der Thriller. Somit ist es eine Autobiographie die spannend und fesselnd wie ein Thriller ist. Dieser Zusatz im Titel mag den ein oder anderen dazu bringen etwas ganz anders zu erwarten, denn dieses Buch ist kein Thriller im herkömmlichen Sinne, sondern eine spannende und fesselnde Autobiographie die einen fesselt wie es ein Krimi oder Thriller kann. Es ist interessant und erfrischend, eine Biographie zu lesen in der nicht nur die guten Seiten eines Menschen hervorgehoben und gelobt werden, sondern auch die schlechten offen dargelegt und gezeigt werden. Dies beweist wirklich auch sehr viel Mut und Ehrlichkeit, was bewundernswert ist. Bis her habe ich noch kein anders Buch des Autors gelesen, aber bin ich nun nach der Lektüre dieses Buches weitere Werke zu lesen. „True Crime" ist erschreckend und realistisch, wodurch es einem nach dem Lesen auch nachdenklich zurücklässt. Wer Krimi- und Thrilleranteile in einer Autobiographie liebt wird seine wahre Freunde mit dieser spannenden Lektüre haben. So etwas kann nur das Leben schreiben.

Der letzte Satz

Ich hätte es nicht besser oder bitterer formulieren können.

Vielen Dank an den Atrium Verlag für das Rezensionsexemplar.

 

Meine Bewertung:

 

 

 

Montag, 16. Februar 2015

*Rezension* Blutroter Herbst

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Buchtitel: Blutroter Herbst
Autor(in): Kai Raglewski
Verlag: Kai Raglewski
Genre: Krimi, Thriller, Drama
Sprache: Deutsch
ASIN: B00JS3WB34
Seitenzahl: 319 (abhängig von Gerät und eingestellter Schriftgröße)
Dateigröße: 468 kb

 

Über den Autor:

Kai Raglewski (*1969) lebt mit seiner Frau Jenny und den Katern Ernie und Kermit in einer ehemaligen Mühle am ländlichen Nordostrand des Ruhrgebietes.

Neben dem Schreiben verdingt er sich als Musiker und Tontechniker.

Im April 2014 ist sein zweiter Roman, >Blutroter Herbst

Eine Neufassung seines Erstlings >Ein Rabenschwarzer Sommer

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Kurzbeschreibung/Klappentext:

Ist das Leben nicht schön? Studentin Janine Teichert ist geneigt, dies Bekenntnis aus vollem Herzen zu unterschreiben, als ihr ein schwerer Schicksalsschlag den Boden unter den Füßen wegreißt. Während sie mühsam in den Alltag zurückfindet, geschehen seltsame Dinge: Ein unheimlicher Asiat stellt ihr nach und eine osteuropäische Handelsgesellschaft fordert eine Million Euro von ihr. Sie begreift nicht die Hälfte von alledem, da verhängt ihr unsichtbarer Feind das Todesurteil über sie!

(Quelle: Amazon)

Kann hier gekauft werden:

Meine Meinung:

Der erste Satz

»Dir ist doch klar, dass dein Leben damit vorbei ist«, meinte Karla und polierte ungerührt den losen Endtopf einer Harley Davidson weiter.

Eigentlich könnte das Leben nicht schöner sein, Janine hat einen sie liebenden Mann, und ist guter Hoffnung. Doch ist es nicht im Leben so, das nicht immer alles so läuft, wie man es möchte? Genau an dem Abend wo Janine auf ihren Mann wartet, um ihm die freudige Nachricht zu überbringen, als ihr die unschöne Neuigkeit von seinem Tod überbracht wird. Die beiden Polizisten, die an seiner statt vor ihrer Tür stehen, überbringen ihr die Nachricht, das ihr geliebter Mann bei einem Verkehrsunfall tödlich verunglückt ist. Dieser Schicksalsschlag ist für Janine so schlimm, das sie einen Zusammenbruch erleidet. Nach einem Klinikaufenthalt versucht sie ihr Leben wieder auf die Reihe zu bringen, wobei ihre Freundin Karla sie auch zu unterstützen versucht. Doch das hinter dem Unfall ihres Mannes mehr steckt begreift Janina nach und nach, denn es geschehen merkwürdige Dinge. So wird sie verfolgt, es treibt sich jemand im Hausflur herum. Und ein Asiat überbringt ihr eine Forderung, die sie ahnen lässt, das dunkle Machenschaften hinter allem stecken. Ihr und Karlas Leben geraten immer mehr in Gefahr, und die beiden Freundinnen geraten in einen gefährlichen Strudel von Ereignissen.

Janine ist eine sympathische junge Frau, die trotz der Schicksalsschläge, die sie erlebt hat und ihrer Vergangenheit nicht aufgibt und den Kopf in den Sand steckt. Stattdessen versucht sie den Mut zu finden um die Ereignisse mit heiler Haut zu überstehen. Besonders da sie ja schwanger ist, ist es wirklich mutig, was sie auf sich nimmt, um am Leben zu bleiben und zu gewinnen. Eigentlich könnte ihr Leben ja nicht besser verlaufen, auf der Uni lernt sie ihren zukünftigen Mann kennen, heiratet ihn und erwartet ein Kind von ihm, Ihre beste Freundin Karla ist für sie da, wenn sie diese braucht. Und die dunkle, unschöne Vergangenheit hat sie hinter sich gelassen. Doch genau in diesem glücklichen Moment bringt sie der schwere Schicksalsschlag wider aus der Bahn. Wer würde das nicht verstehen, wenn man seinen geliebten Partner durch einen Unfall verliert?

Karla ist nicht nur Janines Busenfreundin, sondern auch ein interessanter Charakter, denn sie ist keine typische Frau. Sie arbeitet in einer Werkstatt für Motorräder und nimmt kein Blatt vor den Mund. Vor allem aber steht sie zu ihrer Freundin und erklärt sie nicht für verrückt, sondern steht ihr bei, damit die Wahrheit ans Licht kommt.

Die Charaktere, sowohl Protagonisten als auch Nebencharaktere sind interessant und realistisch ausgearbeitet. Man hat sehr schnell eine genaue Vorstellung der jeweiligen Person in seinem Kopf. Durch die sprachlich angepassten Akzente wie Russisch und Berlinerisch wirken sie realistisch, zaubern aber auch ein Schmunzeln ins Gesicht oder eine Gänsehaut auf die Arme während des Lesens. Neben den "Guten" Charakteren gibt es natürlich auch die "Bösewichter" in der Handlung. Jeder hat seine Eigenheiten und anderen Beweggründe und manche wirken sogar irgendwie gruselig. Man möchte ihnen wirklich nicht nachts alleine auf der Straße begegnen.

Das Cover ist simpel und dennoch wirkt es irgendwie als wenn es zu einem Horror-Roman gehören würde. Dieser Effekt entsteht durch das im schattenliegende Frauengesicht mit den schwarzen, irislosen Augen. Das Gesicht wirkt unwirklich und wie aus einer anderen Welt, was durch die Schatten der Zweige auf ihm noch verstärkt wird. Der Hintergrund des Covers ist einfach schwarz, wodurch der in Rot gehaltene Titel hervorsticht. Dieses Rot ist die einzige Farbe auf dem dunklen Cover, das in Schwarz-, Weiß- und Grautönen gehalten ist.

Der Schreibstil des Autors ist leicht und flüssig. Man kann als Leser ohne jede Schwierigkeit in die Handlung eintauchen und Janinas und Karlas Abenteuer verfolgen. Die Handlung ist spannend und selbst wenn man nach der Hälfte des Buches die Hintergründe und die Bösewichter kennt, so weiß der Autor dennoch weiterhin Spannung aufzubauen, so dass man weiter lesen möchte. Ist die erste Hälfte noch ein Thriller mit leichter Dramatik, so findet man ab der Hälfte das Drama um Janines zusammenbrechende Welt und ihren Kampf am Leben zu bleiben überaus haarsträubend und spannend. Die Erzählperspektive wechselt öfter in der Handlung und man kann am Anfang ein wenig durcheinander kommen, mit den ganzen Charakteren, doch versteht man so als Leser die Gefühle, Handlungen und Beweggründe von allen Protagonisten und Nebencharakteren viel besser. Manchmal kann einem die Handlung zwar ein wenig langatmig vorkommen, aber man ist schnell auf der letzten Seite angelangt und wundert sich, wie schnell man es ohne Pause fertig gelesen hat. Man merkt, das sich der Autor über die Handlung und Inhalte genaue Gedanken gemacht hat, und auch recherchiert hat. Die vielen Fachausdrücke und detaillierten Beschreibungen der Orte lassen einen in die Handlung eintauchen und einen Krimi im Kopf entstehen.

"Blutroter Herbst" kann einen fesseln, auch wenn man ein wenig ab der zweiten Hälfte die Thriller-Elemente vermisst, da man ja dann weiß wer alles dahinter steckt und es nur noch um die Lösung von Janines Problem geht. Durch die realistischen und doch nicht klischeehaften Charaktere macht es aber Spaß dieser Jagd zu folgen und mit Janine und Karla mit zu zittern, mit zu fiebern und mit zu schwitzen. An manchen Stellen kommt einen das ein oder andere etwas unwirklich vor, dafür ist aber der Rest der Handlung gut ausgearbeitet, spannend und realistisch. Ein wenig Kürze im letzten Teil und vielleicht eine spätere Auflösung hätte diesem Buch das wahre Thriller Prädikat gegeben. Bei der ersten Hälfte gab es Momente wo mich während dem Lesen auch Geräusche zusammen zucken ließen, dieses Feeling fehlte irgendwie nach der Auflösung, wer es auf Janine und ihr Leben abgesehen hat. Durch das aber immer wieder entstehenden Kopfkino fällt es einem dennoch schwer den Roman aus der Hand zu legen. Ein Roman gewürzt mit Krimi, Dramatik und Thriller, so würde ich es bezeichnen. Für spannende und unterhaltsame Lesestunden zu empfehlen.

Der letzte Satz

»Sei gewiss: Dimitri ist überall dort glücklich, wo wir drei unseren Frieden finden.«

Vielen Dank an den Autor Kai Raglewski für das Rezensionsexemplar.

 

Meine Bewertung: