Samstag, 9. Mai 2015

*Rezension* Ein totes Leben

Buchtitel: Ein totes Leben
Autor(in): Dominik Seiberth
Verlag: Bookshouse
Genre: Thriller, Krimi
Sprache: Deutsch
ASIN: B00USBHIOM
ISBN: 978-9963527991
ISBN: 996352799X
Seitenzahl: 298 (Taschenbuch), 322 (eBook, abhängig von Gerät und eingestellter Schriftgröße)
Dateigröße: 2339 kb

 

Über den Autor:

Dominik Seiberth wurde 1989 in der Nähe von Heidelberg geboren. Nach seinem Abitur absolvierte er ein Freiwilliges Soziales Jahr in einem kleinen Dorf im Western Cape, Südafrika. 2010 begann er mit einem Studium der Psychologie. Aktuell studiert er M.Sc. Psychologie (Schwerpunkt Sozial- und Kognitionspsychologie) an der Universität Mannheim. Neben dem Studium schreibt er bevorzugt in den Genres Thriller, Young Adult und Phantastik.

Kurzbeschreibung/Klappentext:

Ein Unbekannter, der Kinder aus ihren Betten entführt.

Ein Kommissar, der den Halt im Leben verloren hat.

Ein Fall, in dem jede Entscheidung ein Leben kosten kann.

Das spurlose Verschwinden eines kleinen Jungen, dessen Schicksal nie aufgeklärt werden konnte, hat Hauptkommissar Jonathan Weitzäcker in tiefe Depressionen gestürzt. Nach zwölf Monaten wieder für diensttauglich erklärt, kehrt er in seinen Beruf zurück. Kurz darauf verschwindet ein weiterer Junge unter nahezu identischen Umständen. Jonathan Weitzäcker nimmt den Kampf gegen die Zeit und seine Krankheit auf – und gegen einen Täter, der mehr als nur ein Leben zerstört ...

(Quelle: Bookshouse und Amazon)

Kann hier gekauft werden:

Meine Meinung:

Der erste Satz

Jonathan hatte wie immer das Gefühl, auf der falschen Seite des Tisches zu sitzen.

Benjamin Schneider, 6 Jahre alt, könnte eigentlich ein glückliches Leben und eine glückliche Kindheit haben mit seinen Eltern, doch eines Nachts wird er aus seinem Bett entführt. Dieser Fall erinnert Hauptkommissar Jonathan Weitzäcker an einen anderen Fall, an den Fall der ihn in schwere Depressionen gestürzt und beinahe seine gesamte Karriere beendet hatte. Mittlerweile ist er wieder für diensttauglich erklärt worden und hatte sich auf leichte, einfach Fälle gefreut. Doch dann geschieht genau das Unglaubliche wieder und er ermittelt in dem Fall, und kämpft gleichzeitig gegen seine Krankheit und die Vergangenheit an. Die Suche nach dem Unbekannten, der Ben entführt hat und die Parallelen zu dem alten Fall, sind sie nur Zufall? Und welche Abgründe wird Hauptkommissar Weitzäcker während den Ermittlungen noch aufdecken?

Jonathan Weitzäcker, 49 Jahre alt und Hauptkommissar, wurde eben erst wieder für diensttauglich bescheinigt, doch er hat noch mit seiner Krankheit zu kämpfen. Vor drei Jahren hat der Fall eines verschwundenen Jungen ihn so sehr emotional mitgenommen, dass er unter Depressionen leidet. Seine Frau hat ihn verlassen, da er den Fall einfach nicht ruhen lassen konnte. Nun versucht er einen Neubeginn nach 12-monatiger Dienstpause und Therapie. Das Verschwinden von Ben droht ihn wieder in alte Verhaltensmuster und Erinnerungen zu stürzen, doch er versucht mit dieser Situation umzugehen, und seine Souveränität zu behalten. Auch wenn er versucht Abstand zu halten, den Fall sachlich zu betrachten, so behält der Protagonist seine menschliche Seite, in dem er mit den Betroffenen mit fühlt, ihnen zur Seite steht und sich anstrengt, dabei nicht wieder selbst in ein emotionales Loch zu fallen und sich selbst zu verlieren. Diesen Kampf spürt man, und man leidet als Leser mit dem Kommissar mit, aber auch mit den Eltern des verschwundenen Jungen. Jonathan Weitzäcker ist kein Protagonist, der perfekt ist, sondern auch Fehler hat, und er fällt vielleicht auch etwas in das Klischee der problembelasteten und schicksalsgebeutelten Ermittler, dennoch ist er auf seine Art einzigartig anders und einem sympathisch. Denn durch seine Krankheit, den Depressionen und dem Willen dagegen anzukämpfen, hebt er sich dann doch wieder davon ab.

Die Charaktere sind alle realistisch und mit Tiefe ausgearbeitet. Keiner von ihnen ist perfekt, sie haben alle ihre Schwächen und Stärken, ihre Macken und Kanten. Eine klare Unterteilung in schwarz und weiß, bzw. gut und böse ist auch nicht möglich, da sie alle ihre Abgründe und Probleme haben. Dadurch wirken sie lebensnah und geradezu menschlich. Der Fall und das Verschwinden eines kleinen Jungen geht an keinem ohne Spuren vorbei, auch nicht an den Ermittlern.

Man sieht ein leeres Bett mit einem Kuscheltier auf dem Cover, wodurch es damit sehr gut zum Fall, um den es sich dreht, passt. Durch das schwarze Kopfteil und die graue Wand hinter dem Bett wird das weiß bezogene leere Bett hervorgehoben. Der Titel ist in zwei verschiedenen Farben und Schriftarten gehalten, wodurch er Aufmerksamkeit erregt und das Wort "totes" betont wird. Man fragt sich beim Betrachten, was ein totes Leben sein kann, ist es nicht schon ein Widerspruch in sich? Dadurch wird man neugierig und möchte mehr über das Buch und den Inhalt wissen, ja sogar es lesen. Schlicht, einfach und doch prägnant und subtil finde ich somit das gewählte Covermotiv und wirklich sehr passend zur Handlung des Thrillers.

Dominik Seiberth hat einen flüssigen, spannenden und dennoch leichten Schreibstil durch den man vom ersten Satz an direkt mitten drin im Geschehen ist. Durch die detailreichen und bildhaften Beschreibungen fühlt man sich während dem Lesen, als wenn man live dabei wäre, direkt mitten im Geschehen. Immer wieder lockt der Autor einen in der Handlung auf die falsche Fährte, man denkt das man eine Vermutung hat, den Täter kennt, und dann erweist diese sich doch als völlig falsch und man tappt dann doch wieder völlig im Dunkeln. Die Überraschung wer der eigentliche Täter ist und wie alles zusammenhängt ist Dominik Seiberth großartig gelungen. Die kalte, düstere und bedrückende Stimmung, die durch die gewählte kalte Jahreszeit des Winters entsteht, passt auch einfach wie die Faust auf das Auge zur Handlung. Immer an genau den richtigen Stellen wird der Spannungsbogen wieder angehoben, überraschende Wendungen eingebaut und es fällt dadurch schwer das Buch aus der Hand zu legen. Man sagt sich, nur noch ein Kapitel, nur noch ein paar Seiten, und dann hat man doch schnell das gesamte Buch gelesen und mit Kommissar Weitzäcker zusammen alle Spuren und Hinweise verfolgt. Am Ende laufen dann alle Fäden zusammen und enden in einem dramatischen Finale.

"Ein totes Leben" ist ein spannender und fesselnder Thriller, der mehr an einen Kriminalroman erinnert mit seiner Ermittlungsarbeit. Und dennoch hat er die Spannung und Gänsehaut Atmosphäre die zu einem Thriller gehören, im Grunde also ist es eine Mischung aus Thriller mit Krimielementen und Dramatik. Der fesselnde Schreibstil, die schockierende Handlung und spannenden Wendungen lassen einen beim Lesen mitfiebern, ungeduldig warten, welche Ergebnisse die Spurensicherung findet und die realistischen, gut ausgearbeiteten Charaktere führen einen in die menschlichen Abgründe. Für alle die gerne spannende Leseabende haben möchten und mit Ermittlern mitfiebern die dem Täter auf der Spur sind ist "Ein totes Leben" eine klare Leseempfehlung.

Der letzte Satz

Und sie weinte.

Vielen Dank an den Bookshouse Verlag

 

Meine Bewertung:

 

 

:) :( :-/ :-* :-O X( :7 :-c ~X(

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