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Sonntag, 27. September 2015

*Rezension* Leona - Die Würfel sind gefallen

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Buchtitel:Leona - Die Würfel sind gefallen
Autor(in):Jenny Rogneby
Verlag:Atrium Zürich
Genre:Krimi, Thriller
Sprache:Deutsch
ASIN:B00Y2W7USW
ISBN:978-3855356270
ISBN:3855356270
Seitenzahl:448 (Broschiert), 449 (eBook, abhängig von Gerät und eingestellter Schriftgröße)
Dateigröße:1462 kb

 

Über den Autor:

Jenny Rogneby wurde 1974 in Äthiopien geboren und als Einjährige zur Adoption freigegeben. Sie wuchs im Norden von Schweden auf, wo ihre Adoptiveltern früh ihr musikalisches Talent entdeckten.

Jenny Rogneby machte Karriere als Sängerin und stand u.a. mit Michael Jackson auf der Bühne. Sie studierte Kriminologie und arbeitete als Ermittlerin bei der Stockholmer Polizei. Über ihre Arbeit kam ihr die Idee für die Figur der Leona.

Der erste Band der Trilogie wurde auf Anhieb ein Bestseller und wird in zehn Ländern erscheinen.

www.jennyrogneby.com

Foto: (c) Mikael Eriksson

Kurzbeschreibung/Klappentext:

Dieser Bestseller aus Schweden hat die Krimiszene auf den Kopf gestellt: Was Sie mit der Ermittlerin Leona Lindberg erleben, werden Sie nicht wieder vergessen. Glauben Sie nichts - und machen Sie sich auf alles gefasst.

Stockholm: Ein siebenjähriges Mädchen betritt blutüberströmt eine Bank und schaltet einen Kassettenrekorder ein. Eine Stimme fordert Geld im Austausch für das Leben des Kindes. Die Angestellten sind entsetzt. Kurz darauf verlässt das Mädchen die Bank mit sieben Millionen Kronen und verschwindet. Der Fall macht Schlagzeilen. Bei der Polizei wird Leona Lindberg mit den Ermittlungen beauftragt. Leona ist 34, verheiratet und selbst Mutter von zwei Kindern. Sie gilt als Außenseiterin, doch ihr Ruf ist tadellos. Aber diesmal führen ihre Ermittlungen in eine Sackgasse, denn von dem Mädchen fehlt jede Spur. Und jeder scheint etwas zu verbergen. Allen voran Leona selbst.

(Quelle: Amazon)

Kann hier gekauft werden:

Meine Meinung:

Der erste Satz

Bis jetzt hatte sie noch keiner bemerkt.

Leona Lindberg, 34 Jahre alt und Polizistin beim Dezernat für Gewaltverbrechen in Stockholm ist eine selbstbewusste und extravaganter Frau. An die ihr zugeteilten Fälle geht sie auf ihre eigen Art und Weise heran, womit sie sehr erfolgreich ist. Im Privatleben hat sie zwei kleine Kinder zu versorgen und einen Ehemann an ihrer Seite. Der Spagat zwischen privat Leben und Beruf verlangt so einiges von ihr ab, doch hat sie noch ganz andere Geheimnisse die sie vor ihrer Familie und Umgebung verbirgt. Das ihr neuster Fall wirft so einige spektakuläre Fragen auf. Wie konnte ein siebenjähriges Mädchen eine Bank ausrauben und spurlos verschwinden? Zudem mit wessen Blut war die Kleine beschmiert, und wieso war sie unbekleidet? Alle Medien sind in Aufruhr, denn dieser Fall ist eine wahre Sensation. Doch was hat es mit dem kleinen Mädchen auf sich? Wer hat sie geschickt die Bank aus zu rauben? Leona kommt bei ihren Ermittlungen einfach nicht weiter, keine Spur führt sie zu den erwünschten Ergebnissen. Und der nächste Überfall durch das kleine Mädchen lässt auch nicht lange auf sich warten. Wird Leona es schaffen, den Fall auf zu klären?

Leona, von Beruf Polizistin, verheiratet und mit zwei kleinen Kindern. Eigentlich könnte man Leona als normale, berufstätige Frau bezeichnen. Doch wie so oft, ist einiges anders, ist Leona ihren Mitmenschen gegenüber doch distanziert und abweisend. Pedantisch sortiert sie Stifte und stört sich an normalen Dingen in bestimmten Situationen. Man merkt, dass sie ein Sonderfall ist und nicht völlig in die Schublade Normal passt. Ausschlaggebend mag dafür ihre prägende und schlimme Kindheit gewesen sein. Auf einen als Leser wirkt sie zu Anfangs gefühlskalt, merkwürdig und sonderbar. Ihre Spielsucht und ihre ständige Jagd nach einem weiteren Kick bringen nicht nur ihr Probleme. Ein normales, gradliniges Leben langweilt sie und somit lebt sie ihr normales Leben nur, weil man es eben von ihr erwartet.

Die Charaktere wirken durch ihre Art und Merkmale realistisch, da sie alle alles andere als perfekt sind. Sie passen sehr gut zu der spannenden Handlung und man kann nach einiger Zeit ihre Gefühle und Gedanken sehr gut nachempfinden. Auch wenn es am Anfang etwas schwer fällt, sie zu mögen.

Das Cover ist mit seinem einfarbigen, goldbraunen Hintergrund einfach gehalten. Man sieht darauf die Silhouette einer Frau in der das Foto eines davonlaufenden Kindes in einer Großstadt eingearbeitet ist. Der Titel "Leona" sticht dabei in seinem weißen Schriftzug hervor und zieht das Auge des Betrachters auf sich. So entgeht einem erst einmal der Untertitel "Die Würfel sind gefallen".

Jenny Rogneby hat einen fesselnden und flüssigen Schreibstil bei dem man problemlos der Handlung und den Geschehnissen folgen kann. Die Handlung wird aus Leonas Sicht, der Ich-Perspektive geschildert. Dadurch lernt man die Protagonistin nach und nach besser kennen und verstehen. Als Leser wird man gleich zu Beginn ins Geschehen geworfen und erlebt den Banküberfall mit. Neben der Ermittlungsarbeit lernt man dann auch immer wieder Leonas Leben kennen, das sich hin und wieder in die Länge zieht. Doch möchte man viel lieber wissen, wie es im spannenden Kriminalfall weitergeht, was dort geschieht und wieso die Protagonistin nicht weiter kommt. Dieser Wechsel zwischen Privatleben und spannender Kriminalfall ist an diesen Stellen nicht sonderlich gut geglückt. Auf seine leicht geheimnisvolle Weise passt es sehr gut zur Handlung des Romans.

Mit "Leona – Die Würfel sind gefallen" lässt Jenny Rogneby einen am Ende zweigespalten zurück. Der Kriminalfall ist spannend und fesselnd, doch die Protagonistin so ganz anders, als man als Leser erwartet. Innerhalb der Handlung gibt es ein paar wenige logische Schwächen, und man fragt sich auch wie eine teilweise so impulsiv handelnde Protagonistin eine erfolgreiche Ermittlerin sein soll. Auf jeden Fall ist das Buch kein normaler Krimi oder Thriller im eigentlichen Sinne, sind doch auch Themen wie Spielsucht vorhanden, über die man nachdenken kann. Die Handlung ist zwar in sich abgeschlossen, lässt jedoch auch noch einige Fragen offen, so dass man sich auf weitere Bände freue kann. Wer nichts gegen ausschweifende Abstecher in das Privatleben der Ermittler hat, der wird mit diesem Roman sehr glücklich sein. Wer jedoch einen spannenden Krimi oder Thriller im eigentlichen Stil erwartet sollte lieber zu einer anderen Lektüre greifen oder vorher lieber die Leseprobe lesen.

Der letzte Satz

Obwohl das Handy kaputtgegangen war, hörte ich noch immer meine eigene blecherne Stimme am Fußboden, als ich zum Ausgang lief.

Vielen Dank an den Atrium Zürich Verlag für das Rezensionsexemplar.

 

Meine Bewertung:

 

Dienstag, 7. Juli 2015

*Rezension* Keine halben Sachen: Konrad von Kamms 1. Fall

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Buchtitel: Keine halben Sachen: Konrad von Kamms 1. Fall
Autor(in): Antonia Günder-Freytag
Verlag: Bookshouse
Genre: Krimi, Kriminalroman
Sprache: Deutsch
ASIN: B00QPGPMCO
ISBN: 978-9963526635
ISBN: 9963526632
Seitenzahl: 232 (Broschiert), 255 (eBook, abhängig von Gerät und eingestellter Schriftgröße)
Dateigröße: 2792 kb

 

Über den Autor:

Antonia Günder-Freytag, Jahrgang 1970 lebt nach längeren Auslandsaufenthalten in Spanien und Irland mit ihren beiden Söhnen in München. Ihre Schulzeit im Kloster weckte in ihr die Faszination für Heilige, Übersinnliches und Weltgeschichte. Neben dem Schreiben von Fantasy, Krimis und Kurzgeschichten verbringt sie viele Stunden mit ihrem Pferd Arwen.

Weitere Infos zur Autorin

http://www.antonia-guender-freytag.de

Kurzbeschreibung/Klappentext:

Wenig Blut – Viele Verdächtige – Keine halben Sachen

Hauptkommissar Konrad von Kamms Weihnachtsabend ist verdorben. Nicht nur, dass ihn seine Frau betrügt, auch die Weihnachtsgans ist angebrannt. So kommt ihm der Doppelmord in einer hochherrschaftlichen Villa in München Bogenhausen gerade recht.

Als er mit seinem Kollegen Ralf Utzschneider die Ermittlung beginnt, ahnt er nicht, dass die Wurzeln des Falls bis weit in die Vergangenheit zurückreichen. Bald stößt er auf eine Reihe von Verdächtigen und mit jeder Information verdichtet sich das Rätsel um die Verstorbenen.

„Keine halben Sachen – Kommissar von Kamms 1. Fall" ist ein typischer, im Stil von englischen Kriminalromanen geschriebener Roman über Habgier, Familienzwist und falsche Hoffnungen.

(Quelle: Bookshouse und Amazon)

Kann hier gekauft werden:

Meine Meinung:

Der erste Satz

»Deine Familie kann mich mal.« Sabine steckte sich eine Zigarette in den Mundwinkel und blickte Konrad herausfordernd ins Gesicht.

Schlimmer hätte es wohl nicht kommen können, ausgerechnet an Weihnachten passiert alles auf einmal. Nicht nur, das sie ihn betrügt, nein seine Frau verlässt ihn auch noch. Der Doppelmord, zu dem er dann gerufen wird scheint die Fassade der guten Bogenhausener Gesellschaft bröckeln zu lassen. Und die Weihnachtszeit sorgt auch noch dafür, das ihre Sonderkommission den Namen "Weihnachtsmann" trägt. Wer hat Senior Heinrich Kurz und Martin Kurz umgebracht? Als Fabrikantenfamilie gehören sie zur höheren Gesellschaft und es hatte sie fast die gesamte Familie zum gemeinsamen Weihnachtsessen versammelt. Doch der Mord an den beiden Männer verändert alles und so ist Kriminalkommissar von Kamm während den Ermittlungen auch dabei die Familiengeschichte der Familie Kurz zu entwirren und Geschehnisse von vor 17 Jahren aufzudecken. Sie könnten zum Mord geführt haben, doch ist dies die richtige Fährte? Immer wieder werden ihm und seinem Team Hindernisse in den Weg gelegt, zudem die Familie nicht dazu bereit ist dabei zu helfen den Mörder zu fassen, sondern lieber ihre Geheimnisse waren will. Wer hatte etwas gegen Heinrich und Martin? Welches Motiv führte zu ihrem Tod? War es das Geld, die Fabrik, das mögliche Erbe oder etwas ganz anders, das den Mörder dazu brachte, die beiden Männer zu töten?

Konrad von Kamm, Kriminalhauptkommissar von Beruf, hat es in seinem Leben nicht so leicht, ist seine Frau doch wieder einmal dabei ihn zu verlassen. Da hilft nicht einmal sein Adelstitel und seine gute Erziehung weiter. Doch der Doppelmord scheint ein Fall zu werden, der ihn von diesen Problemen ablenkt und seine kriminalistische Ader so richtig zum Vorschein bringt. Er sucht nach Spuren und Verbindungen auf die man nicht so schnell kommen würde, behält soweit es möglich ist den Überblick.

Sein Kollege Utzschneider ist ein regelrechter Urbayer, und man merkt einfach das diese beiden wunderbar als Ermittlerduo zusammenpassen. Er schafft es auch von Kamm ein wenig aufzumuntern, da dieser immer auch mal wieder an seine Frau denkt, die ihn verlassen hat. So merkt man, das mehr als nur eine berufliche Beziehung nach den Jahren der Zusammenarbeit zwischen den beiden besteht. Das gemeinsame Schachspiel scheint ihnen nicht nur ein Hobby oder Zeitvertreib zu sein, sondern sicher auch dazu da um ihren Verstand zu schärfen.

Man merkt, dass Konrad von Kamm der Protagonist ist, wird doch dem Leser privat und beruflich näher gebracht. Sein Kollege Utzschneider wird zwar auch hin und wieder mal in den Fokus gerückt, doch wirkt er im Gegensatz zu Konrad blasser. Die restlichen Nebencharaktere sind alle sehr unterschiedlich, von der alkoholisch abhängigen, gut betuchten Dame, zum Playboy bis hin zum Hausmädchen. Die einzelnen Beziehungen sind dabei gut miteinander verflochten und wirken zwar kompliziert, aber dadurch sehr realistisch, wie geradezu aus dem richtigen Leben gegriffen. Besonders die Mutter von Kommissar von Kamm, Hildegard von Kamm ist ältere Dame, die man durch ihre Art schnell ins Herz schließt. Man merkt die typische Mutter-Kind-Beziehung zwischen den beiden, die auch noch im Erwachsenenalter besteht, aber auch wie stolz sie eigentlich auf ihren Sohn ist, schließlich verfolgt sie seien Fälle mit Begeisterung. Sie ist es dann auch, die ihm schließlich den entscheidenden Hinweis auf den Täter liefert.

Das Cover ist in Blautönen gehalten, und der rote Blutfleck, sowie die blaue, zerbrochene Christbaumkugel mit der goldenen Innenseite ziehen den Blick auf sich. Das Motiv passt zur Weihnachtszeit, und so auch zu der Jahreszeit in der die Handlung spielt. Durch seine Symbolik lässt es aber auch erahnen, dass es sich dabei nicht um eine schöne, friedliche Weihnachtsgeschichte handelt. Man wird neugierig, was wohl der Grund für diese zerbrochene Kugel auf dem Cover ist, und woher dieser rote, an Blut erinnernde Fleck stammte. Es könnte ja auch sein, das sich nur jemand an den Scherben der zerbrochenen Kugel geschnitten hat. Der Aufdruck Kriminalroman lässt jedoch etwas anders vermuten und spätestens jetzt wäre ich persönlich neugierig genug, um den Klappentext zu lesen.

Antonoa Günder-Freytag hat einen fesselnden, detaillierten und liebevollen Schreibstil, der einen schnell in seinen Bann zieht. Bei manchen Sätzen merkt man ein wenig den Dialekt aus der Heimat der Autorin, was aber auch wieder sehr authentisch wirkt. Spielt doch die Handlung im bayrischen. Man wird als Leser immer wieder auf eine andere Fährte gelockt und Verdächtige gibt es genügend, doch der eigentliche Mörder ist jemand, den man wirklich nicht vermutet hätte. Logisch erklärt ist am Ende die Auflösung und kein Handlungsfaden bleibt wirklich offen. Die zwei Zeitebenen, in denen die Handlung erzählt wird, bringen einem beim Lesen auch nicht durcheinander, sondern bieten einem als Leser weitere tiefe Einblicke in die Geschehnisse und damit dann auch das spätere Motiv des Täters. Die einzelnen Kapitel haben die perfekte Länge und werden immer mit einem Zitat aus der Nibelungen Saga eingeleitet. Diese passen in ihrer parallelen zur Familie Kurz und machen zudem auch neugierig auf das, was in den Kapiteln geschehen wird. An genau den richtigen Stellen der Handlung wird der Spannungsbogen angehoben, man kann das Buch dann einfach nicht mehr aus der Hand legen, bis man selbst herausgefunden hat, wer der Mörder denn nun ist.

"Keine halben Sachen: Konrad von Kamms 1. Fall" ist ein spannender, fesselnder und interessanter Reihenauftakt. Ein Kriminalroman mit viel Spannung, bei dem man mit rätseln und mit fiebern kann und nicht von Anfang an weiß, wer den nun der Mörder ist, so etwas macht einfach Spaß beim Lesen. Und es geschieht wirklich schnell, dass man statt nur ein paar Seiten noch weiter zu lesen, gleich eine ganze Nacht lang durchliest und das Buch beendet. Wer einen blutigen Thriller erwartet, oder einen Kriminalroman in dem nur so die Leichenteile fliegen, der sollte sich eine andere Lektüre suchen, aber für alle die gerne spannende und unblutige Kriminalromane lesen, bei denen man mit fiebern und mit rätseln kann ist dieser Reihenauftakt eine klare Leseempfehlung. Und ich freue mich schon darauf, viele weitere Fälle von Kriminalhauptkommissar Konrad von Kamm lesen zu dürfen.

Der letzte Satz

»Freut uns, dass du kommen konntest!«, wurde er von Huber gegrüßt. »Du zahlst nämlich.«

Vielen Dank an den Bookshouse Verlag für das Rezensionsexemplar im Rahmen der Blogtour.

 

Meine Bewertung:

 

Montag, 29. Juni 2015

Rezension * Unter die Haut*

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Buchtitel: Unter die Haut
Autor(in): Izabelle Jardin
Verlag: Izabelle Jardin
Genre: Erotischer Roman, Liebesroman, Thriller, Krimi
Sprache: Deutsch
ASIN: B00JV817MW
ISBN: 978-1499288902
ISBN: 1499288905
Seitenzahl: 376 (Taschenbuch), 378 (eBook, abhängig von Gerät und eingestellter Schriftgröße)
Dateigröße: 3771 kb

 

Über den Autor:

Die deutsche Autorin Izabelle Jardin lebt und arbeitet in Norddeutschland. Sie ist Mutter zweier Söhne und verheiratet mit dem "idealen Mann", der ihr jede Unterstützung beim Schreiben und Veröffentlichen ihrer Bücher gewährt.

Mit dem romantischen SM-Roman "Unter die Haut" gelang ihr ein erster Top30-Titel in den Amazon-Charts.

Der Mix aus Liebesgeschichte und Krimi "Snow Angel" erreichte nur wenige Monate später auf Anhieb Amazons Top20.

Mit "Remember" startete Izabelle Jardin in den Bücher-Herbst 2014 und gelangte mit dem Titel auf Rang 2 der Kindle-Charts. Obwohl "Remember" noch nicht lange auf dem Markt war, konnte er sich im "Deutschen Leserpreis 2014" einen 5. Platz in der Kategorie "Bestes Ebook-only" sichern.

Für ihre Leser ist Izabelle Jardin immer erreichbar über https://www.facebook.com/pages/Izabelle-Jardin/220229238147201 oder unter der Emailadresse izabelle.jardin@gmx.de

Kurzbeschreibung/Klappentext:

„Komm mit, Juliette, versuch es, du kannst nichts verlieren, nur gewinnen!"

Ein luxuriöses sinnliches Abenteuer mit einem völlig fremden Mann? Wäre es nicht der Vorschlag ihrer guten Freundin Susanna gewesen, hätte Juliette zweifellos abgelehnt, sich auf diese Reise zwischen Himmel und Hölle einzulassen. Alljährlich trifft sich ein diskreter illustrer SM-Zirkel in einem Landhaus an der Ostsee zu außergewöhnlichen sinnenfreudigen Inszenierungen.

An diesem Ort, zwischen heiterer Leichtigkeit und plötzlich hereinbrechenden realen Bedrohungen, muss Juliette sich auseinandersetzen mit ihrer Vergangenheit und all ihren Vorbehalten.

Und sie muss eine Entscheidung treffen: ob sie mit dem faszinierenden Georg, dem von der Freundin „verordneten" Mann, tatsächlich den Spagat realisieren kann, zwischen Liebe, Achtung und Selbstbestimmtheit einerseits und der Akzeptanz dominanter Machtausübung andererseits.

>> Lässt sie das jetzt wirklich mit sich machen? Das kann doch nicht ihr Ernst sein! Die kann doch nicht …? Ach herrje … !? Mädchen in Ketten, Peitschen schwingende, herrische Ledermänner in düsteren Kellern und grausam gequälte Frauen, die das auch noch erotisch finden und daraus sexuelle Befriedigung ziehen können? Und das soll dann womöglich noch etwas mit "Liebe" zu tun haben?

Kaum vorstellbar! Entweder stimmt das Ausgangsbild nicht, oder die „spinnen", die SMer! Ich fand es spannend, mal genauer nachzusehen.

Es hat ein paar Jahre gedauert, bis ich das Gefühl hatte, genügend Einblicke gewonnen zu haben, um nicht nur mir selbst meine Fragen befriedigend beantworten zu können. Es gibt gute Sachbücher zum Thema. Sehr sachliche Bücher, die beste Informationen über Techniken geben, aber naturgemäß keine Emotionen beinhalten können. Und es gibt viele Romane, die mit der manchmal schwer nachvollziehbaren, völligen Submission, der "Unterwerfung" von Frauen spielen. Häufig fragt man sich, ob die Protagonistinnen ihre Persönlichkeit an der Garderobe abgegeben haben, oder ob nicht eigentlich längst der Staatsanwalt vor der Kellertür stehen müsste.

Eine Verbindung zwischen sachlichen Informationen, Grenzziehung dorthin, wo aus sexuellen Handlungen im BDSM-Kontext definitiv kriminelle Handlungen werden und Liebesgeschichte in Romanform entstehen zu lassen, ist keine ganz leichte Aufgabe und ergibt letztlich einen etwas unüblichen Genremix.

Unter dem Motto "Garten der Lüste statt Darkroom der Früste" schrieb ich "Unter die Haut" mit dem Wunsch, die Leser zu einem kleinen Spaziergang durch den "verbotenen Garten" einzuladen.

In der entspannten, sorglosen Atmosphäre eines zauberhaften Landgutes am Meer lernt Juliette den unwiderstehlichen dominanten Georg kennen. Sie ist eine Frau, die mit beiden Beinen im Leben steht und sich nicht unreflektiert ein X für ein U vormachen lässt. Er ist ein erfolgreicher Mann mit Stärken und Schwächen. Juliette entscheidet sich bewusst für ein Abenteuer, das sie fasziniert und erlaubt ihm, ihre ganze Weiblichkeit unter der Alltagshülle hervorzuzaubern. Ob es bei einem spielerischen Ausflug in eine erotische Traumwelt bleiben soll, oder sich eine Beziehung zwischen den beiden anbahnt, die auch dem "wahren Leben" stand halten kann, wird sich zeigen.

Bevor sie eine Entscheidung trifft, wird die Harmonie der kleinen diskreten Gesellschaft durch eine sehr reale Bedrohung von außen gestört …

(Quelle: Amazon)

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Meine Meinung:

Der erste Satz

Der Mond zeichnet diese geradezu kitschig wirkende Straße über das Wasser.

Juliette trifft ihre Freundin Susanne nach längerem wieder und ist fasziniert von ihrem Auftreten und ihrer Art. Sie kennen sich schon länger, hatten aber den Kontakt verloren, doch dauert es nicht lange und sie sind wieder die besten Freundinnen. Und nun überredet Susanne Juliette dazu, dass sie zusammen mit ihr einen Urlaub der besonderen und sinnlichen Art zu machen, sie zu einem alten und ehrwürdigen Anwesen an der Ostsee zu begleiten. Es ist das Treffen von Menschen, die wie Susanne ein Faible für SM haben, und auch Juliette hat mit Susanne zusammen schon einmal ihre ersten Erfahrungen gemacht. Ihre Freundin verspricht ihr, das dieser Urlaub etwas ganz besonders wird, sie aber auch jeder Zeit wieder gehen kann, wenn ihr etwas nicht gefällt. Doch will Juliette überhaupt gehen? Denn seit sie dort Georg in ihr Leben getreten ist lernt sie völlig andere Seiten an sich selbst kennen. Und nicht nur ihr Interesse an den sexuellen Spielarten wird geweckt, auch ihre Liebe zu Georg wird entfacht. Ist er der "Ein"", mit dem sie ihr Leben verbringen will? Und wer hat es darauf abgesehen, die schönen Tage auf dem Landgut zu einem Alptraum werden zu lassen?

Juliette steht mitten im Leben, sie ist eine reife Frau, die eine bewegt Vergangenheit aufzuweisen hat und eigentlich genau weiß, was sie vom Leben möchte. Das ihr irgendetwas fehlt, das bemerkt sie bei ihrem Treffen mit Susanne, die schnell wieder zu ihrer besten Freundin wird. Im Gegensatz zu ihr wirkt Juliette zu Beginn nicht wie eine Femme fatal, sondern wie jemanden, den man in einer Bibliothek antrifft, einer kleinen grauen Maus. Doch Juliette macht während der Handlung eine Wandlung durch, die ihr wahres Wesen zum Vorschein bringt. Und dennoch wirkt die Protagonistin realistisch und man kann sich als Leser leicht in sie hineinversetzen. Auch wenn sie sich einem Mann unterordnet, so bleibt Juliette doch eine selbstbewusste und eigenständige Frau, die ihren eigenen Willen hat und sich wenn es nötig wird, durchsetzt und mal nein sagen kann. Durch diese Charakterzüge entspricht sie nicht dem Klischee der sich unterwerfenden, und alles akzeptierenden Frau, wie man sie in deren Romanen dieser Art durchaus antreffen kann.

Susanne ist Juliettes beste Freundin, sie haben sich für einige Zeit aus den Augen verloren und treffen sich per Zufall in einer Buchhandlung wieder. In Susannes Leben hat sich einiges verändert, sie ist eine bezaubernde, selbstbewusste Frau in den mittleren Jahren die durch ihr Aussehen und ihre Ausstrahlung nicht nur Juliette in ihren Bann zieht. Durch sie kommt Juliette mit der kleinen Gruppe in Kontakt die sich jedes Jahr an der Ostsee auf dem Landgut trifft. Sie hat Juliette schon bei ihren ersten Schritten oder Versuchen vor Jahren in der SM Szene begleitet, und nun möchte sie ihr eine neue Welt zeigen. Denn auch Susanne hat nicht immer nur gute Erfahrungen damit gemacht.

Die Nebencharaktere sind alle auch sehr gut ausgearbeitet, so hat z.B. Sara, eine sehr bewegte Vergangenheit, die nach und nach als Teil der Handlung aufgedeckt wird. Keiner der vielen Charaktere wirkt flach und lieblos, sie wirken wie reale Menschen, denen man jederzeit auf der Straße begegnen könnte. Georg ist der Mann, den man Juliette vorstellt und von dem Susanne glaubt, das er sehr gut zu ihr passt. Sein Charme und seien Art schaffen es sie sehr schnell zu bezaubern, aber ob nach der Zeit an der Ostsee auch ein gemeinsames Leben möglich ist, und wie sich Juliette entscheidet, ob George auch für immer erobert ist ein spannender Teil. Neben den normalen Nebencharakteren, die man in sein Herz schließt, gibt es auch einen Bösewicht in der Handlung, der seine eigenen Ziele verfolgt, und vor nichts zurückschreckt.

Das Cover sieht mit dem Vollmond im Hintergrund geheimnisvoll und mystisch aus. Von der in Leder gekleideten Frau sieht man nur die Rückansicht, dennoch kann man ihre selbstbewusste und auch sinnliche Haltung gut erkennen. Im Hintergrund scheint es als wenn Gischt nach oben spritzt und damit einen Bezug zur Ostsee herstellt. Der Titel ist in einer Schreibschrift geschrieben, die gut lesbar ist und auch das Gesamtbild nicht stört. Das Gesamtkonzept wirkt mysteriös, geheimnisvoll und sinnlich wodurch das Cover zu einem regelrechten Eyecatcher wird.

Izabelle Jadrin hat einen klaren, flüssigen, spannenden, detailreichen und angenehmen Schreibstil der einen regelrecht hineinzieht in die Handlung. Man ist schon nach wenigen Seiten gefangen in der Geschichte um Juliette, die sich von einer SM-Romanze zu einem regelrechten und äußerst spannende Kriminalfall wandelt. Geschickt in die Handlung mit eingewoben erhöht diese Wendung die Spannung und man fiebert regelrecht mit, all die Geheimnisse zu entdecken und auch den Übeltäter zu erwischen. Es fällt dadurch ein wenig schwer, den Roman einzuordnen, denn beide Handlungen verlaufen parallel und sorgen für prickelnde Momente. Ist es nun ein romantischer SMS-Roman mit Krimi und Thriller Elementen oder ein Thriller, dessen Kriminalfall gespickt ist mit Romantik und Erotik? Ich persönlich kann mich da nicht entscheiden und möchte es auch nicht, denn diese Mischung ist einfach mal etwas anders und erfrischendes, wodurch sich "Unter die Haut" von anderen Erotik-Romanen abhebt. Die Handlung wird in einem Erzählstil geschildert der alles aus der Vergangenheit schildert, und man Juliettes Erlebnissen und Erfahrungen folgt. Die Handlungsstränge sind klar gegliedert und es ist leicht ihnen zu folgen, so ist die Vergangenheit gut eingearbeitet und man springt als Leser nicht ständig zwischen den Zeiten. Man merkt auch, wie viel Recherchearbeit die Autorin in den Roman gesteckt hat, und das sie nicht einfach etwas frei erfunden hat. So ist der Roman auch gleichzeitig informativ und lässt die Welt des SM für Außenstehende nicht nur in einem interessanten Licht erscheinen, sondern sorgt auch durch die gut eingewobenen, sachlichen Informationen dafür, das man sie als Leser besser versteht. Aber das auch die Welt des SM ihre Schattenseiten hat und keine reine, heile, romantische Welt, das zeigt die Autorin sehr gut in der Handlung auf, ohne anklagend zu wirken.

"Unter die Haut" ist ein gelungener Genre-Mix aus romantischer Liebesgeschichte, erotischer SM Handlung und einem spannenden Kriminalfall der einem eine Gänsehaut beschert. Man merkt mit wie viel Liebe zum Detail er ausgearbeitet wurde und die Handlung wird mit Respekt und viel Gefühl geschildert. Es ist kein reiner SM oder Sex Roman, sondern sehr viel mehr. Die dramatischen Ereignisse und die kriminellen Ereignisse sind wunderbar in die Handlung verwoben und bauen zusätzliche Spannung auf. Wer vermutet, das "Unter die Haut" nur auf der Erfolgswelle von "Shades of Grey" und anderen Romane dieses Genres mit schwimmen möchte, der irrt sich, denn Izabelle Jardin hat etwas völlig neues, anders und eigenständiges kreiert. Erotik und Krimi, sowie Liebesgeschichte fesseln einen beim Lesen und ist für alle denen nur etwas davon gefällt einfach nur zu empfehlen. Von mir ist es eine klare Leseempfehlung für entspannte aber auch spannende Leseabende.

Der letzte Satz

„Bitte grüß Georg von mir", ruft er ihr noch hinterher, aber ihr Wagen ist schon fast zum Tor hinaus.

Vielen Dank an Izabelle Jardin für das Rezensionsexemplar im Rahmen der Blogtour

 

Meine Bewertung:

 

Samstag, 9. Mai 2015

*Rezension* Ein totes Leben

Schreibe den ersten Kommentar!

Buchtitel: Ein totes Leben
Autor(in): Dominik Seiberth
Verlag: Bookshouse
Genre: Thriller, Krimi
Sprache: Deutsch
ASIN: B00USBHIOM
ISBN: 978-9963527991
ISBN: 996352799X
Seitenzahl: 298 (Taschenbuch), 322 (eBook, abhängig von Gerät und eingestellter Schriftgröße)
Dateigröße: 2339 kb

 

Über den Autor:

Dominik Seiberth wurde 1989 in der Nähe von Heidelberg geboren. Nach seinem Abitur absolvierte er ein Freiwilliges Soziales Jahr in einem kleinen Dorf im Western Cape, Südafrika. 2010 begann er mit einem Studium der Psychologie. Aktuell studiert er M.Sc. Psychologie (Schwerpunkt Sozial- und Kognitionspsychologie) an der Universität Mannheim. Neben dem Studium schreibt er bevorzugt in den Genres Thriller, Young Adult und Phantastik.

Kurzbeschreibung/Klappentext:

Ein Unbekannter, der Kinder aus ihren Betten entführt.

Ein Kommissar, der den Halt im Leben verloren hat.

Ein Fall, in dem jede Entscheidung ein Leben kosten kann.

Das spurlose Verschwinden eines kleinen Jungen, dessen Schicksal nie aufgeklärt werden konnte, hat Hauptkommissar Jonathan Weitzäcker in tiefe Depressionen gestürzt. Nach zwölf Monaten wieder für diensttauglich erklärt, kehrt er in seinen Beruf zurück. Kurz darauf verschwindet ein weiterer Junge unter nahezu identischen Umständen. Jonathan Weitzäcker nimmt den Kampf gegen die Zeit und seine Krankheit auf – und gegen einen Täter, der mehr als nur ein Leben zerstört ...

(Quelle: Bookshouse und Amazon)

Kann hier gekauft werden:

Meine Meinung:

Der erste Satz

Jonathan hatte wie immer das Gefühl, auf der falschen Seite des Tisches zu sitzen.

Benjamin Schneider, 6 Jahre alt, könnte eigentlich ein glückliches Leben und eine glückliche Kindheit haben mit seinen Eltern, doch eines Nachts wird er aus seinem Bett entführt. Dieser Fall erinnert Hauptkommissar Jonathan Weitzäcker an einen anderen Fall, an den Fall der ihn in schwere Depressionen gestürzt und beinahe seine gesamte Karriere beendet hatte. Mittlerweile ist er wieder für diensttauglich erklärt worden und hatte sich auf leichte, einfach Fälle gefreut. Doch dann geschieht genau das Unglaubliche wieder und er ermittelt in dem Fall, und kämpft gleichzeitig gegen seine Krankheit und die Vergangenheit an. Die Suche nach dem Unbekannten, der Ben entführt hat und die Parallelen zu dem alten Fall, sind sie nur Zufall? Und welche Abgründe wird Hauptkommissar Weitzäcker während den Ermittlungen noch aufdecken?

Jonathan Weitzäcker, 49 Jahre alt und Hauptkommissar, wurde eben erst wieder für diensttauglich bescheinigt, doch er hat noch mit seiner Krankheit zu kämpfen. Vor drei Jahren hat der Fall eines verschwundenen Jungen ihn so sehr emotional mitgenommen, dass er unter Depressionen leidet. Seine Frau hat ihn verlassen, da er den Fall einfach nicht ruhen lassen konnte. Nun versucht er einen Neubeginn nach 12-monatiger Dienstpause und Therapie. Das Verschwinden von Ben droht ihn wieder in alte Verhaltensmuster und Erinnerungen zu stürzen, doch er versucht mit dieser Situation umzugehen, und seine Souveränität zu behalten. Auch wenn er versucht Abstand zu halten, den Fall sachlich zu betrachten, so behält der Protagonist seine menschliche Seite, in dem er mit den Betroffenen mit fühlt, ihnen zur Seite steht und sich anstrengt, dabei nicht wieder selbst in ein emotionales Loch zu fallen und sich selbst zu verlieren. Diesen Kampf spürt man, und man leidet als Leser mit dem Kommissar mit, aber auch mit den Eltern des verschwundenen Jungen. Jonathan Weitzäcker ist kein Protagonist, der perfekt ist, sondern auch Fehler hat, und er fällt vielleicht auch etwas in das Klischee der problembelasteten und schicksalsgebeutelten Ermittler, dennoch ist er auf seine Art einzigartig anders und einem sympathisch. Denn durch seine Krankheit, den Depressionen und dem Willen dagegen anzukämpfen, hebt er sich dann doch wieder davon ab.

Die Charaktere sind alle realistisch und mit Tiefe ausgearbeitet. Keiner von ihnen ist perfekt, sie haben alle ihre Schwächen und Stärken, ihre Macken und Kanten. Eine klare Unterteilung in schwarz und weiß, bzw. gut und böse ist auch nicht möglich, da sie alle ihre Abgründe und Probleme haben. Dadurch wirken sie lebensnah und geradezu menschlich. Der Fall und das Verschwinden eines kleinen Jungen geht an keinem ohne Spuren vorbei, auch nicht an den Ermittlern.

Man sieht ein leeres Bett mit einem Kuscheltier auf dem Cover, wodurch es damit sehr gut zum Fall, um den es sich dreht, passt. Durch das schwarze Kopfteil und die graue Wand hinter dem Bett wird das weiß bezogene leere Bett hervorgehoben. Der Titel ist in zwei verschiedenen Farben und Schriftarten gehalten, wodurch er Aufmerksamkeit erregt und das Wort "totes" betont wird. Man fragt sich beim Betrachten, was ein totes Leben sein kann, ist es nicht schon ein Widerspruch in sich? Dadurch wird man neugierig und möchte mehr über das Buch und den Inhalt wissen, ja sogar es lesen. Schlicht, einfach und doch prägnant und subtil finde ich somit das gewählte Covermotiv und wirklich sehr passend zur Handlung des Thrillers.

Dominik Seiberth hat einen flüssigen, spannenden und dennoch leichten Schreibstil durch den man vom ersten Satz an direkt mitten drin im Geschehen ist. Durch die detailreichen und bildhaften Beschreibungen fühlt man sich während dem Lesen, als wenn man live dabei wäre, direkt mitten im Geschehen. Immer wieder lockt der Autor einen in der Handlung auf die falsche Fährte, man denkt das man eine Vermutung hat, den Täter kennt, und dann erweist diese sich doch als völlig falsch und man tappt dann doch wieder völlig im Dunkeln. Die Überraschung wer der eigentliche Täter ist und wie alles zusammenhängt ist Dominik Seiberth großartig gelungen. Die kalte, düstere und bedrückende Stimmung, die durch die gewählte kalte Jahreszeit des Winters entsteht, passt auch einfach wie die Faust auf das Auge zur Handlung. Immer an genau den richtigen Stellen wird der Spannungsbogen wieder angehoben, überraschende Wendungen eingebaut und es fällt dadurch schwer das Buch aus der Hand zu legen. Man sagt sich, nur noch ein Kapitel, nur noch ein paar Seiten, und dann hat man doch schnell das gesamte Buch gelesen und mit Kommissar Weitzäcker zusammen alle Spuren und Hinweise verfolgt. Am Ende laufen dann alle Fäden zusammen und enden in einem dramatischen Finale.

"Ein totes Leben" ist ein spannender und fesselnder Thriller, der mehr an einen Kriminalroman erinnert mit seiner Ermittlungsarbeit. Und dennoch hat er die Spannung und Gänsehaut Atmosphäre die zu einem Thriller gehören, im Grunde also ist es eine Mischung aus Thriller mit Krimielementen und Dramatik. Der fesselnde Schreibstil, die schockierende Handlung und spannenden Wendungen lassen einen beim Lesen mitfiebern, ungeduldig warten, welche Ergebnisse die Spurensicherung findet und die realistischen, gut ausgearbeiteten Charaktere führen einen in die menschlichen Abgründe. Für alle die gerne spannende Leseabende haben möchten und mit Ermittlern mitfiebern die dem Täter auf der Spur sind ist "Ein totes Leben" eine klare Leseempfehlung.

Der letzte Satz

Und sie weinte.

Vielen Dank an den Bookshouse Verlag

 

Meine Bewertung:

 

 

Montag, 16. Februar 2015

*Rezension* Blutroter Herbst

Schreibe den ersten Kommentar!

Buchtitel: Blutroter Herbst
Autor(in): Kai Raglewski
Verlag: Kai Raglewski
Genre: Krimi, Thriller, Drama
Sprache: Deutsch
ASIN: B00JS3WB34
Seitenzahl: 319 (abhängig von Gerät und eingestellter Schriftgröße)
Dateigröße: 468 kb

 

Über den Autor:

Kai Raglewski (*1969) lebt mit seiner Frau Jenny und den Katern Ernie und Kermit in einer ehemaligen Mühle am ländlichen Nordostrand des Ruhrgebietes.

Neben dem Schreiben verdingt er sich als Musiker und Tontechniker.

Im April 2014 ist sein zweiter Roman, >Blutroter Herbst

Eine Neufassung seines Erstlings >Ein Rabenschwarzer Sommer

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Kurzbeschreibung/Klappentext:

Ist das Leben nicht schön? Studentin Janine Teichert ist geneigt, dies Bekenntnis aus vollem Herzen zu unterschreiben, als ihr ein schwerer Schicksalsschlag den Boden unter den Füßen wegreißt. Während sie mühsam in den Alltag zurückfindet, geschehen seltsame Dinge: Ein unheimlicher Asiat stellt ihr nach und eine osteuropäische Handelsgesellschaft fordert eine Million Euro von ihr. Sie begreift nicht die Hälfte von alledem, da verhängt ihr unsichtbarer Feind das Todesurteil über sie!

(Quelle: Amazon)

Kann hier gekauft werden:

Meine Meinung:

Der erste Satz

»Dir ist doch klar, dass dein Leben damit vorbei ist«, meinte Karla und polierte ungerührt den losen Endtopf einer Harley Davidson weiter.

Eigentlich könnte das Leben nicht schöner sein, Janine hat einen sie liebenden Mann, und ist guter Hoffnung. Doch ist es nicht im Leben so, das nicht immer alles so läuft, wie man es möchte? Genau an dem Abend wo Janine auf ihren Mann wartet, um ihm die freudige Nachricht zu überbringen, als ihr die unschöne Neuigkeit von seinem Tod überbracht wird. Die beiden Polizisten, die an seiner statt vor ihrer Tür stehen, überbringen ihr die Nachricht, das ihr geliebter Mann bei einem Verkehrsunfall tödlich verunglückt ist. Dieser Schicksalsschlag ist für Janine so schlimm, das sie einen Zusammenbruch erleidet. Nach einem Klinikaufenthalt versucht sie ihr Leben wieder auf die Reihe zu bringen, wobei ihre Freundin Karla sie auch zu unterstützen versucht. Doch das hinter dem Unfall ihres Mannes mehr steckt begreift Janina nach und nach, denn es geschehen merkwürdige Dinge. So wird sie verfolgt, es treibt sich jemand im Hausflur herum. Und ein Asiat überbringt ihr eine Forderung, die sie ahnen lässt, das dunkle Machenschaften hinter allem stecken. Ihr und Karlas Leben geraten immer mehr in Gefahr, und die beiden Freundinnen geraten in einen gefährlichen Strudel von Ereignissen.

Janine ist eine sympathische junge Frau, die trotz der Schicksalsschläge, die sie erlebt hat und ihrer Vergangenheit nicht aufgibt und den Kopf in den Sand steckt. Stattdessen versucht sie den Mut zu finden um die Ereignisse mit heiler Haut zu überstehen. Besonders da sie ja schwanger ist, ist es wirklich mutig, was sie auf sich nimmt, um am Leben zu bleiben und zu gewinnen. Eigentlich könnte ihr Leben ja nicht besser verlaufen, auf der Uni lernt sie ihren zukünftigen Mann kennen, heiratet ihn und erwartet ein Kind von ihm, Ihre beste Freundin Karla ist für sie da, wenn sie diese braucht. Und die dunkle, unschöne Vergangenheit hat sie hinter sich gelassen. Doch genau in diesem glücklichen Moment bringt sie der schwere Schicksalsschlag wider aus der Bahn. Wer würde das nicht verstehen, wenn man seinen geliebten Partner durch einen Unfall verliert?

Karla ist nicht nur Janines Busenfreundin, sondern auch ein interessanter Charakter, denn sie ist keine typische Frau. Sie arbeitet in einer Werkstatt für Motorräder und nimmt kein Blatt vor den Mund. Vor allem aber steht sie zu ihrer Freundin und erklärt sie nicht für verrückt, sondern steht ihr bei, damit die Wahrheit ans Licht kommt.

Die Charaktere, sowohl Protagonisten als auch Nebencharaktere sind interessant und realistisch ausgearbeitet. Man hat sehr schnell eine genaue Vorstellung der jeweiligen Person in seinem Kopf. Durch die sprachlich angepassten Akzente wie Russisch und Berlinerisch wirken sie realistisch, zaubern aber auch ein Schmunzeln ins Gesicht oder eine Gänsehaut auf die Arme während des Lesens. Neben den "Guten" Charakteren gibt es natürlich auch die "Bösewichter" in der Handlung. Jeder hat seine Eigenheiten und anderen Beweggründe und manche wirken sogar irgendwie gruselig. Man möchte ihnen wirklich nicht nachts alleine auf der Straße begegnen.

Das Cover ist simpel und dennoch wirkt es irgendwie als wenn es zu einem Horror-Roman gehören würde. Dieser Effekt entsteht durch das im schattenliegende Frauengesicht mit den schwarzen, irislosen Augen. Das Gesicht wirkt unwirklich und wie aus einer anderen Welt, was durch die Schatten der Zweige auf ihm noch verstärkt wird. Der Hintergrund des Covers ist einfach schwarz, wodurch der in Rot gehaltene Titel hervorsticht. Dieses Rot ist die einzige Farbe auf dem dunklen Cover, das in Schwarz-, Weiß- und Grautönen gehalten ist.

Der Schreibstil des Autors ist leicht und flüssig. Man kann als Leser ohne jede Schwierigkeit in die Handlung eintauchen und Janinas und Karlas Abenteuer verfolgen. Die Handlung ist spannend und selbst wenn man nach der Hälfte des Buches die Hintergründe und die Bösewichter kennt, so weiß der Autor dennoch weiterhin Spannung aufzubauen, so dass man weiter lesen möchte. Ist die erste Hälfte noch ein Thriller mit leichter Dramatik, so findet man ab der Hälfte das Drama um Janines zusammenbrechende Welt und ihren Kampf am Leben zu bleiben überaus haarsträubend und spannend. Die Erzählperspektive wechselt öfter in der Handlung und man kann am Anfang ein wenig durcheinander kommen, mit den ganzen Charakteren, doch versteht man so als Leser die Gefühle, Handlungen und Beweggründe von allen Protagonisten und Nebencharakteren viel besser. Manchmal kann einem die Handlung zwar ein wenig langatmig vorkommen, aber man ist schnell auf der letzten Seite angelangt und wundert sich, wie schnell man es ohne Pause fertig gelesen hat. Man merkt, das sich der Autor über die Handlung und Inhalte genaue Gedanken gemacht hat, und auch recherchiert hat. Die vielen Fachausdrücke und detaillierten Beschreibungen der Orte lassen einen in die Handlung eintauchen und einen Krimi im Kopf entstehen.

"Blutroter Herbst" kann einen fesseln, auch wenn man ein wenig ab der zweiten Hälfte die Thriller-Elemente vermisst, da man ja dann weiß wer alles dahinter steckt und es nur noch um die Lösung von Janines Problem geht. Durch die realistischen und doch nicht klischeehaften Charaktere macht es aber Spaß dieser Jagd zu folgen und mit Janine und Karla mit zu zittern, mit zu fiebern und mit zu schwitzen. An manchen Stellen kommt einen das ein oder andere etwas unwirklich vor, dafür ist aber der Rest der Handlung gut ausgearbeitet, spannend und realistisch. Ein wenig Kürze im letzten Teil und vielleicht eine spätere Auflösung hätte diesem Buch das wahre Thriller Prädikat gegeben. Bei der ersten Hälfte gab es Momente wo mich während dem Lesen auch Geräusche zusammen zucken ließen, dieses Feeling fehlte irgendwie nach der Auflösung, wer es auf Janine und ihr Leben abgesehen hat. Durch das aber immer wieder entstehenden Kopfkino fällt es einem dennoch schwer den Roman aus der Hand zu legen. Ein Roman gewürzt mit Krimi, Dramatik und Thriller, so würde ich es bezeichnen. Für spannende und unterhaltsame Lesestunden zu empfehlen.

Der letzte Satz

»Sei gewiss: Dimitri ist überall dort glücklich, wo wir drei unseren Frieden finden.«

Vielen Dank an den Autor Kai Raglewski für das Rezensionsexemplar.

 

Meine Bewertung:

 

 

Donnerstag, 27. November 2014

*Rezension Hörbuch* Der Fall Jane Eyre (Thursday Next 1)

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Hörbuchuchtitel:Der Fall Jane Eyre (Thursday Next 1)
Autor(in):Jasper Fforde
Verlag:DTV und Audible
Genre:Fantasy, Krimi, Thriller
Sprache:Deutsch
ASIN:B00IGDV72I
Gelesen von:Elisabeth Günther
Dateigröße:346 MB
Laufzeit:ca. 744 Minuten

 

Über den Autor:

Der britische Autor Jasper Fforde ist eigentlich in seinem Hauptberuf Kameramann. Er stammt aus Wales, weshalb auch sein Nachname mit dem doppelten F beginnt. Neben seiner Kamerarbeit in Filmen wie "James Bond - Golden Eye" ist er besonders für seine Romane aus der Thursday-Next-Reihe bekannt - beginnend mit "Der Fall Jane Eyre". Das Besondere an Jasper Ffordes Büchern ist der ihm ganz eigene Genremix aus Fantasy, Krimi und Humor. Daraus ergibt sich das sogenannte Genre der Alternativweltgeschichten.

Kurzbeschreibung/Klappentext:

Können Sie sich eine Welt vorstellen, in der Literatur so wichtig genommen wird, dass es eine Spezialpolizei gibt, um sie vor Fälschern zu schützen? Als Geheimagentin Thursday Next ihre neue Stelle in Swindon antritt, ahnt sie schon, daß ihr die größte Herausforderung ihrer Karriere bevorsteht: Niemand anderes als der Erzschurke Acheron Hades hat Jane Eyre aus dem berühmten Roman von Charlotte Brontë entführt, um Lösegeld zu erpressen. Eine Katastrophe für England, das mit dem seit 130 Jahren tobenden Krimkrieg schon genug Sorgen hat.

Aber Thursday Next ist eine Superagentin: clever und unerschrocken. Und wenn sie wirklich mal in die Klemme gerät, kommt aus dem Nichts ihr von den Chronoguards desertierter, ziemlich anarchistischer Vater, um für ein paar Minuten die Zeit anzuhalten...

(Quelle: Amazon, Audible, Lovelybooks)

Kann hier gekauft werden:

Meine Meinung:

Thursday ist Agentin und ihre Aufgabe ist es, dafür zu sorgen das keine Fälschungen von Büchern verbreitet werden. Doch was ist, wenn jemand das Original Manuskript von Jane Eyre stiehlt, wenn dadurch die Gefahr besteht, das sich die gesamte Handlung des Romanes ändert? In ihrer Welt ist alles anders als in der unseren, Wales ist eine kommunistische Volksrepublik und es dreht sich fast alles nur um Literatur. Thursday Next soll die Katastrophe verhindern, die sich langsam aber sicher anbahnt als Aecheron Hades, das Manuskript stiehlt, aber auch literarische Figuren aus ihren Büchern entführt und Lösegeld fordert.

Thursday Next ist keine Agentin, die einfach nur von ihrem bequemen Schreibtisch aus Bücher auf Fälschungen überprüft, und sich schon gar nicht gerne an Regeln und Vorschriften hält. Auf Verstärkung warten? Nein, auch das ist nichts für die junge, impulsive Frau, sie ergreift lieber jede Gelegenheit um Aecheron zur Strecke zu bringen und das Manuskript zu retten.Als Agentin der LitAG, eine Litraturagentin in der Abteilung internen Sicherheit ist es zwar ihre Aufgabe Buchfälscher aufzuspüren und dingfest zu machen, doch ändert sich alles an dem Tag, als sie zum stattlichen Museum gerufen wird. Dort wurde das unschätzbare Manuskript von Jane Eyre entwendet. Der Dieb hat dabei keinerlei Spuren hinterlassen.

Neben Thursday, der Protagonistin, tauchen auch noch viele andere interessante Charaktere auf, allen voran der Bösewicht Aecheron. Was er von dem Diebstahl hat und welche Pläne er verfolgt bleibt lange Zeit im ungewissen, und somit ist es spannend Thursdays Jagd zu verfolgen. Ihre Tante Polly und ihr Onkel spielen auch eine wichtige Rolle in der Handlung und so dauert es nicht lange, das sie auch in den Fall und die Verschwörung involviert werden. Man lernt die Charaktere sehr schnell kennen und lieben und fiebert mit Thursday mit, die auch die Regeln und Vorschriften missachtete um das Manuskript und ihre Familie zu retten. Nebenbei erfährt man durch das Auftauchen von Thursdays (Ex-)Freund auch noch einiges über sie selber und ihre Vergangenheit wodurch sie einem nur noch mehr ans Herz wächst.

Das Cover ist in knalligen Fraben, die Aufmerksamkeit auf sich ziehen und man sieht die Silhouette von Jane Eyre auf dem Hintergrund. Im Autorenname ist ein Dodo auf dem S zu sehen, der auch eine Rolle in der Handlung spielt. Somit ist diese bei uns ausgestorbene Vogelart passend gewählt. Der Titel, das Aussehen des Covers, sowie die vielen kleinen Elemente die sich im Hintergrund verstecken, wie der Porsche machen neugierig was sie mit der Handlung zu tun haben. Titel und Autorenname sind sehr gut lesbar, da sie sich auf der schwarzen Frauensilhouette befinden, die sich von dem knalligen, weinrotfarbenen Hintergrund abhebt.

Elisabeth Günther schafft es durch ihre angenehme Stimme und Modulation jedem der Charaktere seine eigenen Note zu geben und man hört ihr sehr gerne dabei zu, wie sie das Abenteuer von Thursday Next aus deren Perspektive vorliest. Es dauert nicht lange und man hat Thursday durch die Sprecherin in sein Herz geschlossen und möchte mit ihr in ihre teilweise verrückte Welt eintauchen, ihren Alltag als LitAg erleben. Man fiebert mit ihr mit, bei ihrer Jagd nach Aecheron Hades und hat wie sie Angst um ihre Familienangehörigen, die mit hineingezogen werden. "Der Fall Jane Eyre (Thursday Next 1)" hat eine komplexe Handlung in der sich mehrere Stränge immer wieder verwickeln und auch versteckte Anspielungen auf die Klassiker befinden, dennoch macht es Spaß dieser zu folgen und auch den Dialogen zwischen den moderneren und klassischen Figuren, die ein wenig altertümlich sprechen. Dadurch entsteht ein spezieller Charme und Wortwitz, in dem man die Figuren aus Jane Eyre persönlich kennen lernen kann. Und am liebsten würde man danach auch gleich Jane Eyre in die Hand nehmen und lesen oder hören.

Wenn man sich ein wenig in der Welt der Bücher heimisch fühlt fällt es einem nicht schwer in in die Handlung von Ffordes Buch abzutauchen. In seiner Prallelwelt, die an die 80er Jahre erinnert sind die Menschen sehr der Literatur verschrieben und es gibt sogar eine eigene Dienststelle, die sich um Fälschungen kümmert. Jedoch kann es auch eine kleine Weile dauern, bis man es geschafft hat, in Thrusdays Welt hin einzutauchen. Spaß macht es dennoch diesem Hörbuch zu folgen, werden doch auch immer wieder andere Bücher und Autoren auf die Schippe genommen. Das Hörbuch ist eine gelungene Mischung aus Thriller, Krimi und Fantasy mit einem wundervollen literarischen Hintergrund. "Der Fall Jane Eyre (Thursday Next 1)" ist nicht unbedingt für jeden etwas, doch wenn man Literatur, vor allem die Klassiker, Fantasy, Thriller und Krimi sowie eine Welt mit verrückten Einfällen und Ideen mag so ist dieses Hörbuch ein wahrere Genuss. Für alle die Literatur und Bücher lieben ein besonderer Leckerbissen.

Meine Bewertung:

 

Sonntag, 16. März 2014

*Rezension* Das Tattoo

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Buchtitel:Das Tattoo
Autor(in):Manuela Inusa & Roberta Gregorio & Mia Bernauer & Nina C. Hasse & Arwyn Yale
Verlag:Text
Genre:Anthologie, Gegenwartsliteratur, Fantasy, Krimi
Sprache:Deutsch
ASIN:B00IGHBBZ2
Seitenzahl:164 (abhängig von Gerät und eingestellter Schriftgröße)
Dateigröße:1191 kb

 

Über den Autor:

Manuela Inusa

Manuela Inusa hat nach Kurzgeschichten in mehreren Anthologien und einem Kinderbuch 2012 ihren ersten Jugendroman "Scheißleben!" veröffentlicht.

Seit 2012 schreibt sie exklusiv für Amazon eBooks, sowohl unter ihrem richtigen Namen wie auch unter Pseudonym.

Sie ist gelernte Fremdsprachenkorrespondentin und lebt mit ihrem Ehemann und ihren beiden Kindern in Hamburg. Zu ihren Hobbys gehören Lesen und Reisen.

Roberta Gregorio

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Mia Bernauer

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Nina C. Hasse

Nina C. Hasse wurde 1986 in Paderborn geboren. Nach dem Abitur am Mädchengymnaisum St. Michael studierte sie in Münster Germanistik und Religionswissenschaft.

Die Liebe zur Literatur entdeckte sie durch das Buch "Der geheime Garten" von Frances Hodgson Burnett.

Seit 2011 absolviert Nina C. Hasse einen Lehrgang in Belletristik und Kinder- und Jugendliteratur an der Schule des Schreibens der Hamburger Akademie.

Momentan arbeitet die Nachwuchsautorin an ihrem ersten Roman, einem Steampunk-Thriller.

Sie freut sich über Besuche ihres Blogs unter http://ninahasse.wordpress.com.

Arwyn Yale

Arwyn Yale wohnt in der Nähe von Hamburg. Sie hat ein Faible für britische Krimis, in Buch- wie auch in Filmform, alte schwarz-weiß Filme und hört beim Kochen am liebsten Ella Fitzgerald.

Sie studierte Soziologie und Wirtschaftswissenschaften und lebt in der Nähe von Hamburg.

Zur Zeit arbeitet sie an einem Thriller.

Kurzbeschreibung/Klappentext:

Fünf Autorinnen schlieβen sich zusammen, um über eine gemeinsame Leidenschaft zu schreiben: Tattoos!

Von witzigen Begebenheiten, phantastischen Elementen bis hin zur verlorenen Liebe und mysteriösen, ungeklärten Fällen umfasst die Tattoo-Anthologie mehrere abwechslungsreiche und spannende Geschichten, die in andere Welten entführen.

MANUELA INUSA - Camden Town

Zwölf Jahre ist es her, dass Kendra ihr Leben als Ehefrau und Mutter hinter sich ließ, nur um vier Monate und ein Tattoo später wieder zu ihrer Familie zurückzukehren. Auch wenn sie fortan ihre eigenen Gefühle in den Hintergrund stellte, war da immer diese Sehnsucht ... nach Camden Town.

Nun holt die Vergangenheit sie jedoch ein und sie verschwindet erneut, dieses Mal soll es für immer sein. Aber kann man einfach dort weitermachen, wo man aufgehört hat?

ROBERTA GREGORIO - G wie Greta, R wie Rocco

Rocco steht vor dem Scherbenhaufen seines Lebens: null Zukunftsperspektive, null Motivation. Er ist pleite und muss wieder bei Mamma im kleinen Ort im Süden wohnen, aus dem er vor vielen Jahren geflohen ist. Frauen in seinem Leben gibt es keine, auβer Greta, seine Jugendliebe, von der er plötzlich ständig träumt, zu der er aber seit damals keinen Kontakt mehr hat. Und dann ist da noch Fede, eine ehemalige Schulkameradin, die ihm vorschlägt, nach Greta zu suchen.

Wird Rocco Greta finden?

MIA BERNAUER - Silverlines

Du glaubst, es gibt keine Wesen, die deine Träume kennen? Dann haben die Traumdiebe gute Arbeit geleistet.

Die junge Jocelyn ist eine der letzten ihrer Art und gerät in die Fänge des charismatischen Illusionserschaffers Gabór. Hat auch er es auf deine Träume abgesehen?

NINA C. HASSE - Der Traum von Fliegen

Eigentlich wollen Remy Lafayette und Detective Madeline Vezér einen vergnüglichen Nachmittag in "Barry Bartleby’s Kabinett der Wunderlichkeiten und Kuriositäten" erleben, doch dann geschieht ein Unglück: Eine Artistin stürzt während ihres Auftritts ab und stirbt. Ein Unfall – oder nicht?

Bei ihren Ermittlungen in der Zirkustruppe stoßen die beiden auf zahlreiche Ungereimtheiten und einen Gegner, der ihre Nachforschungen mit allen Mitteln verhindern will …

ARWYN YALE - Oscar

Josies Schwester Isabell verschwand vor einem Jahr spurlos auf der Rückfahrt von Köln nach Hamburg. Seitdem quält Josie die Frage, ob sie ihr altes Leben hinter sich lassen wollte, oder ob ihr etwas zugestoßen ist. Doch hätte sie wirklich ihren kleinen Sohn zurückgelassen?

Das ohnehin angespannte Verhältnis zu ihrem Vater belastet Josie zusätzlich.

Auf einer Familienfeier kommt es zum Eklat und das Geheimnis um Isabell scheint eine unerwartete Wendung zu nehmen ...

(Quelle: Amazon)

Kann hier gekauft werden:

Meine Meinung:

Der erste Satz

An einem düsteren, nebligen Aprilmorgen in Liverpool kam ein Junge aus seinem Zimmer, sechzehn, verschlafen und mit zerzausten Haaren.

“Das Tattoo“ ist eine Kurzgeschichtensammlung mit 5 Kurzgeschichten von 5 Autorinnen, die alle eines gemeinsam haben, es taucht immer irgendwo ein oder mehrere Tattoos auf, die mit der jeweiligen Geschichte verknüpft sind. Dieser rote Faden verbindet die 5 Geschichten, die sehr unterschiedlich sind.

Die erste Geschichte „Camden Town“ von Manuela Inusa erzählt die Geschichte von Kendra, die vor zwölf Jahren ihr Lebens als Ehefrau und Mutter hinter sich ließ. Sie kehrte jedoch nach vier Monaten und mit einem Tattoo zu ihrer Familie zurück und stellt ihre Gefühle in den Hintergrund. Jedoch blieb die ganze Zeit, die Sehnsucht nach Camden Town und den Erlebnissen und dem Leben dort. Nach zwölf Jahren holt sie jetzt die Vergangenheit wieder ein, sie verschwindet wieder, begibt sich auf ihre Spuren und Erinnerungen an die vier freien und schönen Monate in ihrem Leben. Dieses Mal soll es für immer sein, dass sie ihre Familie verlässt und verschwindet. Doch kann sie einfach so an die Vergangenheit anknüpfen und dort weiter machen, wo sie aufgehört hat? Ist alles so, wie es vor zwölf Jahren war? Und was wird aus ihrem Mann und ihrem sechzehnjährigen Sohn, die sie zurück lässt?

Der Schreibstil von Manuela Inusa ist locker und man kann der Handlung dadurch leicht folgen. Jedoch ist der Inhalt irgendwie sehr drastisch und die Protagonistin nicht sehr sympathisch. Es fällt einem als Leser irgendwie schwer, die Handlungs- und Denkweisen der Charaktere nachzuvollziehen. Es fehlt zudem auch ein wenig die Spannung und Emotionen, die einen als Leser dazu antreibt, die nächste Seite unbedingt umblättern zu wollen, da leider einiges in der Handlung der Storyline viel zu vorhersehbar ist.

“G wie Greta, R wie Rocco“ von Roberta Gregorio ist die zweite Geschichte in der Sammlung. In ihr begegnen wir Rocco. Dieser steht vor dem Scherbenhaufen, der sein Leben ist. Er hat keine Zukunftsperspektive mehr und auch keine Motivation mehr etwas in seinem Leben zu ändern. Er findet einfach keinen Job und ist wieder zu seiner Mutter gezogen, in dem Ort im Süden, aus dem er vor vielen Jahren „geflohen“ ist. Immer wieder muss er an Greta denken, seine erste große Liebe, er träumt ständig von ihr, hat aber seit damals keinen Kontakt mehr zu ihr. Fede, eine ehemalige Schulkameradin von ihm, schlägt ihm vor, nach Grete zu suchen, herauszufinden was aus ihr geworden ist. Was wird Rocco finden? Greta, oder doch etwas ganz anders, unerwartetes? Und was ist mit Fede?

Roberta Gregoria hat einen wunderbar leichten Schreibstil und eine traumhaft romantische und sommerliche Kurzgeschichte erschaffen, die es Spaß macht zu lesen. Die Charaktere sind sympathisch und realistisch, haben ihre Schicksalsschläge im Leben erlebt, oder stecken mitten darin. Man folgt gerne der Handlung und ist ein wenig traurig, wenn diese schöne Geschichte zu Ende ist. Mit einem etwas anderen Ende, als man als Leser in dem Moment vermutet, wenn Fede den Vorschlag macht, nach Greta zu suchen.

Als drittes kommt man in den Genuss von Mia Bernauers „Silverlines“. Waren die bisherigen Kurzgeschichten eher in der Gegenwartsliteratur als Genre angesiedelt, so kann man sich jetzt als Leser auf eine Fantasy Geschichte freuen. Jede Nacht liegen die Menschen in ihren Betten und träumen, denken dass niemand ihre Träume kennt, oder je von ihnen erfahren wird. Jedoch haben es dann die Traumdiebe geschafft, unerkannt zu bleiben und sie haben sehr gute Arbeit geleistet. Die junge Traumdiebin Jocelyn gerät in die Fänge von Lord Gabór Lawrens Ziras. Der charismatische Gründer des Zirasrings und Illusionist hat ein besonders Interesse an Jocelyn und ihrer Art. Was genau hat er vor? Hat er es auf ihre Fähigkeiten, oder auf ihre Träume abgesehen? Und was hat es mit dem seltsamen Tattoo auf sich?

“Silverlines“ ist aus Jocelyns Sicht geschrieben und man folgt als Leser ihren Gedanken und Gefühlen. Mia Bernauers Schreibstil ist flüssig und angenehm zu lesen. Es macht Spaß Jocelyn zu folgen, die einen willensstarken Charakter hat und sich nicht Lord Ziras Willen unterwerfen will. Die Kurzgeschichte lies sich wirklich schnell und flott, als Leser ist man am Ende irgendwie ein wenig traurig, dass sie schon zu Ende ist, denn man möchte gerne mehr über Jocelyn wissen, und die Traumdiebe und Illusionisten. Für mich ist dies eine meiner Lieblingsgeschichten in der Sammlung.

Die vorletzte Geschichte „Der Traum vom Fliegen“ ist von Nina C. Hasse. In ihr trifft der Leser auf ein Ermittlerduo, das einem Kriminalfall nachgeht. Jedoch wollten eigentlich Detective Madeleine Vezér und Remy Layfayette nur einen vergnügten und unterhaltsamen Nachmittag in einer Show verbringen. Sie besuchen „Barry Bartleby’s Kabinett der Wunderlichkeiten und Kuriositäten“. Während der Vorstellung stürzt die Artistin „Flying Beauty“ in den Tod. Zuerst wirkt es wie ein unglückseliger Unfall, doch entwickelt sich der Fall zu einem richtigen Mordfall, in dem der Gesichtsanalytiker Remy Lafayett während der Ermittlungen auch in Lebensgefahr gerät.

Mit der Mischung aus Steampunk, historischer Geschichte und Krimi hat Nina C. Hasse einen spannende Handlung erschaffen, die mit unerwarteten Wendungen aufwartet. Bis zum Schluss bleibt offen, wer der Täter ist, und was für Motive dieser hatte. Als Leser wandert man immer wieder auf einer falschen Fährte und stellt Vermutungen an, wer es sein könnte. Der wundervolle und spannende Schreibstil der Autorin sorgt dafür, dass man von Seite zu Seite fliegt und viel zu schnell das Ende dieser Geschichte erreicht. Gerne würde ich mehr Geschichten mit diesem Ermittlerduo lesen. „Der Traum vom Fliegen“ ist mein zweiter Favorit der Anthologie.

Arwyn Yale erzählt in der letzten Geschichte „Oscar“ von Josie, deren Schwester Isabel spurlos verschwand. Sie war auf der Rückfahrt von Köln nach Hamburg und es wirkt, als wollte sie eventuell ihr altes Leben hinter sich lassen. Die Frage, ob dies so ist, oder ob ihr gar etwas zugestoßen ist, plagt Josie seitdem und ein angespanntes Familienverhältnis zu ihrem Vater und dem Vater von Isabells Sohn führen auch nicht gerade eine Klärung und Antworten herbei. Doch ausgerechnet auf der Familienfeier des 70. Geburtstages ihrer Großmutter kommt sie den Zusammenhängen auf die Spur. Welches Geheimnis verbirgt Isabells Verschwinden? Welcher Wahrheit ist Josie auf der Spur?

Der Schreibstil der Autorin lässt keine Wünsche offen. Eine sympathische, leicht rebellische Hauptprotagonistin, der man als Leser gerne folgt und die sich nicht mit dem verschwinden ihrer Schwester abfinden will. Sie wirkt lebensnah und realistisch und auch die Ideen der Handlung sind interessant und machen Spaß die Kurzgeschichte zu lesen. Am Ende wird jedoch nicht alles komplett aufgeklärt, sondern vieles offen gelassen, wodurch man wirklich ins grübeln gerät. Gerne wüsste man, wie das Ganze ausgeht, versucht dann seine eigenen Schlüsse zu ziehen. Somit kann jeder Leser sich sein eigenes Ende, ob Happy End, oder nicht, selber ausdenken. Irgendwie ist dies schade, ein wenig längerer Text und ein abgeschlossenes Ende hätten der Handlung von „Oscar“ nicht geschadet.

Das Cover ist in seiner Art schlicht und doch sehr effektiv, es hat etwas Künstlerisches an sich, dass das Auge auf sich lenkt. Eine Frau ist darauf zu sehen, die auf ihrer Schulter ein Schmetterlingstattoo trägt. Der Schriftzug des Titels daneben passt auch sehr gut zum Gesamtkonzept des Covers, auf dem man den das Hauptthema der Anthologie sehr gut wiedergespiegelt findet.

In der Anthologie „Das Tattoo“ sind fünf sehr unterschiedliche Kurzgeschichten von fünf Autorinnen enthalten. Somit dürfte jeder ein Genre nach seinem Geschmack darin entdecken und auch der rote Faden, der diese Geschichten miteinander verbindet ist überall schnell entdeckt, ein oder mehrere Tattoos. Somit ist in dieser bunten Mischung sicher für jeden Leser etwas mit dabei, und es macht Spaß die Geschichten zu lesen.

Der letzte Satz

Seine Augen blickten auf einmal irgendwie traurig drein.

Vielen Dank an Nina C. Hasse für das Rezensionsexemplar.

 

Meine Bewertung:

 

 

Dienstag, 18. Februar 2014

*Rezension* Risswald

Schreibe den ersten Kommentar!
Buchtitel:Risswald
Autor(in):Wolfgang Gösweiner
Verlag:Sieben-Verlag
Genre:Krimi, Regional-Krimi
Sprache:Deutsch
ASIN:Text
ISBN:978-3864432903
ISBN:3864432901
Seitenzahl:236 (Taschenbuch), 236 (eBook, abhängig von Gerät und eingestellter Schriftgröße)
Dateigröße:996 kb

 

Über den Autor:

Wolfgang Gösweiner wurde 1978 in Schwaz in Tirol geboren und lebt heute als freiberuflicher Texter und Übersetzer in Innsbruck. Seiner Faszination für das „Böse“ frönte er bereits als Kind, als er statt der Schulsportstunden einschlägige Klassiker wie den „Mord im Orientexpress“ verschlang. Im Rahmen seines Studiums der Vergleichenden Literaturwissenschaften widmete er sich in seiner Diplomarbeit dem Thema des modernen frankophonen Spannungsromans.

Kurzbeschreibung/Klappentext:

Der Privatdetektiv Gerhard Gruber wird wegen eines Unruhestifters ins idyllische Bergdorf Risswald gerufen. Was sich zunächst als Provinzposse darstellt, wird bitterer Ernst, als der vermeintliche Unruhestifter Josef Wurzer brutal ermordet wird. Im Zuge seiner Ermittlungen stößt Gruber auf mehr als ein dunkles Geheimnis und muss bald schon selbst um sein Leben bangen.

(Quelle: Sieben-Verlag)

Kann hier gekauft werden:

Meine Meinung:

Der erste Satz

„Niederträchtig!“, sagte der Risswalder Touristiker Walter Schneider.

Gerhard Gruber und sein Kollege und Kumpel Manni nehmen einen harmlos klingenden Fall an. Ihn ihre Detektei erfahren sei, dass irgendjemand im kleinen Bergdorf Risswald Touristen mit Steinen bewirft. Sie sollen den Unruhestifter überführen und dingfest machen, damit das geplante neue Skigebiet dem Tourismus des Bergdorfes auf die Sprünge helfen kann und nicht auf Eis gelegt wird. Für die beiden Privatdetektive klingt dass nach einem einfachen und ruhigen Fall, der schnell erledigt sein wird. Doch aus der Steinewerfereiwird bald bitterer Ernst und sie stolpern über den ersten Mordfall und Toten. Dass mehr hinter der ganzen Sache steckt und ein dunkles Geheimnis in Risswaldlauert finden die beiden erst nach und nach heraus. Dass sie dabei in Lebensgefahr geraten und ihnen immer weitere Steine in den Weg gelegt werden, macht Gerhard Gruber erst recht neugierig auf die Hintergründe die in Risswald lauern.

Gerhard Gruber ist Privatdetektiv und hat seine Detektei in Innsbruck. Durch seine Zeit auf der Polizeiakademie hat er noch immer gute Kontakte zur Polizei, auch wenn diese nicht wirklich sehr erfreut sind, wenn er sich in deren Fälle einmischt. Sein Kontaktmann und alter WG-Kollege dort möchte ihn aus den Mordfällen heraushalten, doch Gerhard wird immer neugieriger und möchte hinter alles kommen. Er ist ein Detektiv, der sich nicht dadurch abschrecken lässt, dass er beinahe um gebracht wurde, sondern jetzt erst Recht den Spuren nach geht und den Täter zur Strecke bringen will. So schreckt er auch nicht davor zurück, zusammen mit seinem Kumpel Manni in Wohnungen einzubrechen, um Beweise zu finden. Seine Beziehung zu seiner Freundin Julia ist er auch bereit aufs Spiel zu setzten, da sie so gar nicht mit seinem gefährlichen Beruf und den Ermittlungen einverstanden ist.

Manni ist ein kräftig gebauter Mann und wirkt etwas wie der Mann für das Grobe auf den ersten Blick. Doch hat er auch sehr wohl noch andere Fähigkeiten als seine Kampfkünste und seine Stärke, die sein Freund und Partner Gerhard zu schätzen weiß. Selbst wenn er manchmal nicht wirklich begeistert davon ist, den gefährlichen Morden nachzugehen, steht er hinter Gerhard und hilft ihm.

Auf dem Cover sieht man einen gold-gerahmten Hirschkopf, mit einem Tiroler Hut auf dem Geweih. Dazu am linken Rand eine blau-weiß gemusterten Streifen, der vor den alten Holzpaneelen ist wo der Hirschkopf und der goldenen Prunk-Rahmen befestigt sind. Der Hirschkopf ist eine Anspielung auf das Bergdorf Risswald und auch den dortigen Jäger, ist meine Vermutung. Wobei auch der Hut auf dem Geweih des Hirsches sehr passend ist. Das Cover passt sehr gut zu einem Alpen-Regional-Krimi, da man es durch seine typische Symbolik leicht in Verbindung mit der Region bringt.

Der Schreibstil ist witzig und spannend, humorvoll, aber auch irgendwie ein wenig flapsig. Die kurzen Kapitel springen in den Orten und Handlungen, so dass man sich als Leser ein wenig konzentrieren muss, um der Storyline zu folgen. Die beiden Hauptprotagonisten sind einem schnell sympathisch, doch es dauert lange, bis endlich ein gewisser Spannungsbogenaufgebaut ist und man das Buch nicht mehr aus der Hand legen möchte, um die Zusammenhänge, die Geheimnisse und vor allem auch den Mörder zu finden. Dies geschieht erst im letzten Drittel der Handlung, doch dann weiß sie zu fesseln. Zuvor werden die unterschiedlichsten Charaktere und Orte eingeführt, die alle etwas mit den Geschehnissen in dem kleinen Bergdorf zu tun haben. Erst in dem Moment als die beiden Detektive in Lebensgefahr geraten spitzt sich endlich alles zu. Zuvor ist hauptsächlich alles ein wenig mit Humor zu lesen, dann übersteht man den Anfang und kann sich endlich dem eigentlichen spannendem Krimi widmen. Die Erzählperspektiven wechseln immer wieder, was verwirrend sein kann, so werden Grubers Szenen aus seiner Perspektive, der Ich-Perspektive erzählt. Dann jedoch wird zeitweise in die Dritte Person gewechselt, wenn es um andere Charaktere geht. Dadurch entsteht Unruhe und Verwirrung, durch die vielen Namen, Orte und Perspektiven. Spannender währe es gewesen, wenn man als Leser alleine Gerhard Grubers Weg und seine Ermittlungen verfolgt hätte, ohne immer zu anderen Personen zu springen.

Wer es schafft, sich durch die ersten zwei Drittel zu lesen und nicht aufgibt, wird mit einem zum Ende hin spannendem Kriminalfall belohnt, der auch interessante Wendungen bereithält. Die Grundideen sind wirklich großartig, nur ein wenig mehr Spannung schon im ersten Drittel des Krimis und ein sich stetig aufbauender Spannungsbogen hätten diesen gut getan. Ebenso weniger Perspektivenwechsel und man könnten der Handlung leicht folgen. Wer sich dennoch ran traut findet einen Regional-Krimi mit viel Humor und ein wenig Spannung am Ende.

Der letzte Satz

Wir ergingen uns in Diskussionen über Kochrezepte, Kinostars und königliche Intrigen, und wenn wir keine Worte mehr fanden, saßen wir einfach nur da und lauschten dem Wind, der im Laub raschelte, während in unserem Rücken die Herbstsonne hinter den Bergkuppen verschwand und die Bäume um uns in glühende Farben tauchte.

 

Meine Bewertung:

 

Freitag, 19. Juli 2013

*Rezension* Wie ich Brad Pitt entführte

1 Kommentare bisher
Buchtitel:Wie ich Brad Pitt entführte
Autor(in):Michaela Grüning
Verlag:Knaur
Genre:Chick-Lit, Humor, Bellestrik, Krimi
Sprache:Deutsch
ASIN:B00CPEFVMQ
Seitenzahl:332 (abhängig von Gerät und eingestellter Schriftgröße)
Dateigröße:522 kb

 

Über den Autor:

Was wäre wenn ... frau anstatt das sichere Studium durchzuziehen, doch lieber als Partygirl auf Ibiza angeheuert hätte? Mit dem heißen argentinischen Polospieler durchgebrannt wäre, anstatt den ehetauglicheren Steuerberater zu wählen? Oder "einfach mal so" ein One-way-Ticket nach LA gelöst hätte? Würde besagte Frau dann jetzt als George Clooneys Freundin zur Oscar Verleihung marschieren? Oder als neurotische Schnapsdrossel auf dem Highway to Hell? Solche Gedankenspiele beschäftigen mich in meinen Tagträumen. Und da ich leider - wie übrigens die meisten Menschen - nur ein Leben zur Verfügung habe, lasse ich meine Romanfiguren all diese verrückten Dinge für mich ausprobieren! Um die Sache zu vereinfachen, teilen die meisten von ihnen meine Charaktereigenschaften und zwar die guten wie die miesen! Die besten Ideen dafür kommen mir immer, wenn ich mit meinen drei Hunden durch den Wald ziehe.

(Quelle: Amazon)

Kurzbeschreibung/Klappentext:

Vicky Leenders, die verwöhnte und etwas naive Tochter eines reichen und einflussreichen Kölner Geschäftsmannes, verliebt sich in Tom Schneider, dem Star einer TV Soap-Opera, die in der Kölner Südstadt spielt. Da für sie die Grenzen zwischen Fiktion und Realität nicht immer eindeutig verlaufen, hält sie das Alkoholproblem, mit dem Tom sich laut der Regenbogenpresse herumschlägt, für echt, und entführt ihn kurzerhand, um ihn zum Entzug zu zwingen. Über ihre Abenteuer bei dieser Entführung schreibt sie in einem Blog.

Natürlich bleibt diese Entführung nicht unbemerkt, sie ruft die Polizei und einen Reporter des lokalen Boulevardblatts auf den Plan…

Witzig und amüsant, alle Fans von Bridget Jones werden Vicky Leenders lieben!

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Meine Meinung:

Der erste Satz

Im Grunde genommen war es Lindas Idee.

Die etwas verwöhnte und naive Tochter eines einflussreichen Kölner Geschäftsmannes, Victoria Leanders hat den Plan entwickelt, ihren geliebten Tom Schneider von seinen vermeintlichen Alkoholproblemen zu heilen. Sie hat sich in den Star der TV-Sopa verliebt und kann oftmals nicht zwischen der Realität und der Fiktion unterscheiden. Für sie ist Tom Schneider und seine gespielte Hauptrolle in der Soap, ein und der selbe Charakter. So entführt sie ihn kurzerhand und, als sich ihr die Chance dazu bietet und möchte ihm bei seinem Entzug helfen, besser gesagt ihn dazu zu zwingen. Über die Abenteuer der Entführung, führt Vicky einen Blog und es dauert auch nicht lange, bis auch Polizei und Presse auf der suche nach dem Serien-Star sind. Denn wie sollte so eine Entführung auch unbemerkt bleiben?

Geht man vom Klappentext und dem schlichten Cover aus, so erwartet man eine typische Chick-Lit Geschichte mit viel Romantik, Liebesbekundungen und dergleichen. Doch wenn man anfängt zu lesen und sich immer weiter durch die 82 Kapitel liest, so findet man auch zwei ineinander verwobenen, unterhaltsame Kriminalfälle vor. Viele überraschende Wendungen und gut durchdachte Details bringen einem immer wieder dazu weiterzulesen und das Buch nur schwer aus der Hand zu legen. Die hohe Kapitelanzahl sollte einen dabei nicht abschrecken, da die einzelnen Kapitel kurz sind, und immer wieder die verschiedenen Sichtweisen der drei Hauptcharaktere wechseln. Dabei geht es um Vicky, die Entführerin, Nicole, die Polizistin und Blitzi, den Lokalreporter. Die Enden der einzelnen Kapitel sind immer so, dass man unbedingt weiterlesen will und wissen möchte wie es weiter geht, viele kleine Cliffhanger zwingen einen geradezu dazu. Und auch die liebevollen Charaktere, die so real und menschlich erscheinen und jeder in seiner eigenen Art die Geschehnisse berichtet.

Nicole verbeisst sich als Polizistin in ihren Fall und kann einfach an nichts anderes mehr denken, als ihn aufzuklären und endlich einmal Erfolg zu haben. Und es damit ihrem Chef und ihrem Kollegen zu zeigen, was wirklich in ihr steckt.

Blitzi, der suspendierte Lokalreporter, möchte mit einer Hammerstory seinen Status und seine Privilegien wieder zurück erhalten. Dafür wieder seine Kolumne zu übernehmen würde er über Leichen gehen. Als stadtbekannter Reporter hat er seine Informanten überall.

Victoria, die reiche Erbin und Tochter eines einflussreichen Geschäftsmannes. Sie zeigt viel Gefühl und oft verwirrt und wirkt manchmal sehr naiv und hilflos. Sie ist liebenswert in ihrer Art und möchte am liebsten allen wo es nur geht helfen.

Die "Nebencharaktere" sind nicht wirklich Nebenrollen, denn sie werden immer wichtiger dem Ende hin, so auch Nicoles Kollege Max Benninger. Es ist spannend die einzelnen Wege und Fäden zu verfolgen, die sich alle nach und nach verknüpfen, ebenso wie die Charaktere sich verändern. So fängt Blitzi an Gewissensbisse zu entwickeln.

Das Ende ist ein überraschendes Ende, mit dem dem man nicht rechnet. Man selbst denkt, dass es ganz anders enden würde, besonders in Bezug auf Vicky und Tom. Es macht sehr viel Spaß, das eBook zu lesen, da es ein mit sehr viel Witz geschriebener Frauen-Roman mit einer guten Prise Krimi, gewürzt mit spannenden Wendungen und liebenswerten Charakteren, ist.

Der letzte Satz

Dem ist natürlich nichts hinzuzufügen.

Meine Bewertung: