Dienstag, 7. Juli 2015

*Rezension* Keine halben Sachen: Konrad von Kamms 1. Fall

Buchtitel: Keine halben Sachen: Konrad von Kamms 1. Fall
Autor(in): Antonia Günder-Freytag
Verlag: Bookshouse
Genre: Krimi, Kriminalroman
Sprache: Deutsch
ASIN: B00QPGPMCO
ISBN: 978-9963526635
ISBN: 9963526632
Seitenzahl: 232 (Broschiert), 255 (eBook, abhängig von Gerät und eingestellter Schriftgröße)
Dateigröße: 2792 kb

 

Über den Autor:

Antonia Günder-Freytag, Jahrgang 1970 lebt nach längeren Auslandsaufenthalten in Spanien und Irland mit ihren beiden Söhnen in München. Ihre Schulzeit im Kloster weckte in ihr die Faszination für Heilige, Übersinnliches und Weltgeschichte. Neben dem Schreiben von Fantasy, Krimis und Kurzgeschichten verbringt sie viele Stunden mit ihrem Pferd Arwen.

Weitere Infos zur Autorin

http://www.antonia-guender-freytag.de

Kurzbeschreibung/Klappentext:

Wenig Blut – Viele Verdächtige – Keine halben Sachen

Hauptkommissar Konrad von Kamms Weihnachtsabend ist verdorben. Nicht nur, dass ihn seine Frau betrügt, auch die Weihnachtsgans ist angebrannt. So kommt ihm der Doppelmord in einer hochherrschaftlichen Villa in München Bogenhausen gerade recht.

Als er mit seinem Kollegen Ralf Utzschneider die Ermittlung beginnt, ahnt er nicht, dass die Wurzeln des Falls bis weit in die Vergangenheit zurückreichen. Bald stößt er auf eine Reihe von Verdächtigen und mit jeder Information verdichtet sich das Rätsel um die Verstorbenen.

„Keine halben Sachen – Kommissar von Kamms 1. Fall" ist ein typischer, im Stil von englischen Kriminalromanen geschriebener Roman über Habgier, Familienzwist und falsche Hoffnungen.

(Quelle: Bookshouse und Amazon)

Kann hier gekauft werden:

Meine Meinung:

Der erste Satz

»Deine Familie kann mich mal.« Sabine steckte sich eine Zigarette in den Mundwinkel und blickte Konrad herausfordernd ins Gesicht.

Schlimmer hätte es wohl nicht kommen können, ausgerechnet an Weihnachten passiert alles auf einmal. Nicht nur, das sie ihn betrügt, nein seine Frau verlässt ihn auch noch. Der Doppelmord, zu dem er dann gerufen wird scheint die Fassade der guten Bogenhausener Gesellschaft bröckeln zu lassen. Und die Weihnachtszeit sorgt auch noch dafür, das ihre Sonderkommission den Namen "Weihnachtsmann" trägt. Wer hat Senior Heinrich Kurz und Martin Kurz umgebracht? Als Fabrikantenfamilie gehören sie zur höheren Gesellschaft und es hatte sie fast die gesamte Familie zum gemeinsamen Weihnachtsessen versammelt. Doch der Mord an den beiden Männer verändert alles und so ist Kriminalkommissar von Kamm während den Ermittlungen auch dabei die Familiengeschichte der Familie Kurz zu entwirren und Geschehnisse von vor 17 Jahren aufzudecken. Sie könnten zum Mord geführt haben, doch ist dies die richtige Fährte? Immer wieder werden ihm und seinem Team Hindernisse in den Weg gelegt, zudem die Familie nicht dazu bereit ist dabei zu helfen den Mörder zu fassen, sondern lieber ihre Geheimnisse waren will. Wer hatte etwas gegen Heinrich und Martin? Welches Motiv führte zu ihrem Tod? War es das Geld, die Fabrik, das mögliche Erbe oder etwas ganz anders, das den Mörder dazu brachte, die beiden Männer zu töten?

Konrad von Kamm, Kriminalhauptkommissar von Beruf, hat es in seinem Leben nicht so leicht, ist seine Frau doch wieder einmal dabei ihn zu verlassen. Da hilft nicht einmal sein Adelstitel und seine gute Erziehung weiter. Doch der Doppelmord scheint ein Fall zu werden, der ihn von diesen Problemen ablenkt und seine kriminalistische Ader so richtig zum Vorschein bringt. Er sucht nach Spuren und Verbindungen auf die man nicht so schnell kommen würde, behält soweit es möglich ist den Überblick.

Sein Kollege Utzschneider ist ein regelrechter Urbayer, und man merkt einfach das diese beiden wunderbar als Ermittlerduo zusammenpassen. Er schafft es auch von Kamm ein wenig aufzumuntern, da dieser immer auch mal wieder an seine Frau denkt, die ihn verlassen hat. So merkt man, das mehr als nur eine berufliche Beziehung nach den Jahren der Zusammenarbeit zwischen den beiden besteht. Das gemeinsame Schachspiel scheint ihnen nicht nur ein Hobby oder Zeitvertreib zu sein, sondern sicher auch dazu da um ihren Verstand zu schärfen.

Man merkt, dass Konrad von Kamm der Protagonist ist, wird doch dem Leser privat und beruflich näher gebracht. Sein Kollege Utzschneider wird zwar auch hin und wieder mal in den Fokus gerückt, doch wirkt er im Gegensatz zu Konrad blasser. Die restlichen Nebencharaktere sind alle sehr unterschiedlich, von der alkoholisch abhängigen, gut betuchten Dame, zum Playboy bis hin zum Hausmädchen. Die einzelnen Beziehungen sind dabei gut miteinander verflochten und wirken zwar kompliziert, aber dadurch sehr realistisch, wie geradezu aus dem richtigen Leben gegriffen. Besonders die Mutter von Kommissar von Kamm, Hildegard von Kamm ist ältere Dame, die man durch ihre Art schnell ins Herz schließt. Man merkt die typische Mutter-Kind-Beziehung zwischen den beiden, die auch noch im Erwachsenenalter besteht, aber auch wie stolz sie eigentlich auf ihren Sohn ist, schließlich verfolgt sie seien Fälle mit Begeisterung. Sie ist es dann auch, die ihm schließlich den entscheidenden Hinweis auf den Täter liefert.

Das Cover ist in Blautönen gehalten, und der rote Blutfleck, sowie die blaue, zerbrochene Christbaumkugel mit der goldenen Innenseite ziehen den Blick auf sich. Das Motiv passt zur Weihnachtszeit, und so auch zu der Jahreszeit in der die Handlung spielt. Durch seine Symbolik lässt es aber auch erahnen, dass es sich dabei nicht um eine schöne, friedliche Weihnachtsgeschichte handelt. Man wird neugierig, was wohl der Grund für diese zerbrochene Kugel auf dem Cover ist, und woher dieser rote, an Blut erinnernde Fleck stammte. Es könnte ja auch sein, das sich nur jemand an den Scherben der zerbrochenen Kugel geschnitten hat. Der Aufdruck Kriminalroman lässt jedoch etwas anders vermuten und spätestens jetzt wäre ich persönlich neugierig genug, um den Klappentext zu lesen.

Antonoa Günder-Freytag hat einen fesselnden, detaillierten und liebevollen Schreibstil, der einen schnell in seinen Bann zieht. Bei manchen Sätzen merkt man ein wenig den Dialekt aus der Heimat der Autorin, was aber auch wieder sehr authentisch wirkt. Spielt doch die Handlung im bayrischen. Man wird als Leser immer wieder auf eine andere Fährte gelockt und Verdächtige gibt es genügend, doch der eigentliche Mörder ist jemand, den man wirklich nicht vermutet hätte. Logisch erklärt ist am Ende die Auflösung und kein Handlungsfaden bleibt wirklich offen. Die zwei Zeitebenen, in denen die Handlung erzählt wird, bringen einem beim Lesen auch nicht durcheinander, sondern bieten einem als Leser weitere tiefe Einblicke in die Geschehnisse und damit dann auch das spätere Motiv des Täters. Die einzelnen Kapitel haben die perfekte Länge und werden immer mit einem Zitat aus der Nibelungen Saga eingeleitet. Diese passen in ihrer parallelen zur Familie Kurz und machen zudem auch neugierig auf das, was in den Kapiteln geschehen wird. An genau den richtigen Stellen der Handlung wird der Spannungsbogen angehoben, man kann das Buch dann einfach nicht mehr aus der Hand legen, bis man selbst herausgefunden hat, wer der Mörder denn nun ist.

"Keine halben Sachen: Konrad von Kamms 1. Fall" ist ein spannender, fesselnder und interessanter Reihenauftakt. Ein Kriminalroman mit viel Spannung, bei dem man mit rätseln und mit fiebern kann und nicht von Anfang an weiß, wer den nun der Mörder ist, so etwas macht einfach Spaß beim Lesen. Und es geschieht wirklich schnell, dass man statt nur ein paar Seiten noch weiter zu lesen, gleich eine ganze Nacht lang durchliest und das Buch beendet. Wer einen blutigen Thriller erwartet, oder einen Kriminalroman in dem nur so die Leichenteile fliegen, der sollte sich eine andere Lektüre suchen, aber für alle die gerne spannende und unblutige Kriminalromane lesen, bei denen man mit fiebern und mit rätseln kann ist dieser Reihenauftakt eine klare Leseempfehlung. Und ich freue mich schon darauf, viele weitere Fälle von Kriminalhauptkommissar Konrad von Kamm lesen zu dürfen.

Der letzte Satz

»Freut uns, dass du kommen konntest!«, wurde er von Huber gegrüßt. »Du zahlst nämlich.«

Vielen Dank an den Bookshouse Verlag für das Rezensionsexemplar im Rahmen der Blogtour.

 

Meine Bewertung:

 

:) :( :-/ :-* :-O X( :7 :-c ~X(

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