Freitag, 11. Dezember 2015

Blogtour "Die Karibik-Reihe" Tag 5 - Piraten, England im 18. Jahrhundert und die Frauen

Herzlich Willkommen zum fünften Tag der Blogtour. Es gab ja schon so viele tolle Themen. Gestern hatte Jacky von "Jackys-Bücherregal" über England und die Marine berichtet. Ich darf heute über Piraten, England im 18. Jahrhundert und die Frauen berichten.
Fangen wir also doch gleich einmal an und zwar mit England. Wie war es im 18. Jahrhundert denn so?

Anne Stuart 1705, Quelle: Wikipedia

Im 18. Jahrhundert gab es einige Missernten und Epidemien wie Thyphus, die Pocken oder Ruhr, die das Bevölkerungswachstum bremsten. Auch wenn die Fortschritte in Hygiene und Medizin schon dagegen wirkten. Königin Anne, einigen sicher besser bekannt als Anne Stuart, hatte die Herrschaft und war von 1702 bis 1714 die Königin von Irland und von 1702 bis 1707 auch die Königin Englands und Schottlands. Nach dem 1. Mai1707 war die die Herrscherin über das Königreich Großbritannien. Zudem war Anne auch noch die letzte britische Königin aus dem Hause Stuart.

Mit ihr haben wir auch schon eine der ersten Frauen aus diesem Jahrhundert. Und das Leben von Anne war alles andere als einfach, war es doch immer wieder geprägt von Staatskrise, die auch im Zusammenhang mit der Thronfolge standen. Keines ihrer Kinder erlebte das Erwachsenenalter, aus diesem Grunde gab es aus ihrer Linie keine Nachkommen, die Anspruch auf den Thorn erheben konnten.

Als zweite Tochter von James, dem Duke of York und späterem Jakob dem II. und der Lady Anne Hyde, Tochter von Edward Hyde, einem einflussreichen Politiker, war Anne neben ihrer Schwester Mary die beiden einzigen Kinder die das Erwachsenenalter erreichten. Anne lebte als Kind in Frankreich, da sie an einer Augenkrankheit litt und diese dort medizinisch behandelt wurde.

Ihr Vater stellte Anne öfters den Thron in Aussicht, jedoch nur, wenn sie ihrem Glauben abschwören würde und zum römisch-katholischen konvertierte. Doch Anne blieb ihrem anglikanischen Glauben treu, auch wenn ihr Vater Jakob II. ihr immer wieder Bücher und Essays über den katholischen Glauben zukommen lies.

Oh nein, ich werde nicht noch mehr über das faszinierende leben von Anne verraten, denn wir wenden uns nun weiter England zu. Im 18. Jahrhundert nach den unruhigen Zeiten des Bürgerkrieges begann es langsam aber sicher sich in Kultur und Wissenschaft der Wunsch nach Stabilität auszudrücken. Die Entwicklung des Englischen Gartens wurde in dieser Zeit stilbildend für ganz Europa. Und noch heute können wir Parks und Gärten in diesem Stil bewundern.

Das britische Kolonialreich jedoch entwickelte sich aus mehreren Ansätzen in dieser Zeit. So ging es an den afrikanischen und indischen Küsten um die Handelsstützpunkte, viele der karibischen Inseln wurden großflächig erschlossen um dort Plantagen anzulegen. Politisch wurden die Kolonien im 17. und 18. Jahrhundert kaum wahrgenommen. Somit ist es kein Wunder, das zu dieser Zeit auch das Goldenen Zeitalter der Piraterie entstand.

Karibische Bukaniere machten ihre Überfälle auf die spanischen Kolonien noch mehr oder weniger im Auftrag der englischen, französischen oder niederländischen Herrscher, wurden aber eigentlich nur noch geduldet. Viele Gouverneure die zuvor den Schmuggel und das Rauben von Gütern erlaubt hatten, da sie davon selber profitierten, begannen nun auf den unsicheren Handelswegen Jagd auf die unerwünschten Bukaniere zu machen. Viele der Freibeuter gaben die Jagd auf die spanischen Schatzschiffe auf und verlegten ihre Arbeit stattdessen auf die Handelswege im Indischen Ozean, wo sie es besonders auf Sklavenschiffe abgesehen hatten, die ihren Kurs nach Nord- oder Südamerika hatten.

Piraten nähern sich einem Schiff, Quelle: Wikipedia

Piraten, wie zum Beispiel Kossaren, hatten kein Interesse an aussichstlosen Gefechten. Der Zweck ihrer Fahrten bestand immer nur darin, Schiffe zu kabern und Beute zu machen. Kriegsschiffen jeglicher Art ging man dabei am besten aus dem Weg, da sie meist größer und besser bewaffnet waren. So war das Kapern kleinere, schlecht bewaffneter Handelsschiffe hingegen einträglich und selbstverständlich. So konnten selbst bis ins 18. Jahrhundert hinein so manche Kaufleute dem nicht widerstehen, und ihre Konkurrenten die schwächer waren zu kapern.

Schiffe wurden meist im Enterkampf erobert wobei Kauffahrer den erfahrenen Piraten in der Regel im Nahkampf unterlegen waren. Diese mussten nur mit ihren kleineren und schnelleren Schiffen das schlecht bewaffnete Heck des Kauffahrers erreichen. Das sie dabei meist ungelöschten Kalk nutzen um die Angegriffenen zu blenden, ist schon eine geniale Taktik. Der Wind blies der Besatzung des Kauffahrers das Pulver in die Augen. Und waren die Piraten einmal an Board, wurden zuerst die Fallen gekappt, so dass die Segel samt Rah herunterfielen und unter sich die Besatzung begruben.

Charles Vane, Quelle: Wikipedia

Charles Vane war ein Priatenkapitän der zu Beginn des 18. Jahrhunderts auf den Bahamas operierte. Seine Zuflucht fand er auf Green Turtley Cay, einem kleinen Inselchen des Abaco-Archipels. Über ihn ist nicht sehr viel bekannt. Jedoch wird ihm nachgesagt, das er mit dem Piraten Blackbeard gut befreundet gewesen sei, als er vor der Küste von North Carolina segelte. Und er war zudem sehr beleibt bei seiner Crew, da er nicht nur eine Führungspersönlichkeit war, sondern auch Glück beim Finden reicher beute hatte. Am 29. März 1720 wurde er in Port Royal erhängt.

Doch gab es nicht nur mutige Männer unter den Piraten, auch Frauen hatten sich diesem Leben verschrieben. Anne Bonny und Mary Read sind nur zwei davon. So hatte Anne Bonny keine schöne und glückliche Kindheit in Großbritannien und auch eine alles andere als einfache. Und Mary Read wurde als uneheliches Kind geboren, ihre Mutter war einfach fremd gegangen als ihr Mann, der ein Matrose war, zu lange auf See blieb. Als d eben verrottete, unmoralische Person hatte sie auch gleich noch einen Trick angewandt um aus der ganzen Sache einen Vorteil für sich zu schlagen. So zog sie Mary Hosen an , als ihr mann nicht wiederkam und ihr älterere Halbbruder starb und schwindelte ihrer Schwiegermutter vor, dass es sich bei Mary um ihren Enkel handelte. Die Großmutter bemerkte den Schwindel nicht, und unterstütze gerne ihren Enkel mit Geld.

Anne Bonny, Quelle: Wikipedia

Mary fand Gefallen an diesem Rollenwechsel und heuerte auf einem Kriegsschiff an. Somit wurde sie Soldat, doch leider verliebte sie sich in einen Kameraden. Doch hatte dies überhaupt eine Zukunft? Nun die beide heirateten aber und eröffneten ein Gasthaus. Hier hätte Marys Leben sich wandeln können, zu dem einer braven Bürgerin, aber als ihr mann verstarb musste sie irgendwie alleine Geld verdienen. Und so heuerte sie auf einem Schiff an. Dieses wurde jedoch von Piraten überfallen und zwar von Calico Jack Rackham.

Mary blieb auf dem Piratenschiff und traf dort auf Anne, die ebenfalls als Junge großgezogen wurde. Wie Mary war sie ein uneheliches Kind, und zwar das eines angesehenen Juristen und einer Dienstmagd.
Die anderen an Bord merkten nicht, dass sie zwei Frauen unter sich hatten, da diese ja Männerkleidung trugen. Jedoch war es für die anderen Besatzungsmitglieder auch besser, dass sie nichts sagten, denn angeblich hatte Anne den ersten getötet, der sich über Frauen an Bord beschwerte. Und zwar mit einem Stick ins Herz.

Jedoch legendär machte Mary und Anne ihr letzter großer Kampf im Jahr 1720 als sie von einem Kriegsschiff angegriffen wurden. Während ihre Kameraden sich betrunken und feige unter Deck versteckten kämpften die beiden Frauen bis zur letzen Sekunde. Sie wurden überwältigt und im November 1720 in Jamaica zum Tode verurteilt. Ihre Hinrichtungen wurden aufgeschoben, da beide schwanger waren. Was aus Anne wurde ist ungeklärt, Mary jedoch soll im Gefängnis gestorben sein.

Ich hoffe, dass Dir der kleine Beitrag gefallen hat, auch wenn man noch sehr für mehr aus dem 18. Jahrhundert über England, Piraten und die Frauen dort berichten könnte, doch ich wollte niemandem die Freude daran nehmen noch sehr viel mehr über diese spanende Zeit heraus zu finden, in der die Frauen zwar weiblich, aber auch kämpferisch und stark waren.
Am Sonntag geht es dann weiter mit dem Thema "Eingefangen – Capt’n Ela van de Maan und ihre Crew" bei Silke von Siljas Bücherkiste.


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1 Kommentar:

  1. Danke Babs, der Beitrag hat mir sehr gefallen ;-) Viele Grüße Ela

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